Irgendwann verstehen Sie das noch mit G8 und G20 und wie das alles so ist. Das kriegen Sie irgendwann auch noch mit. Das ist ja eine Debatte, die tief blicken lässt. Das will ich dann schon mal vorab sagen. Lieber Heike Submann, wenn Sie hier erklären, also der Tag, an dem Olaf Scholz und Katharina Fegebank da eine Niederlage einruhen muss, das sei der schönste Tag in ihrem politischen Leben gewesen. In einer Debatte, wo wir über Sport, über Fairness, über Respekt sprechen. Das lässt tief blicken.Herr Senator, gestatten Sie eine Zwischenbemerkung oder Zwischenfrage von Frau Sudmann? Nein. Darauf verzichte ich gerne. Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Damen und Herren Abgeordnete, insbesondere von der Linken, Deutschland hat sich auf den Weg gemacht, sich für die Ausrichtung olympischer, paralympischer Sommerspiele mit der Perspektive 2040-44 zu bewerben. Der Deutsche Olympische Sportbund als Vertreter des gesamten olympischen überhaupt des gesamten organisierten Sports in Deutschland mit Unterstützung der Bundesregierung hat das Verfahren eingeleitet. Der Senat und die Regierungskoalition unterstützen diese Bewerbung und wir haben am letzten Samstag wie zuvor schon Berlin, München und die Rhein-Ruhr-Region dafür unsere Bewerbungsunterlagen, ein Grobkonzept, um das es aktuell geht, beim DOSB eingereicht. Dieses Konzept wird in den kommenden Monaten noch vertiefter ausgearbeitet, konkretisiert, ergänzt und wir werden mit Sicherheitin den Diskussionen und Dialogen, die wir jetzt mit der Stadtgesellschaft hier zu führen haben, auch noch Impulse kriegen und Hinweise kriegen, die wir einarbeiten. Die Entscheidung, ob Hamburg letztendlich als Ausrichterstadt zur Verfügung steht, die treffen die Hamburgerinnen und Hamburger in einem Referendum nächstes Jahr im Mai. Und das halte ich auch für eine demokratische Selbstverständlichkeit, dass wir diese Entscheidung den Hamburgerinnen und Hamburgern überlassen und nicht sagen, wir wissen es besser, wir wissen schon, wie das ausgeht, das brauchen die Hamburgerinnen und Hamburger nicht mehr entscheiden. Das maßen wir uns nicht an, wir lassen die Hamburgerinnen und Hamburger entscheiden.Herr Senator, gestatten Sie eine Zwischenfrage von Herrn Stoh. Wir haben morgen eine Debatte im Sportausschuss, da werden Sie mit gleichem Engagement sicherlich auch noch sich zu Wort melden. Und es ist gut, wenn wir diese Entscheidung nochmal neu treffen lassen, denn es hat sich viel verändert in den letzten zehn Jahren. Es ist viel passiert. Die Rahmenbedingungen, unter denen Olympische Spiele heute stattfinden, sind vollständig andere. Und wir glauben, dass Olympia unter diesen neuen Bedingungen für Hamburg ein großes, positives Zukunftsprojekt wäre. Dass unsere Stadt in vielen Themenbereichen mit zusätzlichem Rückenwind ausstatten wird und dass die Hamburger, von denen die Hamburgerinnen und Hamburger nachhaltig profitieren werden. Das Bild, das viele Menschen von Olympia im Moment haben, aktuell stark geprägt durch die Spiele in Paris. Die ersten Spiele nach der Agenda 2020, der New Norm, des IOC, sozusagen die neue Zeitrechnung, die Bedingungen, unter denen Spiele jetzt ausgerichtet werden. Und auch in Paris hat es im Vorfeld jede Menge kritische Debatten gegeben. All das, was wir jetzt auch diskutieren. Es wird Verkehrschaos geben, Baustellen, alles wird teurer, Milliarden, Schulden. All diese Kritik hat es alles gegeben. Alles ist so nicht eingetreten.Stattdessen haben wir begeisternde, faszinierende Spiele erlebt, die viele Menschen zusammengeführt haben, auch die Franzosen selbst übrigens. Ein Effekt, der bis heute anhält. In dieser zerrissenen, polarisierten Welt sind die Menschen durch Olympia in Frieden, in Respekt, in Vielfalt zusammengekommen. Olympia ist die einzige Veranstaltung der Welt, bei der alle Nationen noch in dieser Weise zusammenkommen. Und zu zeigen, dass das geht, dass in all unserer Unterschiedlichkeit wir friedlich zusammenleben können, dass wir gut zusammenkommen können, dass wir uns in Respekt begegnen können, dass die Welt auch anders sein kann, dass sie ein besserer Ort sein kann, das haben diese Spiele gezeigt. Und was könnte es Wertvolleres geben in dieser Zeit? Das ist etwas Großes. Olympia ist eine große Idee.Und niemand, der in Paris war, wird diese Eindrücke je vergessen. Und genau das ist doch auch unsere Hamburger DNA. Wir sind die Stadt der Freiheit, der Vielfalt, der Demokratie. Eine Stadt mit jahrhundertealter internationaler Gastgebertradition, von unserer Verfassung beauftragt als Mittlerin zwischen den Völkern und Erdteilen dieser Welt. Und da können wir hier ein starkes Zeichen setzen. Und das sollten wir auch tun.Und wir können auch darüber hinaus wichtige, nachhaltige Impulse setzen. Denn es ist ja schon gesagt worden, die Spiele sollen sich der Stadt anpassen und nicht den Spielen. Und deswegen ist unser Konzept auch darauf ausgerichtet, dass die Spiele zur Stadt passen, zu dem, was wir sind, zu dem, was uns ausmacht. Und dass wir sie nutzen für das, was wir uns für die Zukunft ohnehin vorgenommen haben. Dass wir bei der Sport- und Bewegungsförderung im Breitensport, wo wir auf einem bundesweit beneideten Niveau sind, noch mehr machen und noch weiter vorankommen. Dass wir insbesondere die Bewegungsförderung und die Sportförderung für unsere Kinder noch weiter ausbauen. Dass wir den Gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken, Innovation, die Wissenschaft, Inklusivität, moderne Mobilität, Nachhaltigkeit und ja auch Wirtschaftskraft und Beschäftigung. Das sind positive Ziele, für die es sich lohnt zu kämpfen. Und ja, wir wissen, dass das in der Stadtgesellschaft natürlich noch einen intensiven Dialog fordern wird. Das ist doch klar. Und wir werden da noch viel Input bekommen und wir werden auch noch viel aufnehmen. Aber eine Bitte habe ich dann schon. Ich habe schon die Bitte, dass wir die Debatte auch auf der Grundlage des konkreten Konzeptes führen und nicht auf der Grundlage von uralten, reflexhaften Ressentiments, die man schon immer gegen Olympische Spiele hatte.In zehn Jahren hat sich viel verändert. Das Einzige, was sich nicht verändert hat, ist die Argumentation der Linken. Verglichen mit Ihrem ideologischen Setting ist das IOC hochflexibel und reformfähig. Und wenn Sie dann sagen, kategorisches Ja zum Hamburger Sport, dann sollten Sie mal anerkennen, dass der Hamburger Sport, der HSB, mit 97 Prozent sich glasklar hinter eine Olympia-Bewerbung gestellt hat. Nehmen Sie nicht den Hamburger Sport für sich in Anspruch, wenn Sie kategorisch Nein sagen.Und das Konzept ist eben darauf ausgerichtet, mit möglichst geringen Belastungen, mit einem hohen nachhaltigen Mehrwert diese Spiele hier durchzuführen. Dazu gehört, dass die Spiele eben sich in die bestehende Stadt einfügen, dass wir die Stadt eben nicht umbauen, sondern dass wir es in unserer Stadt so durchführen, wie sie ist, dass wir ausschließlich Sportstätten nutzen, die wir heute schon haben. Das ist die ganz große Mehrheit, die wir ohnehin bauen würden oder die wir temporär errichten. Wir nutzen das olympische Dorf, die ohnehin entstehende Science City. Und verbinden die Themen, zwei große Zukunfts- und Zuversichtsthemen, Sport und Wissenschaft, miteinander. Und jetzt sagen Sie mir mal, wie dadurch die Mieten explodieren sollen oder Menschen verdrängt werden, dass da vier Wochen lang Sportler wohnen, bevor da Forschende und Studierende einziehen. Können Sie mir das mal erklären?Vielleicht gelingt es uns ja zusammen sogar noch ein paar mehr bezahlbare Studierendenwohnungen zu schaffen jetzt im Rahmen der Planung. Es wäre doch ein gutes Ziel. Und natürlich muss ein solches Olympia-Projekt auch finanziell auf einer soliden Grundlage stehen. Das Finanzkonzept kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vorliegen. Das ist klar, ist auch nicht gefordert. Zwei Eckpunkte will ich aber doch sagen mit Blick auf das, was wir jetzt nach Paris als sozusagen Bilanz gesehen haben. Das, was bei uns der größte Kostenanteil wäre, wahrscheinlich die sogenannten Durchführungskosten, also das operative Budget, das waren in Paris 4,5 Milliarden. Das konnte weitestgehend, und das muss ja dann auch unser Anspruch sein, gegenfinanziert werden aus dem Milliardenzuschuss des IOC, aus den Ticketeinnahmen und aus lokalem Sponsoring. Die längerfristig wirkenden Investitionen, das war in der letzten Hamburger Bewerbung, war das der Großteil, 7,6 Milliarden Euro. Die können diesmal in einer vergleichbaren, auch nur annähernd vergleichbaren Dimension eben nicht anfallen, weil wir diese Neubauprojekte nicht haben und zwar auch ganz bewusst nicht haben. Und natürlich erwarten wir insgesamt, dass wir bei den Finanzierungsthemen eine maßgebliche, substanzielle Unterstützung des Bundes bekommen. Es ist eine nationale Bewerbung. Es gibt ein klares Bekenntnis. Schon die letzte Bundesregierung hatte auch Geld für die Bewerbungsphase allein schon.in etwa 7 Millionen Euro als Unterstützung hier in den Haushalt für die Bewerbungsphase, nur für die Bewerbungsphase in den Haushalt eingestellt. Und natürlich wissen alle, dass das nicht geht, ohne dass sich hier bei einer nationalen Bewerbung mit Unterstützung der Bundesregierung diese auch entsprechend finanziell engagiert. Und wenn dann etwas an Kosten übrig bleibt, das kann man ja gar nicht leugnen, dass wir natürlich hier auch in Hamburg eigene Kosten haben, aber dann ist das ja nichts, worüber wir uns hier erschrecken müssen, wenn wir mal sehen, was wir alles in dieser Stadt leisten können. Wir sind leistungsstark und wir tun viel und wir haben uns alleine für die nächsten fünf Jahre vorgenommen, 30 Milliarden Euro zu investieren. Und ohne, dass an irgendeiner anderen Stelle dafür etwas fehlt, dass jemandem etwas weggenommen wird, dass etwas eingespart wird. Es wird für Olympia an keiner anderen Stelle jemandem etwas fehlen. Das ist doch völlig klar.Und natürlich werden wir unsere Investitionen hier so ausrichten, dass es eben einen nachhaltigen Nutzen für die Stadt gibt. Auch gibt. Das gilt übrigens auch für das Thema Mobilität. Und es sind alles die Dinge, die wir für Olympia brauchen, die wir ohnehin jetzt machen, mit der U5, mit dem Ausbau des Hauptbahnhofs, mit der S6, mit dem Thema autonome Mobilität und, und, und. Und im Übrigen, das erste Mal, dass in Hamburg bei einer Großveranstaltung im Volksparkstadion es ein Mobilitätskonzept gegeben hat, komplett ohne individuellen Pkw-Verkehr. Das haben wir erlebt, letztes Jahr bei der Euro. Und das war nicht der Vorschlag der Linken, sondern das war das Nachhaltigkeitskonzept der UEFA an der Stelle. Dadurch haben wir zum ersten Mal dort eine Veranstaltung durchgeführt ohne individuellen Pkw-Verkehr. Viele haben das nicht für möglich gehalten vorher. Und siehe da, es geht. Also wir kommen voran auch mit diesen Projekten.Und was für uns natürlich im Vordergrund steht, bei allem, was wir jetzt tun wollen, ist der nachhaltige Nutzen, der nachhaltige Mehrwert für die Hamburgerinnen und Hamburger. Natürlich ist das Ziel, Sport und Bewegung noch stärker, noch stärker im Alltag der Hamburgerinnen und Hamburger zu verankern. Und ja, es ist richtig, wir tun das vor allem für unsere Kinder. Wir sind in der Bewegungsförderung in Hamburg schon gut, aber jetzt wollen wir eben auch an den Schulen. Sind wir gut? Besser als andere. Aber wir wollen eben jetzt fünf Stunden im Rahmen des schulischen Ganztags, drei im Regelunterricht, zwei im Ganztagsangebot verlässlich an allen Schulen sicherstellen. Und damit, nein, natürlich jetzt. So, wir entwickeln das jetzt und alles, was man tut, tut man auf die Olympischen Spiele hin. Wir fangen jetzt damit an, das ist doch klar. Mit nichts warten wir bis 2040, alles wäre ja auch unglaubwürdig. Aber wir nehmen uns jetzt das vor und dass wir das jetzt machen und damit jetzt beginnen und eine neue Stufe in der Bewegungsförderung für unsere Kinder schaffen. Und ich verstehe ja Ihre Nervosität, aber das können Sie ruhig mal anerkennen. Wir schaffen die Grundlage dafür, dass wir die WHO-Empfehlungsbewegung für Kinder verlässlich in Hamburg umsetzen. Das ist ein gewaltiger Schritt nach vorne.Wir sind im Bundesvergleich jetzt schon sehr, sehr weit vorne bei der Schwimmfähigkeit. Aber jetzt wollen wir eben sicherstellen, dass wirklich jedes Kind, wenn es die Grundschule verlässt, sicher schwimmen kann. Viele Schulen haben schon Partnerschaft mit Sportvereinen. Jetzt wollen wir erreichen, dass alle Schulen diese Chance haben. Und wir wollen, dass alle Hamburger Kinderärzte qualifiziert zu Sport- und Bewegungsförderung beraten können. Auch das wäre ein Schritt nach vorne. Wir wollen, dass unsere Kinder in Sport, in Gemeinschaft, in Respekt, in Fairness aufwachsen. Und das ist uns wichtig.Und es gibt viele andere Ziele, es ist gesagt worden, Inklusivität, Barrierefreiheit, Paralympics und so weiter und so fort. Und natürlich ist das die große Chance, dass unsere Stadt nach den Olympischen Spielen, Paralympischen Spielen eine bessere Stadt ist. Das muss doch unser Ziel sein, anders kann man das doch gar nicht machen. So, natürlich können Sie jetzt fragen, das kann man doch alles auch ohne Olympia machen. Warum passiert das? Das passiert doch bestimmt auch alles ohne Olympia. Und dann kann man sagen, theoretisch ja, aber die Erfahrung, die Praktischfahrung zeigt nein. Weil natürlich, weil natürlich, weil natürlich. Olympische Spiele und schon die Bewerbung zusätzliche Kräfte freisetzen, weil sie einen Fokus setzen, weil sie diese Themen nach vorne bringen, weil sie uns antreiben, weil sie Motor sind, weil sie etwas Positives auslösen, was wir ohne diese Bewerbung nicht haben.Und das können Sie schon in der jetzigen Bewerbungsphase, das können Sie schon in den Bewerbungsphasen sehen. Und deswegen hat Hamburg auch schon eine positive olympische Legacy aus der letzten Bewerbung. Wir würden heute nicht einen neuen Stadtteil in Grasburg entwickeln, ohne die letzte Bewerbung. Wir hätten viele Infrastrukturprojekte, die wir geplant hatten letztes Mal, danach ja nicht umsetzen müssen, aber haben wir gemacht. Wir haben deswegen jetzt in jedem Bezirk eine barrierefreie Schulsporthalle. Das hätten wir sonst nicht gehabt. Das Niveau, was wir jetzt an Bewegungs- und Sportförderung haben, das hätten wir ohne die Active City Strategie, die entstanden ist als Vermächtnis aus der letzten Bewerbung, so wahrscheinlich nicht gehabt. Und es ist doch kein Zufall, dass andere Städte das nicht haben, dass wir hier weit an der Spitze liegen, deutschlandweit. Und das ist eine positive Geschichte, die wir erzählen können. Und es ist doch auch kein Zufall, dass ehemalige Olympiastädte sich noch nach Jahrzehnten positiv auf diese Spiele beziehen. Und dass man diesen olympischen Geist noch viele Jahrzehnte später dort spüren kann. Sie können mal, wenn Edina Müller Ihnen erzählt, wie sie in unterschiedlichsten olympischen Städten gewesen ist und wie das noch...nachwirkt sehr, sehr lange später, wie diese Städte sich diesem Geist dieser Bewegungsförderung, Sportförderung, dem Zusammenkommen der Internationalität verpflichtet fühlen, dann ist das sehr beeindruckend. Und ich meine, Los Angeles bewirbt sich jetzt zum dritten Mal. Paris hat die Spiele zum dritten Mal durchgeführt. Und meinen Sie, wenn das ein solches Desaster wäre, würden Sie sich jetzt London wahrscheinlich zum vierten Mal bewerben. München hat 1972 die Spiele durchgeführt, ist dadurch überhaupt erst eine richtige Stadt geworden. Keiner weiß, ob die überhaupt eine U-Bahn hätten heute ohne die Spiele. So, die wollen sich jetzt zum zweiten Mal bewerben.Und wenn es Dinge gibt, die man bei den Spielen noch besser machen kann, auch noch besser machen kann, als es in Paris gewesen ist, dann sollten wir doch diese Chance gemeinsam nutzen, es auch besser zu machen. Und ich glaube, das ist doch die Bitte, die wir hier sozusagen alle auch äußern können, auf die wir uns verständigen können, auch an die Hamburgerinnen und Hamburger. Lassen Sie uns überlegen, ob wir es uns insgesamt zutrauen sollten, diese Chance für unsere Stadt zu ergreifen. Vielen Dank.