Heike Sudmann
dass es jetzt sogar noch zu Absichten der Regierungserklärung führt, aber egal. Also ich will nochmal erläutern, weil ja Herr Groth immer nicht die Chance geben wollte, warum das für mich der schönste Tag war. Weil an diesem Tag haben die Hamburgerinnen und Hamburger es verhindert, dass diese Stadt zig Milliarden Euro Schulden macht. Schulden, die nachher an anderen Stellen von Ihnen weggekürzt worden werden. Insofern war das ein sehr guter Tag. Und es ist schon sehr interessant. Wir haben hier vor zwei Wochen die Regierungserklärung des ersten Bürgermeisters gehört. Und Sie erinnern sich vielleicht daran, das war nicht die erste von ihm, dass er aber auch da wieder gesagt hat, wie toll Hamburg sich entwickelt hat. Wohlgemerkt ohne die Olympischen Spiele hier in Hamburg. Der erste Bürgermeister erklärte, Hamburg hat das höchste Wirtschaftswachstum aller Bundesländer gehabt. Ohne Olympische Spiele. Der erste Bürgermeister wird ja nie müde zu sagen, Hamburg ist ja irgendwie die Elite-Schülerin, wenn es darum geht zu zeigen, wie gut der Wohnungsbau geht. Und Herr Grote, Sie haben eben bei Ihrer Aufzählung einiges etwas anders dargestellt. Es hieß 2015, ohne Olympische Spiele kann der kleine Grasbrook nicht entwickelt werden. Ohne Olympische Spiele wird es keinen großartigen Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs geben. Und was stellen wir fest? Es ging alles. Es ging auch, weil sie das Geld hatten, weil sie das Geld nicht zu den Olympischen Spielen rausgeschmissen haben.Und Sie scheinen ja sehr empfindlich zu sein, wenn wir Kritik äußern. Ich kann die Kritik aber gerne mal in Fragen packen. Weshalb sind olympische Spiele für Sie oder auch für den aktuellen Senat notwendig, um eine bessere Stadtentwicklung zu betreiben? Das müsste sie uns alle mal erklären. Mir ist das nicht klar. Ich dachte immer, sie würden von selbst auf solche Sachen kommen. Und ich kann auch genauso gut fragen, wer bezieht sich eigentlich positiv auf Olympia? Sie haben eben gesagt, London und Los Angeles, sie wollen sich alle nochmal bewerben. Wer will denn das? Es sind nicht die Bürger und Bürgerinnen, die jetzt sagen, wir wollen das. Es ist die Wirtschaft, die glaubt, sie kann davon profitieren. Und ich will Ihnen... Und ich sage es Ihnen gerne nochmal, weil Sie haben ja gesagt, ich soll Ihnen mal erklären, warum die Miete steigt. Ja, Herr Grote, fragen Sie doch mal bitte in London. Gucken Sie sich den Film an, Soul City. Da werden Sie hören, wie viele Londonerinnen und Londoner vertrieben wurden, die die Mieten nicht mehr bezahlen können. Und Sie haben es vielleicht letztens damit bekommen, Barcelona. Barcelona hat jetzt einen totalen Tourismusandrang. In Barcelona haben die Bewohnerinnen mit Wasserpistolen die Touristen beschossen, weil sie sagen, wir können uns keine Wohnung mehr leisten, weil ihr die Wohnung hier bekommt für euren Urlaub. Das kann es doch nicht sein. Und nochmal, ich muss nochmal mit einem Ehrtum aufräumen. Wir werden ja noch ganz oft über die Olympischen Spiele sprechen. Wenn die Olympischen Spiele nicht kommen, heißt das doch nicht, dass es...Hamburg keinen Sport mehr gibt. Ganz im Gegenteil, es wird viel mehr Sportmöglichkeiten, viel mehr Geld dafür geben. Und letzter Punkt zu den Finanzen. Also mal abgesehen davon, dass Sie damals gesagt haben, die Bewerbungskosten werden aufgeteilt. Hamburg ist auf 21 Millionen Euro Bewerbungskosten sitzen geblieben, hat Hamburg selbst gezahlt. Und lesen Sie bitte einmal die Oxford-Studie, die sagt, dass die letzten drei Sommerspiele vor Paris eine durchschnittliche Kostensteigerung von 185 Prozent hatten. Zusammen 51 Milliarden Euro. Und Sie glauben doch nicht im Ernst, dass das besser wird. Sie reden jetzt von einem Zeitraum 2036 bis 2044. Da werden so viele Kosten dazukommen. Es wird sehr teuer, viel zu teuer für diese schöne Stadt.
