Marc Schemmel
Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen, in der ersten Runde ist ja schon viel gesagt worden zur Hamburger Bewerbung. Ich würde ganz gerne den Blick mal auf diejenigen lenken, um die es ja bei Olympischen und Paralympischen Spielen auch vorrangig gehen sollte und über die viel zu selten geredet wird, nämlich um die Athletinnen und Athleten. Und wir hatten gerade in den letzten Jahren über den Sportausschuss immer wieder die Gelegenheit, uns auch mit Sportlerinnen und Sportlern auszutauschen, die Olympische und Paralympische Spiele erlebt haben. Und das hat nicht nur mich, das hat, glaube ich, auch sehr viele andere Kolleginnen und Kollegen sehr beeindruckt. Für die Athletinnen und Athleten sind die Spiele nicht nur der Höhepunkt ihrer sportlichen Karriere, auf den sie viele, viele Jahre hintrainieren, sondern alle berichten eigentlich von der großen internationalen Verbundenheit, von den vielen freundschaftlichen Begegnungen oder dem olympischen Geist der Fairness und Solidarität, den sie dort erlebt haben. Die Spiele bieten zudem Sportlerinnen und Sportlern, die sonst keine große mediale Präsenz haben, eine einmalige Bühne. Sie inspirieren junge Athletinnen und Athleten. Sie sind wichtiger Impulsgeber für die eigene sportliche Betätigung. Und ganz wichtig, es klang vorhin an, es gibt sicherlich wenig auf der Welt, was die Aufmerksamkeit für die Belange und Erfordernisse von behinderten Menschen so sehr fördert wie Paralympische Spiele.Ich glaube, das allein wären eigentlich schon ausreichende Begründungen dafür, dass es Ereignisse wie Olympische und Paralympische Spiele geben sollte. Bei den Kolleginnen und Kollegen der Linken ist das aber offenbar anders. In der jüngsten Pressemitteilung der beiden Sportpolitiker der Linken finden sich keinerlei Worte zu den Athletinnen und Athleten. Sie lehnen eine Bewerbung schon ab, bevor das Konzept überhaupt vorgestellt und diskutiert wurde. Sie wissen auch heute schon, dass aus Entwicklungen der Vergangenheit nichts gelernt wird und dass Reformprozesse am Ende nichts bringen. Herr Wolter meint als sportpolitischer Sprecher gar zu behaupten, ich zitiere, Sie haben es ja eben nochmal gesagt, olympische Spiele sind als Zeichen für Frieden, Demokratie und Freiheit ungeeignet. Das Prinzip des olympischen Friedens wurde in der Vergangenheit weitestgehend ignoriert und die Spiele selbst bieten eine Bühne für nationale und nationalistische Selbstdarstellung. Zitat Ende. Vielleicht mal kurz zur Erinnerung, seit 1992 sind Olympische Sommerspiele durchgeführt worden in Barcelona, Atlanta, Sydney, Athen, Peking, London, Rio, Tokio und Paris. Und jetzt folgen Los Angeles und Brisbane. Das sind doch alles keine Länder und Städte, die das für nationale und nationalistische Selbstdarstellung genutzt haben. Da liegt offenbar Ihre Wahrnehmung weit auseinander zu dem, was aktive Olympiateilnehmer dort erlebt haben. Wir sind am Anfang eines Prozesses und es ist richtig und wichtig, dass wir als zweitgrößte deutsche Stadt bei einer nationalen Bewerbung ein gutes Angebot machen. Ich würde mir sehr wünschen, dass wir über das Konzept in den kommenden Monaten hier in der Stadt sehr offen und sehr fair miteinander arbeiten.dass alle berechtigten und kritischen Fragen, dass dazu entsprechende Antworten geliefert werden. Und dann werden am Ende die Hamburgerinnen und Hamburger die Möglichkeit haben, darüber abzustimmen. Und wenn die Antworten überzeugend sind, wovon ich sehr ausgehe, dann werden Sie auch die Bewerbung unterstützen. Vielen Dank.
