Dominik Lorenzen
Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen, ich wollte noch drei Minuten investieren, die noch gar nicht losgelaufen sind, wunderbar, um in Olympia und den Tourismus einmal zu beleuchten. Aber vielleicht vorweg auch nochmal als Replik auf die Beiträge der Linken. Was mich mal so ein bisschen stört, ist die völlige Abwesenheit einer differenzierten Debatte. Natürlich kann man Pro- und Contra-Argumente finden, es ist unsere Aufgabe, hier differenziert zu argumentieren. Aber Sie lehnen ja diese Begegnung von Menschen, Besuchern und Sportlerinnen und Sportlern in Hamburg grundsätzlich ab. Und auf dieser Basis zu diskutieren, finde ich verdammt schwierig. Sie vermischen wieder alle Themen miteinander. Da geht es dann um Wohnungsbau. Sie benutzen achtmal das Wort armselig in einer Rede. Das ist doch keine differenzierte Debatte. Da machen Sie bitte auch mit.Herr Kollege Lorenz, gestatten Sie eine Zwischenfrage oder Zwischenbemerkung? Selbstverständlich. Herr Lorenz, wie kommen Sie auf diese vermessene Idee zu sagen, wir lehnen die sportlichen Begegnungen ab? Wir haben in Hamburg so viele Sportveranstaltungen angefangen, bei den Punktspielen in niedrigen Klassen, in höheren Klassen. Wir haben die ganzen großen Veranstaltungen, die Frau Timmermann aufgezählt hat. Haben Sie da gehört, dass die Linken sagen, das soll nicht mehr stattfinden? Also das ist echt eine sehr falsche Behauptung. Nein. Ich habe mich gerade auf den ersten Wortbeitrag von Ihrem Kollegen, ich bin noch nicht so namensfest, entschuldigen Sie bitte, werde ich gleich nachholen. Wollter, Entschuldigung, bezogen, der ja nochmal grundsätzlich hergeleitet hat, dass er das Konzept von Olympischen Spielen an sich ablehnt. Und auf diesen Teil habe ich mich bezogen. Und darauf möchte ich mich nochmal beziehen. Ich glaube, für den Tourismus, und das war jetzt der Beitrag und die Blickwinkel, die ich einnehmen wollte, wären Olympische Spiele in Hamburg eine große Bereicherung. Und ich möchte das erstmal nicht ökonomisch argumentieren, sondern ich glaube, als Ort, an dem sich Sportlerinnen, Besucherinnen und Besucher in Hamburg begegnen, der Mehrwert, der soziale, kulturelle Mehrwert für die Stadt wäre enorm. Und deswegen würde ich mir wünschen, dass wir Olympische Spiele bekommen, aber unter den richtigen Rahmenbedingungen. Und ich glaube, da haben wir aus der letzten Bewerbung 2015 gelernt, dass wir eine differenzierte Debatte führen, dass wir sagen, nicht Spiele um jeden Preis, sondern Spiele, die sich in die Stadt einfügen und die den Menschen hier in der Stadt nutzen, die uns aber auch die Chance geben,Gastgeberin zu sein in dieser Stadt und diese Idee erstmal nach vorne zu bringen, das finde ich richtig gut und da könnten Sie doch konstruktiv dann mitarbeiten. Und ja, das IOC ist jetzt aus meiner persönlichen Sicht noch nicht die Organisation, wo ich der allergrößte Fan bin. Was Sie aber bitte anerkennen sollten, wenn man schaut, wie das IOC agiert, dass da auch eine Transformation stattfindet. Und ich würde mir wünschen, dass wir auch Teil dieser Transformation sind, weil wir als möglicher Gastgeber eben auch sagen, wie die Rahmenbedingungen sind, damit Spiele stattfinden können. Und was ich auch nochmal finde, wenn man schaut, wo Olympische Spiele in der Vergangenheit stattgefunden haben, auch unter Rahmenbedingungen, die wir nicht befürworten, dann finde ich den Gedanken, dass Spiele hier in Hamburg in einem demokratischen, liberalen Europa genau richtig aufgehoben sind und dass eine Stadt wie Hamburg ein wunderbarer Ort wäre, diese Spiele stattfinden zu lassen.2015 wurde die Debatte nicht immer differenziert geführt. Und das, glaube ich, hat der Idee geschadet. Ich war damals großer Befürworter von Olympia. Ich war aber zugegebenermaßen in einem Umfeld von Akteuren, die eher kritisch waren. Das war auch aus dem Bereich der Wirtschaft, in der Handelskammer, viele kleinere Unternehmen, die damit auch Sorgen verbunden haben. Und das, glaube ich, ist ein ganz wichtiger Punkt, was wir Befürworter, die den größten Teil des Parlaments darstellen, auch mitnehmen müssen. Dass wir die Bedenken, egal aus welchem Bereich die kommen, ernst nehmen, dass wir sie aufnehmen, dass wir sie in der Bewerbung auch diese Fragen beantworten. Und da haben Sie auch ein paar Fragen gestellt, die zurechtgestellt werden. Denn was wir am Ende ja wollen, ist, dass Olympia, dass dieses Sportgroßereignis den Menschen in der Stadt nützt. Und das gilt ja auch ganz grundsätzlich für den Tourismus. Der Tourismus ist kein Selbstzweck. Er soll im besten Fall soziale und technische Infrastrukturen erzeugen und erhalten, zum Beispiel im Bereich Freizeit, Sport, Infrastruktur, die wir sonst gar nicht hätten. Und das würde ich mir sehr wünschen, dass wir das bei den zukünftigen Werben für Olympia in der Stadt nach vorne stellen. Denn wir wollen ja eine breite Unterstützung generieren und die Stadt soll nicht gespalten sein an dieser Frage. Ich hatte aus den Unterlagen, die ich jetzt bekommen habe, aus den Präsentationen, aus den Vorstellungen, die der Senat geliefert hat, gesehen, dass ganz viele dieser kritischen Fragen, die zurechtgestellt wurden, heute viel...viel besser beantwortet sind. Und deswegen nehme ich den Schwung mit, dass wir eine echte Chance haben, die Hamburgerinnen und Hamburger für Olympia zu begeistern. Und das muss doch unsere Aufgabe sein. Vielen Dank.
