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Arne Platzbecker

SPD 5:31 min Sitzungen 23/6

Sehr geehrtes Präsidium, liebe Kolleginnen und Kollegen, manchmal fragt man sich, und lieber David, das geht auch für diesen Antrag, ob der Antrag zur Lösung eines Problems beitragen soll oder ob er einfach nur für gute Schlagzeilen sorgen soll. Und meines Erachtens ist das hier der zweite Fall wieder. Dieser Antrag, viele Schlagworte, wenig Substanz. Ich sage mal die drei Schlagworte, die ihr genommen habt. Mehr Sichtbarkeit, mehr Events, mehr Direktflüge. Das klingt beeindruckend, ist aber ungefähr so, als ob ich mir Weltfrieden wünschen würde. So konkret ist das nämlich. Wer genau hinsieht, der merkt schnell das meiste davon. Das meiste davon passiert schon und der Rest bleibt in eurem Antrag so vage, dass man sich überhaupt fragt, ob ihr mit der Hamburg Tourismus gesprochen habt über dieses Thema. Denn wir haben längst eine strategisch gesteuerte internationale Marktbeobachtung und Marktbearbeitung. Die HAT hat erst vor wenigen Wochen im April... Die HAT hat erst vor wenigen Wochen im April, wie Hamburg dargestellt, wie Hamburg touristischem Ausland positioniert wird, welche Märkte im Fokus stehen, welche Themen bespielt werden und warum bestimmte Fernmärkte eben aktuell nicht im Zentrum der Kampagne stehen. Und hätten Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen von der CDU, das vielleicht sich mal angehört, am 26. April, glaube ich, war das, oder mit jemandem gesprochen, dann hätten Sie erfahren, dass die Quellmärkte Niederlande, Österreich, Schweiz, Dänemark und Spanien im Moment im Mittelpunkt stehen. Der Bemühung, denn diese Märkte sind erreichbar.Sie sind wirtschaftlich attraktiv und sie zeigen eine hohe Affinität zu Hamburg. Natürlich kann man auch noch weitergehen, aber diese anderen Märkte wie China oder USA, die werden punktuell bearbeitet und beobachtet, aber stehen derzeit und auch aus guten Gründen nicht im strategischen Fokus der HAT. Aber so fließen bereits 60 Prozent des Gesamtbudgets der Hamburg Tourismus bereits heute in die internationale Marktbearbeitung und nur noch rund 40 Prozent in den nationalen Bereich. Und das ist weder provinziell noch ist das mutlos. Das ist realistisch und es ist vor allen Dingen effizient, wie wir an den Übernachtungszahlen in Hamburg sehen und an der Auslastung. Da können Sie jeden Hotelier fragen. Im letzten Jahr, die Auslastung der Hotels in Hamburg war auf Rekordniveau und Sie finden keinen, der klagt, lieber Herr Kollege Erkel. Alle haben gesagt... Sie finden keinen Hotelier, der über das letzte Geschäftsjahr klagt. Ich habe mit fast allen gesprochen, würde ich mal sagen, in den letzten Jahren, aber ich habe keinen getroffen im letzten Jahr. Dazu kommen Medienkooperationen, Influencer-Kampagnen, Pressereisen, etwa zur Eröffnung des Pauli-Bunkers oder zum 250. Geburtstag von Kasper David Friedrich. Und ehrlicherweise, Herr St. Paulianer, wenn Sie die Popularität des Bunkers heute betrachten, wie der Hamburg nochmal auf die... Ja, da war die Linke dagegen, liebe Heike Sudmann.Ob ich Kaspar David Friedrich kenne? Den kenne ich selbstverständlich. Der hat ja in meiner Heimatstadt in Dresden tatsächlich auch lange gewirkt, natürlich eher vor meiner Zeit. Aber wenn Sie die Popularität in den sozialen Medien heute betrachten des St. Pauli-Bunkers, dann hat sich der Bunker innerhalb von kürzester Zeit zu einem Hotspot, tatsächlich zu einem Place to Visit entwickelt. Und das hat auch mit der Arbeit der HAT und Hamburg Marketing zu tun, tatsächlich. Also, die Sichtbarkeit Hamburgs in internationalen Märkten ist keine Lücke, sondern ein laufender Prozess. Sicher, das ist keine Hochglanzstrategie im Sinne des Antrags, aber eine gut begründete, klare, strukturierte und datengestützte Arbeit und darum geht es uns. Man kann das für nicht ambitioniert genug halten, lieber David Erke, das kann man so machen, aber so zu tun, als würden die Bemühungen der Hamburg Tourismus hier an der Stadtgrenze aufhören, das ist doch wirklich an der Realität vorbei. Und jetzt komme ich eigentlich zum Höhepunkt dieses Antrags. Und ich glaube, dass ich wirklich die pauschale Forderung nach mehr Großevents, also lieber David Erkalb, die Vorstellung, man könnte mit den Mitteln der Kultur- und Tourismus-Taxe ein internationales Mega-Event wie vielleicht das Adele-Konzert aus dem Boden stampfen, zeugt im besten Fall von erstaunlicher Blauäugigkeit. Und bei der pauschalen Forderung nach mehr Großevents frage ich mich ehrlich, in welchem Hamburg lebt die CDU eigentlich?Wir diskutieren in vielen Stadtteilen über eventdichte Lärmbelastung, fehlende Toiletten und heute haben wir auch über die Müllbelastung gesprochen. Und hier wird einfach nach mehr gerufen, ohne Ideen, ohne Konzept, wie das umgesetzt werden kann. Das ist kein Mut zur Lücke, das ist Ignoranz gegenüber der Realität in ganz vielen Stadtteilen bei uns. Ja, die Zeit wird leider etwas knapp für meine Rede, aber ich verschließe mich keineswegs Vorschlägen für die Weiterentwicklung des Tourismus. Und wenn die CDU künftig konkrete, durchdachte Impulse liefert, bin ich der Erste, der sich auseinandersetzt. Noch mehr, genau. Wir haben im Koalitionsvertrag viele gute Ideen entwickelt. Ich will mal zwei nennen. Die Verwirklichung eines Lichtkunstfestivals und die Fortführung und strategische Weiterentwicklung des Foodfestivals. Ich glaube, das sind zwei solche Projekte, die wir gemeinsam hier entwickeln können und die auch Hamburg gut zu Gesicht stehen. Und ja, mit der geplanten Bewerbung für die Olympischen Spiele haben wir eine historische Chance, Hamburg auch touristisch und international ganz neu zu positionieren, liebe Heike Sudmann. Nicht mit leeren Hülsen, sondern mit Haltung, mit Qualität und klarem Profil. Tourismus ist kein Nebenthema, es ist ein Chancenthema für die Weiterentwicklung und Stärkung der Lebensqualitäten unserer Stadt. Denn unsere Reise und auch meine als tourismuspolitischer Sprecher ist noch nicht zu Ende. Ich habe den Koffer noch nicht gepackt, aber euren Antrag nehme ich nicht mit.

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