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Antje Hebel

AfD 4:41 min Sitzungen 23/6

Sehr geehrtes Präsidium, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Hamburger, Olympia ist etwas Großartiges. Athleten aus aller Welt treffen sich zu sportlichen Wettkämpfen in einer unvergleichlichen Atmosphäre. Leistung und Dramatik pur mit Momenten, die niemanden kalt lassen. Athleten krönen nach vielen Jahren harter, entbehrungsreicher Arbeit ihre sportliche Karriere. Ein Traum geht für sie in Erfüllung. Das verdient einen würdigen Rahmen und darf nicht gefährdet werden, was in der Vergangenheit durch unfähige Politik oder Korruption in Verbänden dann leider öfters geschah oder zumindest einen Schatten über alles legte. Olympia kann für den Ausrichter im Bereich Stadtplanung, Wirtschaft oder für das Image der Stadt viele Vorteile bringen. Das ist das eine. Olympia erfolgreich zu planen und durchzuführen, das andere.Es ist organisatorisch, sicherheitstechnisch, kalkulatorisch eine Herkulesaufgabe. Es reicht nicht zu sagen, wir schaffen das. Man muss es auch können. Und was kann Hamburg diesbezüglich? Hamburg kann Einzelsportveranstaltungen wie die Sci-Classics solide durchführen, aber nicht ernsthaft als Empfehlung für die Organisation komplexer olympischer Spiele anführen. Dann schon eher die European Championship 2022. 4.700 Athleten aus 50 Nationen, die größte Sportveranstaltung Deutschlands nach den Olympischen Spielen 1972. Die wurde aber von München Top ausgerichtet, aber nicht von Hamburg. Ist etwa der G20-Gipfel 2017 eine Empfehlung? Der lief in puncto Sicherheit völlig aus dem Ruder, wobei hinterher weder der damalige Bürgermeister Scholz noch der Innensenator Grote irgendeine Verantwortung dafür übernehmen wollten.Ist die Errichtung von Bauprojekten im Zeit- und Kostenrahmen ein Markenzeichen der Stadt? Ein Versagen in der Hinsicht wäre eine Katastrophe für Stadt und Spiele. Hamburg wäre danach weltweites Sinnbild für den Niedergang einer ehemals führenden Industrienation. Wie war das denn mit der Elbphilharmonie? 2010 sollte Fertigstellung sein. Erst sieben Jahre später war es dann soweit. Wurde auch circa zehnmal so teuer. Wie ist das mit der maroden Kühlbahnbrücke? Verbunden mit der Unfähigkeit, Planungsverfahren zu beschleunigen.Ja, Wahrheit tut weh, ich weiß. Was sagen uns die oft unkoordinierten Baustellen in der gesamten Stadt, die hunderttausenden Menschen Millionen von Staustunden an Lebenszeit pro Monat stehlen? Oder schauen wir in die Hafencity, errichtet vom Reißbrett auf der grünen Wiese. Nach anerkannten Planungsrichtlinien müssten dort zwei große Sportplätze existieren. Es ist nicht mal einer da. Als ob das nicht schon versagen genug wäre, krampft man sich jetzt mit einem Kleinspielfeld ab. 75 mal 55 Meter, auf dem gerade noch 13-jährige Punktespiele austragen können. Es ist nach rund fünf Jahren Bauzeit immer noch nicht eröffnet. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Ein Kleinspielfeld. Sie können es einfach nicht. Trauen Sie sich aber Olympia zu. Das muss Größenwahn sein.Und noch ein sehr wichtiger Aspekt. Kann oder darf man sich ein solches XXL-Event erlauben, wenn die Tafeln in Hamburg immer einen größeren Zulauf wählen, die Essensmengen pro Mahlzeit deswegen reduziert werden? Wenn Rentner aufgefordert werden, länger zu arbeiten, statt ihren Ruhestand zu genießen? Wenn die Armutsquote in Hamburg laut dem Paritätischen Wohlstandsverband insbesondere bei Alleinerziehenden, Arbeitslosen, älteren Menschen stetig steigt? Wir haben einfach nicht die politischen Verantwortlichen, die diesen Aufgaben meistern können, müssen zum Wohle der Wirtschaft und Bevölkerung dringende Aufgaben im Bereich der Infrastruktur bewältigen, haben genug mit der Lösung unserer sozialen Probleme zu tun und weder Zeit noch Geld für ein gigantisches Sportfest und Milliardengeschäft.Nach Kenntnisnahme der vorgestellten Planung der aktuellen wirtschaftlichen Lage, Bedenken hinsichtlich der unzureichenden Kompetenz auf politischer Ebene, gepaart mit dem Aspekt der Sicherheit, lehnt die AfD-Fraktion die Austragung der Olympischen Sommerspiele in Hamburg ab.

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