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David Erkalp

CDU 5:18 min Sitzungen 23/6

Sehr geehrter Herr Präsident, meine Damen und Herren, Hamburg nennt sich stolz das Tor zur Welt. Doch wer heute an diesem Tor rüttelt, merkt, das Schloss klemmt und der Schlüssel liegt nicht unter einer Fußmatte. Nein, er steckt seit Jahren unbeachtet in der Tasche von Rot-Grün. Während europäische Konkurrenten wie Kopenhagen, Amsterdam, aber auch München ihre Türen weit aufstoßen, begnügt sich Hamburg mit einem schmalen Spalt. Die Folge ist messbar. Rund 16 Millionen Übernachtungen hatte Hamburg im vergangenen Jahr. Und sie wirken auch beachtlich. Doch nur jede fünfte entfiel hier auf Gäste aus dem Ausland. In Kopenhagen waren es fast zwei Drittel. Dort wächst die Wertschöpfung. Hier verschenken wir Chancen. Chancen auf Umsätze, Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und weltweite Sichtbarkeit. Dieses Defizit ist kein Naturgesetz, meine Damen und Herren. Es resultiert aus politischen Entscheidungen oder genauer aus dem Fehlen eben solcher. Rot-Grün verwaltet den Status quo. Als reicht ein Logo für das Hafenpanorama, um globale Reisende zu überzeugen. Man spricht von Tourismusstrategie 2030, liefert aber eine lose Blättersammlung, in der klare Zielmärkte, verbindliche Kennzahlen und Ressortabstimmungen auch noch fehlen. Man feiert neue Verbindungen nach Oslo, ignoriert aber, dass Direktflüge nach New York, Los Angeles oder Shanghai schon längst nach München oder Kopenhagen abgewandert sind. Und man erhebt eine...Kulturtag sind die Stadt in internationale Leuchtturm-Events, in einer Menge von Kleinstprojekten versickert. Alles auch gut gemeint, dagegen ist nichts, aber gut gemeint ist eben oft das Gegenteil auch von gut gemacht. Dabei besitzt Hamburg doch ein gewaltiges Potenzial. Wir haben mit der vom CDU angeregten Elbphilharmonie einen Konzertsaal von Weltrang, mit der Speicherstadt ein UNESCO-Erbe, die Alster mitten in der City, ein maritimes Flair, das keine zweite Stadt bietet und eine Hafenwirtschaft, die schon immer global gedacht hat. Doch Potenzial ohne Strategie bleibt geronnene Möglichkeit, meine Damen und Herren. Wer in Zeiten rasanten Städtetourismus Erfolge erzielen möchte, braucht drei Dinge. Einmal klare Zielgruppen, eine komfortable Erreichbarkeit der Stadt und als letztes ein digitales Schaufenster, das die Welt versteht. Genau hier setzt eben auch unser Antrag an. Wir fordern keine Luxus-Extravaganzen, sondern ökonomische Hausmannskosten. Erstens. Eine ressortübergreifende Internationalisierungsstrategie mit eindeutigen Märkten wie USA, China oder aber auch die Golfstaaten. Zweitens eine Offensive für interkontinentale Direktflüge als schlichtes Muss für diese Stadt, die sich eben Tor zur Welt nennt. Drittens eine Bündelung der Kulturtaxe auf internationale Leuchtkraft, statt sie im Klein-Klein zu zerreden.Und viertens schließlich... Und viertens schließlich eine mehrsprachige, vollwertige Plattform Visit Hamburg International, auf der man vom Konzertticket bis zum HVV-Tagesticket alles buchen kann. Und zwar auf Mandarin, auf Arabisch, auf Spanisch, gerne auch noch andere Sprachen, aber eben nicht nur auf Englisch und Deutsch, meine Damen und Herren. Rot-Grün wirft uns auch gerne vor, wir betrieben... Zahlenspielerei. Doch wer die internationalen Gästeanteile ignoriert, ignoriert harte Wirtschaftsfakten. Ein ausländischer Tourist lässt deutlich mehr Geld in der Stadt eben auch als ein Deutscher. Mehr internationale Besucher bedeuten automatisch sichere Arbeitsplätze vom Hotelbett. Über die Musicalbühne bis hin zum Bäcker von mir aus in der HafenCity. Sie bedeuten eben zusätzliche Gewerbesteuern, meine Damen und Herren, mehr Investitionen und nicht zuletzt auch ein Kulturleben, das vom globalen Austausch auch lebt. Der Senat beteuert seine Weltoffenheit, verwechselt sie aber mit gemütlicher Selbstzufriedenheit. Weltoffen ist man nicht, weil man auf Plakate druckt, sondern weil die Welt tatsächlich vorbeikommt. Weltoffen ist, wer für New Yorker zum Beispiel leicht erreichbar ist, für Santiago digital auffindbar und für Shanghai spannend erzählt wird. Davon sind wir derzeit jedoch weit entfernt. Darum sage ich klar, es reicht nicht zu träumen, man müsse handeln. Es reicht auch nicht, Hamburg auf Hochglanzbroschüre zu machen.zu loben, man muss Reisende real hier in die Stadt holen. Es reicht auch nicht, die Kulturtaxe als Erfolg zu feiern, wenn man damit keine Ergebnisse finanziert, die internationale Nachrichtensendungen erreichen. Unser Antrag liefert aber genau diesen Fahrplan, wie dieses Tor zur Welt endlich wieder leichtgängig schwingt, meine Damen und Herren. Wer zustimmt, wählt hier heute Zukunftsgestaltung. Wer ihn ablehnt, entscheidet sich für Stillstand und wirtschaftliche Selbstbeschränkung. Für die CDU ist klar, Hamburg kann mehr, Hamburg muss mehr, Hamburg wird mehr. Wenn wir die Ärmel hochkrempeln und den Schlüssel hervorheben und das Tor endgültig hier heute entriegeln. Stimmen Sie unserem Antrag zu. Wir würden uns freuen. Ich danke Ihnen.

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