Heike Sudmann
Liebe Hamburgerinnen, liebe Hamburger, liebe Abgeordnete, ein kategorisches Ja der Fraktion Die Linke und der Partei Die Linke für die 500.000 Sporttreibenden hier in Hamburg in Vereinen dafür, dass sie endlich auch bessere Bedingungen haben. Denn die wollen nicht nur zugucken, die wollen selbst Sport treiben. Und was stellen wir fest? Wir haben hunderte Kinder auf Wartelisten, die Fußball spielen wollen, die bisher keine Chance hatten, einen Sportplatz zu bekommen. Wir haben zu wenig Sportteilen. Sie wollen doch nicht ernsthaft bis 2040 oder sogar 2044 warten, um das Angebot zu verbessern. Das kann nicht Ihr Ziel sein.Und Sie hören von uns auch ein kategorisches Ja. Ein Ja dazu, dass Hamburg endlich eine leistbare Stadt für alle Menschen werden soll, auch für die Menschen, die wenig Geld haben. Was Sie vorhaben, ist ganz anders. Deswegen ein kategorisches Ja zu den Fakten. Und ich werde mal einige Fakten aufzählen. Es ist immer wieder erstaunlich, dass Sie völlig ignorieren, welche Erfahrungen es zu Olympia und vor allen Dingen zu den Olympiastädten gibt. Gucken Sie einmal nach London. In London sind schon im Vorwege der Olympischen Spiele die Mieten angestiegen. Mit den Spielen und nach den Spielen sind die Mieten teilweise um 100 Prozent angestiegen. Und jetzt kommen Sie mir nicht mit Ihrer Mietpreisbremse oder anderen Sachen. Das wird alles nicht helfen. Sie wollen sehenden Auges nichts dafür tun, dass Hamburg leistbar ist für alle. Und wenn Sie versprechen, mit Olympia gibt es ein besseres Leben, Frau Fegebank hat es gesagt, Herr Grote hat es gesagt, da frage ich mich immer, von wem reden Sie eigentlich? In Hamburg wären sehr viele Menschen froh, wenn sie sich endlich ein gutes Leben leisten können. Die reden noch lange nicht über ein besseres Leben.Und Herr Schemmel, Sie haben doch mitbekommen, das IOC arbeitet seit Jahren an Reformen. Sie haben sicherlich auch mitbekommen, dass Korruption auch in Paris weiterhin auf der Tagesordnung war. Danke, dass Sie nicken. Also auch das, wir sehen keine Veränderung. Das IOC ist und bleibt ein Problem. Es geht beim IOC nicht vorrangig um Sport. Es geht darum, wie Sie die meisten Einnahmen finanzieren können. Und kommen wir zu den Finanzen. Ich finde das schon toll, dass Frau Timmermann sagt, ja, das klären wir alles später. Wir haben ja in der letzten Sekunde quasi vor dem Referendum damals den Finanzreport der Senatskanzlei gesehen. 2015 hieß es, naja, wir haben noch nicht alle Fakten, aber wir gehen mal davon ungefähr 11,2 Milliarden Euro aus. Sie hatten keinerlei Zusagen vom Bund. Sie haben heute auch noch keinerlei Zusagen, welche Kosten der Bund übernimmt. Aber Sie sind bereit, jeden Blankoscheck auszustellen, denn die Hamburgerinnen und Hamburger müssen das ja bezahlen. Das ist keine gute Politik, das ist einfach ein Armutszeugnis.Und meine letzten zehn Sekunden nutze ich nochmal für ein anderes Armutszeugnis. Sie wollen doch nicht allen Ernstes, wo Sie bis heute noch nicht mal die dritte Schulsportstunde haben, jetzt sagen, aber wenn Olympia kommt, haben wir fünf Stunden für die Kinder und Kinderinnen im Schulsport. Das ist genauso armselig, wie dass Sie sagen, erst mit Olympia sind alle Kinder, die aus der Grundschule kommen, schwimmfähig. Die müssen jetzt schwimmfähig werden und müssen viel mehr tun. Ich warte. Frau Timmermann mit einer Zwischenbemerkung oder Zwischenfrage, die Frau Suttmann gestattet. Sehr gerne. Ich würde gerne einmal wissen, wo diese fünf Stunden herkommen. Denn es ist in alles, was man durchliest und alles im Konzept, was man sieht, wird nirgends wo von fünf Schulstunden gesprochen. Und deswegen finde ich, ist es eine Frechheit, hier so etwas zu behaupten, was weder vom Senator noch von der zweiten Bürgermeisterin noch vom Staatsrat noch in den schriftlichen bisher vorkommenden Vorkonzeptionen. Wir sind in der Phase dessen, dass es erste konzeptionelle Schritte sind. Insoweit, woher soll es eine Finanzplanung geben, die jetzt schon seriös sein kann? Aber wo steht da bitte was von fünf Schulstunden Sport? Das ist eine Unwahrheit, die Sie dort verbreiten, und das finde ich nicht in Ordnung.Liebe Frau Timmermann, liebe anderen, bitte gucken Sie zum einen in die Pressemitteilung und hören Sie nochmal genau zu, was ich gerade gesagt habe. Darf ich nochmal ausreden? Da steht drinnen, Herr Kienzschäf, Sie können noch so laut blubbern, da steht drinnen drei Stunden Schulsport. Und ich sagte gerade, Sie haben es bis heute nicht geschafft, die dritte Schulsportstunde überall verlässlich zu machen. Und da steht drinnen, das habe ich auch gerade gesagt, Sie wollen insgesamt fünf Stunden Sport für die Kinder anbieten. Ich habe nicht gesagt als Schulsport, ich habe gesagt fünf Stunden. Aber es ist ja schön, dass Sie jetzt schon versuchen, da zurückzurudern. Das zeigt doch genau, dass Sie gar nicht den Ehrgeiz haben. Also nochmal. Drei bei mir mit meiner Schulbildung, mit meiner Schulbildung sind drei und zwei fünf. Ich hoffe auch bei Ihnen insofern wieder ein gebrochenes Versprechen. Und ich freue mich sehr auf das Referendum. Es war der schönste Tag meines politischen Lebens, als Frau Fegebank und Herr Scholz und Herr Hörmann hier im Rathaus standen und sagen mussten, wir haben das Referendum verloren. Und ich sage, ja, die Hamburgerinnen sind schlau genug, dafür, dass sie wieder verlieren werden. Vielen Dank.
