Liebe Hamburgerinnen, liebe Hamburger, wir haben ja gerade gehört, dieser Koalitionsvertrag ist ein Weiter-so, er ist sogar nicht nur ein Weiter-so, sondern es ist sogar ein Besser-so. Dann gucken wir doch mal, was Sie in den letzten zehn Jahren erreicht haben. Das will ich in ein paar Stichworten zusammenfassen. Die Reichen sind reicher geworden. Die Rechten sind rechter geworden. Die Mieten sind höher geworden. Viele Menschen sind ärmer geworden. Der Hafen ist privater geworden und das Klima ist heißer geworden. Das ist kein Erfolg, das ist etwas, was sich ändern muss.Seit zehn Jahren haben wir eine rot-grüne Regierung, haben wir rot-grüne Senatoren und Senatoren. In diesem Koalitionsvertrag sind fast 100 Prüfaufträge, sind wahnsinnig viele Formulierungen, die vage sind, die sagen, vielleicht, man könnte, man sollte und so weiter. Ich frage mich, was machen Sie eigentlich beruflich? Wenn Sie nicht klar sagen können, wo Sie hinwollen, nach zehn Jahren Regierung, wissen Sie nicht, wie Sie die Felder vorantreiben wollen. Das ist ein leichtes Armutszeugnis.Und ich werde gleich weiter ausführen und werde Ihnen zeigen, warum Sie mit alten Rezepten nicht die alten Probleme bekämpfen können. Und wenn der beste Bürgermeister, Herr Bürgermeister, wenn Sie sagen, es ist nicht gut, jedes Jahr die Richtung zu wechseln. Ich finde, nach zehn Jahren können Sie mal da die Richtung wechseln, wo Sie völlig erfolglos waren. Sie erklären in Ihrem Koalitionsvertrag in der Präambel sehr weit vorne, alle sollen sich das Leben in Hamburg auch leisten können. Dann gucken wir doch mal, wie das ist. Ich fange mit dem Thema Miete an. Das haben Sie ja, Herr Bürgermeister, die Mietenpolitik haben Sie ja komplett ausgespart in Ihrer Rede. Ich weiß auch warum. Drei Viertel der Hamburger Haushalte sind Mieterhaushalte, Mieterinnenhaushalte. Diese drei Viertel wurden bisher immer damit beruhigt, Leute, bauen, bauen, bauen und den Drittenmix machen. Das wird dazu beitragen, dass die Mietenexplosion nicht nur gestoppt wird, die Mieten werden vielleicht sogar runtergehen. Das Ergebnis Ihrer Behörde für die letzten fünf Jahre, die gerade ein Gutachten gemacht hat, sagt, in den letzten fünf Jahren, in den Jahren von 2018 bis 2023, sind die Mieten um 25 Prozent gestiegen. Fünf Jahre 25 Prozent Anstieg. Kein Gehalt steigt so. Selbst die Inflation war nicht so hoch. Das ist eine extreme Belastung für die Mieter und Mieterinnen. Das ist kein Erfolg.Und das liegt auch daran, dass der Drittelmix, an dem Sie ja weiter festhalten, dass der Drittelmix eben heißt, es werden mindestens zwei Drittel teure Wohnungen gebaut. Und diese teuren Wohnungen treiben natürlich die Mieten weiter in die Höhe. Und dann gucken wir uns den Drittelmix mal genauer an. Dies Gutachten, was die Stadtentwicklungsbehörde ganz frisch gemacht hat, weil sie was machen muss gegen Miethucher. In diesem Gutachten heißt es, die größte Not haben die Haushalte, die so wenig Einkommen haben, dass sie sich eine Wohnung im ersten Förderweg leisten könnten. Sprich, sie hätten Anspruch auf Wohnungen, die 7,25 Euro kosten. Genau diese Wohnungen gibt es kaum noch. Und was machen Sie? Sie kennen dieses Gutachten. Sie verhandeln über eine neue Koalition. Was machen Sie? Sie sagen, wir bleiben dabei, den ersten Förderweg erhöhen wir nicht, wir machen noch einen dritten Förderweg, aber wir schaffen nicht mehr Wohnungen für die, die es am nötigsten haben. Das ist unsoziale Politik.Jahrelang haben wir uns hier anhören müssen, wenn wir gesagt haben, Leute, die Miete steigt so doll, das Leben in Hamburg wird immer teurer. Da haben wir immer gehört, es gibt aber kein Recht auf Wohnen in der Schanze. Da darf es also teurer werden. Aber jetzt gucken Sie mal in das Gutachten. Das Gutachten zeigt Ihnen, dass in den Stadtteilen, wo bisher die Mieten relativ niedrig waren, die Mieten enorm gestiegen sind. In Harburg, in Wilhelmsbrück, in Lurup-Ostorf sind sie um 54 Prozent gestiegen. In Lübruck liegen wir bei 13 Euro. Das heißt mittlerweile, es gibt auch kein Recht mehr, in Hamburg zu wohnen. Das kann doch nicht Ihre Politik sein.Und wie oft haben Sie sich hier in der Bürgerschaft geriert? Wir, der Senat, wir sind der Musterschüler Deutschlands. Wir bauen am meisten Sozialwohnungen, wir machen alles toll. Ich würde sagen, dieser Musterschüler hat eine arg gefährdete Versetzung. Und Sie brauchen kein Elterngespräch, Sie brauchen ein Gespräch mit den Mieter und Mieterinnen, damit die Ihnen mal sagen, was sie besser machen können und müssen. Und wenn ich jetzt höre, Frau Imhoff hat es, glaube ich, gesagt, Sie würden jetzt intensiv gegen den Miethucher vorgehen. Wir haben Sie zum Jagen getragen. Ich bin unserer linken Bundestagsgruppe so dankbar, dass die die Miethucher-App überhaupt erfunden hat. Dadurch haben Sie mal gemerkt, was in Hamburg los ist, nachdem mehrere hundert Mieterinnen gemeldet haben bei den Bezirksämtern, es gibt Probleme. Haben Sie kurz vor der Wahl einen Mietenmelder scharf geschaltet. Das finde ich gut. Aber Sie haben bis heute weder Personal aufgestockt, noch bieten Sie überhaupt eine Beratung der Mieter und Mieter an. Sie haben bis heute kein einziges Verfahren vorangebracht. Sie sind da wirklich langsam. Und ich finde, das geht überhaupt nicht. Sie müssen den Miethucher hart bekämpfen, weil das schreckt auch die ganzen schwarzen Schafe ab, die ihre hohen Mieten verlangen. Also tun Sie da was.Und Herr Bürgermeister, in jeder Regierungserklärung von Ihnen haben wir als Linke gesagt, Es kann nicht sein, dass Sie sich zur Sozialpolitik nicht äußern. Das ist Ihr blinder Fleck. Sie haben in Ihrer Rede eben nicht einmal über Sozialpolitik gesprochen. Das Einzige, was Sozial hatte, war die Sozialarbeit an Schulen. Wieso ist für Sie die Sozialpolitik, die für so viele Menschen in Hamburg wichtig ist, gar kein Thema? Ich kann es nicht verstehen und ich werde es nie akzeptieren.Und ich bin damit nicht alleine. Die Sozialverbände sagen auch, viel Absichtserklärung in dem Koalitionsvertrag, viel zu wenig ist konkret. Wenn es um Hauptbahnhof geht, da sind sie immer sehr aktiv, da sagen die Sozialverbände, wow, diese Vermischung von Sozial- und Ordnungspolitik, das ist nicht gut. Der Paritätische sagt sogar, die polizeilichen Maßnahmen sind der falsche Hebel. Ich meine, wer muss Ihnen das dann noch sagen? Der Paritätische ist es Ihre SPD-Genosse, die den führt. Sie machen so, als wenn Sie Ihre Welt alleine gestalten. Das ist doch unglaublich.Und Sie führen jetzt auch noch einen neuen Begriff ein in die Sozialpolitik, im Koalitionsvertrag. Stadtverträglich. Bisher kannte ich den Begriff stadtverträglich, wenn es darum ging, um Fluglärm und Verkehrslärm. Jetzt haben Sie den Begriff stadtverträglich. Und zwar sagen Sie, alle Angebote der Obdachlosen, Drogen und Suchthilfe müssen stadtverträglich sein. Das heißt, nicht mehr die Menschen stehen im Mittelpunkt, es stehen nicht mehr die Hilfebedürftigen im Mittelpunkt. Es geht erst einmal darum, ist das stadtverträglich. Sie versuchen ja schon, die AfD hat ja schon mal rumgemoppelt, dass sie einen Zaun ums Drop-In ziehen, einen Sichtschutz. Das kann doch nicht sein, dass die Stadtverträglichkeit der Maßstab ist. Und das kritisieren übrigens auch die Sozialverbände, Frau Timmermann, und nicht nur ich. Und Sie kritisieren das zu Recht.Aus den Augen, aus dem Sinn hat noch nie geholfen. Und ich weiß es, es geht mir doch genauso. Es ist elendig, Menschen zu sehen, die auf der Straße leben müssen. Und ich fühle mich hilflos, Sie fühlen sich hilflos. Aber es hilft doch nicht, wenn man dann sagt, wir wollen aber erst mal gucken, ob es Stadtverträge gibt, wir suchen irgendwelche Orte, wo Sie niemanden stören. Nein, das hilft nicht. Wir müssen viel mehr tun, auch gerade gegen Obdachlosigkeit. Und Sie haben es geschafft im Koalitionsvertrag. Wo steht da eigentlich, dass Sie die Obdachlosigkeit bis 2030 beenden wollen? Das haben Sie jahrelang gesagt. Diese kleinen vier Zahlen haben Sie auch gestrichen. Selbst das gilt schon nicht mehr. Und Sie haben übrigens 2020 im alten Koalitionsvertrag gesagt, Sie wollen die Fachstelle für Wohnungsnotfälle neu strukturieren. Es soll mehr Personal hin. Was lesen wir im Koalitionsvertrag 2025? So weit sind Sie noch nicht. Das schaffen Sie auch nicht. Im aktuellen Koalitionsvertrag steht genau wie 2020, wir wollen die Fachstelle für Wohnungsnotfälle neu strukturieren, wir wollen mehr Personal. Warum haben Sie das nicht gemacht? Worauf warten Sie?Und was Sie auch nicht erwähnen, ich ahne schon fast vor, ist das Thema Wohngeld. Wie oft haben wir es hier anhören müssen, wie toll Sie jetzt sind, dass Sie die Wohngeldreform auf den Weg bringen, dass mehr Haushalte Ansprüche haben. Sie reden da nicht gerne drüber, auch nicht im Koalitionsvertrag, weil Sie schon wieder Wartezeiten haben, die zurzeit bei vier Monaten liegen. Die Menschen brauchen das Wohngeld, um die Miete zu zahlen können. Ihre Vermieterinnen und Vermieter warten nicht vier Monate, bis sie das bewilligen. Die müssen jetzt die Miete zahlen. Und Sie sagen, es ist halt so, oder Sie sagen ja gar nichts dazu, muss ich eher feststellen. Und das ist eigentlich die geniale Überleitung zum Thema Personal. Also wenn ich Sie reden höre, merke ich Digitalisierung. Digitalisierung ist irgendwie das Wundermittel. Früher war es immer Bürokratieabbau und konsequente Aufgabenkritik. Jetzt haben Sie es noch einmal erweitert. Jetzt haben Sie den Dreiklang Digitalisierung, Bürokratieabbau, Aufgabenkritik. Sie reden aber nicht davon, was die Menschen, die im öffentlichen Dienst arbeiten, alles leisten. Sie reden nicht von den Belastungen. Sie haben es eben so, ich glaube, im Koalitionsvertrag in einem Nebensatz irgendwie gesagt, dass auch die Bezirke entlastet werden sollen. Wir waren, Herr Dressel und noch zwei andere, waren, genau, Herr Grutzeck und ich habe vergessen, wer es noch war. Frau Galina, genau. Wir waren auf der Verdi-Stadtversammlung. Ich weiß nicht, was Sie mitgenommen haben. Wir haben solche eindringlichen Schilderungen gehört von den Menschen, die im öffentlichen Dienst arbeiten, von den Belastungen, von dem Herzblut, mit dem sie ihre Tätigkeit nachgehen. Sie haben genauso...so begeistert geguckt wie jetzt, ich merke das. Es scheint Ihnen echt nicht so wichtig zu sein. Die haben uns gesagt, wie das ist, wenn Sie zum Beispiel ein Kinderschutzhaus als eine Person sieben Kinder betreuen müssen, ein Kind verunglückt. Was mache ich dann? Ich kann die anderen nicht alleine lassen. Die haben uns erzählt, wie das ist, wenn Sie im Amt für soziale Dienste entscheiden müssen. Ich habe hier zwei problematische Fälle. Der eine Fall scheint eher jetzt sofort Hilfe zu brauchen, aber der andere Fall, wenn ich da nicht hingehe, dann wird das Kind irgendwann absacken. Das haben wir alles gehört. Und ich finde es nicht wieder, ich finde nicht wieder, dass Sie sagen, wir schaffen eine hamburgweite Zulage für alle Beschäftigten, damit wir mehr Personal gewinnen und das Personal nicht abwandert. Wo ist das? Lehrstelle bei Ihnen. Sie sagen, Sie wollen in den Bezirken die Zulage schaffen, aber auch nicht für alle Tätigkeiten. Das ist auch eine Leerstelle. Da muss viel mehr passieren. Und Sie sind bei dem Vertrag über die Möglichkeit zur Alterszeit, sind Sie sowas von dickbeinig, sage ich jetzt mal. Da kommen Sie auch nicht voran. Sie versprechen uns ja im Koalitionsvertrag die Stadt der guten Arbeit. Ich finde, das ist ganz schön hohl. Haben wir einen Landesmindestlohn, den Sie machen? Nein, haben wir nicht. Haben Sie eigentlich mal ein Tariftreuegesetz gemacht? Nein, Sie gucken ganz treuherzig. Herr Tschentscher hat es ja noch einmal beim Gewerkschaftsempfang gesagt. Nach Berlin, die sollen doch erstmal was machen, dann können wir auch in Hamburg gucken. Sie müssen nicht warten. Das Saarland, Thüringen, die haben diese Gesetze schon. Machen Sie das endlich. Wir wollen eine Tarifbindung haben für alle Betriebe. Wir liegen gerade bei 45 Prozent für ganz Hamburg. Das kann doch nicht ernst sein.dass sie das akzeptieren. Und auch zur Stadt der guten Arbeit gehört auch der Arbeitsschutz. Und wir haben bei der Westfield-Baustelle gesehen, dass im Arbeitsschutz ganz viel im Argen ist. Da brauchen Sie wesentlich mehr Personal, da müssen Sie wesentlich mehr tun, damit die Menschen, die hier arbeiten, auch sicher arbeiten können. Und Ihnen scheint ja auch das Thema Arbeit auch nicht in allen Bereichen so am Herzen zu liegen. Wir haben das ja lang und breit diskutiert. Die Hafenarbeiter konfrontieren damit, dass sie sagen, wir privatisieren, wir verkaufen jetzt mal ein MEC. Und mit so Schein-Zeugel-Geschichten sagen die Hafenarbeiter, die haben uns doch lange geschützt. Das ist ehrlich gesagt Quatsch und auch das ist keine Stadt der guten Arbeit. Und zur Stadt der guten Arbeit gehören auch die ganzen vielen kleinen Betriebe, über die wir eigentlich hier ganz, ganz selten reden. Haben Sie sich mal jemals überlegt, Sie sitzen doch in Berlin an der Regierung, wie wäre es denn mal mit einem Mietendeckel für die Gewerbemieten? Wie viele kleine Gewerbetreibende, wie viele Kulturschaffende können ihre Mieten nicht mehr zahlen, weil die Mieten extrem explodieren? Das sollten Sie mal endlich umsetzen. Aber nein, das ist vielleicht zu wenig, zu kleine...Und die Stadt der guten Arbeit könnte man wunderbar ergänzen mit der Stadt der guten Gesundheit. Sie sagen irgendwie, die Pflege ist Ihnen wichtig. Wenn ich mir angucke, jetzt soll auf die Stellungnahme der Diakonie, die sagt, Pflege kommt zwar vor, aber konkrete Maßnahmen fehlen auch im Pflegebereich. Auch da machen Sie zu wenig. Und hatte nicht die SPD sogar im Wahlprogramm stehen, aus Bayern abgeguckt, in diesem Fall war es aber gut, wir wollen ein Landespflegegeld zahlen, einmalig 1.000 Euro im Jahr. Wo ist das abgeblieben? Auch das fehlt. Das hätten Sie endlich mal in den Koalitionsvertrag schreiben sollen.Und ich finde, Herr Kienzschäf, Sie wollen doch nicht sagen, dass Ihr Wahlprogramm nicht richtig war. Wenn Sie jetzt dazwischenrufen, müssen wir es auf Bundesebene diskutieren. Das kann doch nicht Ihr Ernst sein. Warum haben Sie denn ein Wahlprogramm reingeschrieben? Okay, lassen wir es stecken. Aber die Stadt der guten Gesundheit. Die Stadt der guten Gesundheit kann doch nicht da sein, kann doch nicht hier, kann nicht existent sein, wenn ich sehe, dass es in Hamburg immer noch so ist, dass Menschen mit weniger Einkommen bis zu zehn Jahre früher sterben als Menschen mit viel Einkommen in reicheren Stadtteilen. Das darf nie hingenommen werden.Wir fordern schon lange städtische Gesundheitszentren, wo Fachärzte, Hausärztinnen sind, wo die Menschen sich gerade in den unterversorgten Stadtteilen hinwenden können. Wir haben gesehen, dass Sie so eine ähnliche Formel im Koalitionsvertrag haben. Aber Sie setzen da mehr auf Beratung, Sie setzen nicht so sehr auf die medizinische Versorgung. Das ist definitiv zu wenig, da müssen Sie mehr machen. Ich darf klatschen. Oder vielleicht glauben meine Kolleginnen ja auch nicht daran, dass sie mehr machen. Das kann ich wiederum auch verstehen. Das ist schon okay. Gut, kommen wir zum Thema Schule und Bildung. Das ist sehr schön, wie Sie uns jetzt dargestellt haben, was Sie alles im Schulbau machen und was da passiert. Und Sie sagen, wir haben jetzt die exzellentesten Schulabschlüsse. Aber ich finde, Sie entlarven sich selbst. Der schönste Satz, den ich in dem Koalitionsvertrag gefunden habe, war der, dass Hamburg die Chance hat, die klügsten Menschen anzuziehen. Dann denke ich, wow, ich wollte nicht lieber die klügsten Menschen heranziehen. Es geht doch darum, die Hamburger und Hamburgerinnen klug zu machen. Und das klappt ja überhaupt nicht, wenn ich mir angucke. Sie sind nicht bereit, die Schulstruktur noch einmal anzugehen. Sie sagen, wir bewahren den Schulfrieden. Sie bewahren weiterhin die nicht gleichen Chancen für Menschen, die weniger Einkommen haben. Es ist heute in Hamburg noch immer so, dass Kinder, die aus Haushalten kommen, mit weniger Geld, weniger Bildungschancen haben. Und das darf kein...Ich akzeptiere auch keine SPD- und grünregierte Stadt. Jetzt kommen wir doch mal zum Thema Stadtentwicklung. 3,8 Milliarden. Wie kann es dann sein, dass die Kinder immer noch nicht die gleichen Chancen haben? Ich rede im Gegensatz zu Ihnen und auch im Gegensatz zu mir. Meine Fraktion hat mit sehr vielen Lehrern und Lehrerinnen und Schülern gesprochen und hat genau das bestätigt bekommen, was ich gerade gesagt habe. Aber ich merke, es empört Sie. Also scheint es ja richtig zu sein.Das nächste Themenfeld, Stadtentwicklung. Ihre Stadtentwicklung, die großen Projekte sind ja weiterhin so, dass Sie sagen, die Investoren dürfen bei uns entscheiden. Beim Holsten-Areal sagt der Kien-Chef, oder es liegt am Kulturschutzvertrag, also wenn jetzt ein vernünftiger Investor kommt, bekommt er das Gelände, da werden wir kein Vorkaufsrecht vielleicht ausüben. Obwohl dieser ganze Bebauungsplan, der Gott sei Dank noch nicht fertig ist, aber in letzten Zügen liegt, wirklich zu einer ganz, ganz schlechten Quartiersbildung führt, der viel zu dicht ist, aber interessiert Sie nicht. Bei der Oper erlauben Sie Herrn Kühne, dass er sagt, genau da will ich die Oper hin haben, indem er das Geld gibt. Sie reden nicht mehr darüber, was kommt eigentlich an den prominentesten Ort in der HafenCity. Das entscheidet Herr Kühne. Beim Elbtower, das war ja richtig niedlich, Herr Bürgermeister, als Sie gesagt haben, da gibt es aber keine öffentlichen Gelder. Das Risiko liegt alleine beim Investor. Aber wenn das klappt mit dem Naturkundemuseum, dann gehen wir da rein. Das ist doch genau das Risiko, dass er das nicht vermietet kriegt. Und genau das Risiko wollen Sie übernehmen. Das ist für mich keine sozial gerechte Stadtentwicklung.Aber wir haben ja heute wieder gehört, was das Zaubermittel der Stadtentwicklung ist. Nicht nur bei Rot-Grün, sondern auch bei der CDU. Das Zaubermittel heißt, olympische Spiele nach Hamburg holen. Ehrlich gesagt frage ich mich, ob Sie alle nicht lernfähig sind. Diese Mythen, die Sie schon damals gebildet haben und gesagt haben, mit Olympia wird alles besser. Die Olympischen Spiele sind nicht gekommen. Und wenn ich Sie richtig verstanden habe, sagen Sie, dass nach 2015 unter Ihrer Regierung alles toll war. Ja, also haben Sie doch die Olympischen Spiele gar nicht gebraucht. Aber Sie wollen sie weiter haben. Sie sind bereit, Schuldenbremse, alles zu umgehen. Sie sind bereit, die hohen Kosten, die auf Hamburg zukommen werden, zu akzeptieren. Sie wissen ganz genau, zum Beispiel in London, da haben Sie auch sehr schön gerechnet. In London gibt es ein Budget, wo es dann heißt, oh, da haben wir einen Gewinn gemacht als Stadt. Leider wurde nicht über das Budget geredet, wo die 13 Milliarden Euro Kosten für die Stadt drin waren. Und das wird in Hamburg genauso sein. Aber anders als der Bürgermeister gehe ich davon aus, die Hamburgerinnen und Hamburger sind so klug, die werden das Referendum wieder ablehnen. Das ist sehr gut so.Und ich finde es ja immer wieder beruhigend, wenn wir in unserer Kritik an bestimmten, das ist ja unsere Aufgabe als Opposition, mal kurz für alle Zuhörenden, in der Hamburger Verfassung steht, die Opposition hat die Aufgabe, Kritik am Regierungshandeln zu üben und hat auch die Aufgabe, die Alternativen darzustellen. Und ich bin dann, ja, ich brauche nur einmal Straßenbahn sagen, schon ist es vorbei, dass ihr sagt, ja, ich will was hören.Aber zum Beispiel im Bereich Umwelt, wo ich anders als Herr Thering denke, es ist sehr gut, wenn die zweite Bürgermeisterin sich auch um Umwelt kümmert, aber das ist ja etwas anderes. Aber im Bereich Umwelt sagt der Naturschutzbund, aus ökologischer Sicht ist der Koalitionsvertrag enttäuschend. Das sollte Ihnen echt zu denken geben. Auch der BUND ist nicht überall begeistert. Also es gibt da Kritik. Und bei den Grünen frage ich mich, in dem Wahlprogramm der Grünen stand drin, wir wollen den wilden Wald erhalten. Ist vorbei. Da sagen sie, es soll sogar noch schneller gebaut werden. Da stand drin, wir wollen die A26 Ost verhindern. Die kommt jetzt auch. Also ich glaube, dass die Wähler und Wählerinnen, die Sie deswegen gewählt haben, komplett enttäuscht wurden. Und sie wurden leider, leider enttäuscht. Mein Kollege Jersch wird Ihnen noch einiges zum Thema Umwelt und Klima erzählen. Ich komme zum Thema Verkehr. Und Herr Bürgermeister, da muss ich Sie wirklich noch einmal zitieren. Herr Bürgermeister, Sie sagten ja, Sie wollen keine Konzepte der Vergangenheit übernehmen. Das war jetzt nicht auf Verkehr bezogen, aber ich vertrage das mal auf den Verkehr. Konzepte der Vergangenheit sind zum Beispiel, ganz, ganz, ganz, ganz viele Parkplätze zu schaffen, damit ganz, ganz viele Autos auf weiter einen Parkplatz kriegen. Das ist wirklich altbacken. Altbackener geht es gar nicht. Und die Grünen? Die Grünen haben da eben auch sogar noch geklatscht. Ich denke, es sagt immer, die Grünen seien die Partei der Mobilitätswende, die dafür dasteht, dass es wesentlich weniger Autoverkehr gibt.Das war ein Mythos, das weiß ich nicht, aber es steht immer da. Dann gucke ich mir den Koalitionsvertrag an und muss feststellen, anders als noch vor fünf Jahren, haben Sie nämlich doch die Richtung gewechselt, Herr Bürgermeister, vor fünf Jahren stand dann noch, Priorität hat die Förderung des Umweltverbundes, Priorität gegenüber dem Autoverkehr, also sprich Bus, Bahn, Fuß, Rad. Und jetzt? Jetzt sagen Sie quasi, Hand in Hand soll der Umweltverbund und die Mobilität mit dem Auto entwickelt werden. Leute, das ist ein echter Rückschritt, das geht überhaupt nicht.Und dass Sie den Verbindungsbahn-Entlastungstunnel nicht erwähnen, im Vertrag kann ich es vielleicht verstehen. Ich finde ihn ja richtig schlecht, er muss komplett weg. Aber da hängen etliche Planungen bei Ihnen dran. Da hängt die U5 dran, da hängt unter anderem der Diebseich dran, da hängt so viel dran. Und Sie sagen, guck mal, was Berlin macht. Das ist echt keine fortschrittliche Verkehrspolitik. Das Stichwort Straßenbahn habe ich ja schon gesagt. Ich sehe ja, dass Sie immerhin nicht Straßenbahn komplett ausschließen. Aber ich bin mir sicher, die Straßenbahn wird kommen, weil Sie werden die größte Baustelle, was Sie hier vorhin erwähnt haben, die größten Baustellen, die wir in Hamburg haben, wenn die U5 jemals käme, würden Sie gar nicht überstehen. Also insofern, da gibt es noch einiges, was im Argen ist. Aber ich will noch zwei Themen aufgreifen, die mir im Koalitionsvertrag echt zu kurz kommen. Sie haben ein Kapitel drin mit Rechtsextremismus. Aber ich muss ehrlich sagen, wenn Sie in Ihrem Vorwort oder in dem Kapitel sagen, Sie beklagen das Erstarken rechtsextremer Kräfte in Europa, Sie beklagen die Instrumentalisierung von Ängsten und Stimmungsmache gegen Schutzsuche, aber gleichzeitig sind Sie es, die nach vorne preschen, das Dublin-Zentrum errichten und die gleichzeitig im Koalitionsvertrag schreiben, damit ist die Effizienz der Rücküberstellung gesichert. Das ist für mich echt unfassbar. That's good. Und gerne.Und gerne zitiere ich noch einmal eine Sozialdemokratin, ich muss mich nicht schämen, Sie müssen nicht schämen, ich zitiere noch einmal eine Sozialdemokratin, Ex-Sozialministerin aus Schleswig-Holstein, jetzt hier in Hamburg Chefin des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Die sagt in ihrer Stellungnahme zum Koalitionsvertrag, ein stärkerer Fokus auf gelingende Integration statt Ausweisung, das wäre ein Fortschritt. Dem können wir nur zustimmen. Und wenn wir etwas gegen den massiven Rechtsrück auch vielleicht gemeinsam tun wollen, dann braucht es eine andere Sozial- und Arbeitsmarktpolitik. Damit nämlich die Menschen, die Angst haben vor dem sozialen Abstieg, damit diese Menschen diese Angst nicht haben müssen, dann werden sie auch weniger angreifbar sein dafür, was hier diese Rechtsaußen immer erzählen. Das sehe ich aber nicht. Ich sehe auch nicht, wie das Kompetenznetzwerk Rechtsextremismus, das Sie im Vertrag haben, wie es eigentlich gestärkt werden soll. Auch das bleibt völlig offen. Eine Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft, mit den Hamburger Bündnissen gegen Rechts, Omas gegen Rechts, taucht auch nicht auf. Warum eigentlich nicht? Der Parlamentarische Untersuchungsausschuss zum NSU, der liegt Ihnen, ich weiß gar nicht wo, aber auch der kommt nicht, den machen Sie genauso wenig. Das ist unglaublich, dass Sie da nicht beitragen wollen zur Aufklärung. Aber dafür soll es jetzt ja beim Verfassungsschutz eine Regelanfrage geben, wenn es um Einstellungen im öffentlichen Dienst geht. Leute, Rechtsextreme.schon heute aus dem öffentlichen Dienst entfernt werden. Diese Regelanfrage ist ein Rückfall in alte Zeiten, wo es vor allen Dingen darum ging, kritische Linke, kritische Aktivisten klein zu machen. Und das darf überhaupt nicht kommen. Ich hoffe sehr, dass diese Regelanfrage gekippt wird. Wir haben gerade vor wenigen Wochen die Feierlichkeiten zum 80. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus gehabt. Der 8. Mai muss endlich ein gesetzlicher Feiertag werden, um ein deutliches Zeichen gegen alte und neue Nazis zu setzen.Und 80 Jahre nach Kriegsende kann und muss Hamburg aus unserer Sicht auch ein wichtiges Zeichen gegen die neue Kriegstüchtigkeit, die Vorbereitung der Bürger und Bürgerinnen auf einen Krieg setzen. Statt immer mehr Aufrüstung, Rüstungsexport über den Hamburger Hafen und diesem geplanten NATO-Manöver Red Storm Bravo müssen alle, wirklich alle Anstrengungen um Abrüstung und Diplomatie unterstützt werden. Die Erkenntnis aus dem Kalten Krieg, das sollten eigentlich auch alle wissen, lautete, dass es ohne Abrüstung keinen dauerhaften Frieden gibt. Und das ist für uns der Maßstab.Sie sehen, wir werden als Opposition, als demokratische linke Opposition, noch sehr viel zu tun haben. Wir haben ja immer noch ein paar erfreuliche Punkte in Ihrem Vertrag gefunden, dass Sie jetzt zum Beispiel, nachdem Frau Bördinghaus zehn Jahre lang beharrlich gebohrt hat, Sie den Kinder-Jugend-Notdienst an der Feuerbergstraße dezentralisieren wollen. Also wir wollen das ja durchaus anerkennen, dass Sie das machen. Leider steht da auch nicht drin, wann Sie es machen und wohin, aber geschenkt. Hauptsache, Sie machen was. Aber Sie sind leider weiter ein gutes Arbeitsbeschaffungsprogramm für die Opposition. Vielen Dank.