Eugen Seiler
Sehr geehrtes Präsidium, werte Abgeordnete und Zuschauer, als ich den Titel gelesen habe, dachte ich zuerst, geil, endlich wird sich um das Thema Pflege gekümmert. Dieses wichtige Thema wurde in der Vergangenheit stiefmütterlich behandelt. Dabei kann jeder von uns pflegebedürftig werden oder hat es schon in der Familie erlebt. Dann habe ich den Antrag weiter durchgelesen und musste leider feststellen, dass es sich dabei um einen reinen Schaufensterantrag ohne wirklichen Inhalt und konkrete Maßnahmen handelt. Ich habe mir dazu einige Punkte aufgeschrieben aus Ihrem Antrag. Sie schreiben, die Wertschätzung für den Pflegeberuf muss gesteigert werden. Ja, natürlich. Aber wie? Hier fehlen auch konkrete Maßnahmen. Oder sollen die Bürger wie in der Corona-Zeit täglich ans Fenster kommen und klatschen? Im Antrag steht Beratung für die Mitarbeiter. Ja klar, was für Beratung? In Text steht, ich zitiere, Einführung von Regelungen zur Personalbemessung und zum Ausfallmanagement. Regelungen und Statistiken hat jede Einrichtung. Auch das ist nicht neu.Dann lese ich hier, die Stunden bei den Mitarbeitern aufstocken. Ja, leider ist das Problem woanders. Die meisten Mitarbeiter wollen weniger arbeiten und nicht mehr. Die Arbeit ist hart und deswegen wollen die Pflegekräfte diese Stunden nicht leisten, die sie haben. Die meisten Mitarbeiter, die mich eingeschlossen haben oder hatten, eine 30- bis 35-Stunden-Woche. Sie werden in Hamburg vermutlich keine Einrichtung finden, wo die Mitarbeiter ihre Stunden erhöhen wollen. Und der Arbeitgeber ist blockiert. Im Text steht mehr Gehalt. Ja klar, mehr Gehalt ist immer gut. Aber ich weiß nicht, ob Sie es wissen, eine Fachkraft, selbst mit wenig Erfahrung, kann mit etwa 4.000 Euro stationär und 4.500 Euro im Krankenhaus rechnen. Die Pflegekräfte hören auf, nicht weil sie schlecht verdienen. Sondern weil das Personal fehlt und der Dienstplan jeden Tag neu zusammengeschustert werden muss. Die sind schlichtweg überlastet und schmeißen alles hin. Einige Kollegen steigen aus, weil sie körperlich kaputt sind. Ich kenne genug auch junge Leute mit Rücken-, Schulter- und anderen Problemen. Sie wieder zurückzuholen dürfte mit den hier genannten Maßnahmen schwierig werden. Die AfD-Fraktion hätte gerne diesem Antrag zugestimmt, wenn hier etwas mehr inSo aber können wir keine Zustimmung erteilen. Meine Kollegin später wird das noch ein bisschen das Bremer Modell etwas weiter erörtern. Vielen Dank.
