Antje Hebel
Sehr geehrtes Präsidium, sehr geehrte Damen und Herren! Der vorliegende Antrag will nichts Böses, aber auch nichts Neues. Er beantragt die Durchführung eines Modellprojektes, welches in Bremen für 1,2 Millionen Euro bereits durchgeführt wird. Wo wird das Projekt noch durchgeführt? Auf zwei Geburtshilfestationen mit Verlaub. Gerade dieses Fachgebiet spiegelt nicht gerade die angespannte Lage und Arbeitsintensität in der Pflege wider. Das aber nur nebenbei. Der Ansatz, verlorene Pflegekräfte wiederzugewinnen bzw. Diejenigen, die in Teilzeit geflohen sind, in die Vollzeit zu bekommen, ist vollkommen richtig. Die Politik kann aber auch nicht alle Probleme lösen, weil sie in der Zuständigkeit und im Gestaltungsbereich der Kliniken liegen. So werden viele Arbeitsverbesserungen wie zum Beispiel flexible Arbeitszeiten oder Flexpools, siehe Fachkräftestrategie Hamburg, doch schon vielfach umgesetzt, aber bei weitem noch nicht in allen Kliniken. Etliche Kliniken haben aber bis heute immer noch nicht verstanden, dass sie sich bewegen müssen. Setzen auf die Gutmütigen, die spontan Zwischendienst machen, Bereitschaftsdienst wird zum Regeldienst usw. So wird das nichts. Statt Projekte brauchen wir praktische Umsetzung realer Verbesserungen, und zwar jetzt. Betriebseigene Kindergärten 24-7, steuerfreie Schichtzulagen, bezahlbaren Wohnraum schaffen, um nur ein paar Punkte zu nennen. Wir brauchen mehr Hände an den Betten. Ansonsten werden alle anderen Reformen und Verbesserungennicht nutzlos, aber für die Katz. Auch dieses Modellprojekt Auch dieses Modellprojekt wird wieder nur Geld kosten, aber keine neuen Erkenntnisse bringen.
