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Linus Görg

GRÜNE 5:24 min Sitzungen 23/5

Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen, der Fakt ist, und da sind wir uns hier, glaube ich, einig, der Personalbedarf in der Pflege ist hoch und der wird gerade in der Langzeitpflege auch weiter steigen. Wir müssen das Thema der Fachkräftesicherung aber, glaube ich, auf mindestens vier verschiedene Säulen bauen. Das Erste, und da ist es mir eine große Freude bzw. Ein wichtiges Anliegen, hier auch noch einmal auf den Montag der vergangenen Woche hinzuweisen, ist das Thema Auszubildende oder Ausbildung. Am 12. Mai, dem Tag der Pflegenden, ist zum wiederholten Mal auch durch die Senatorin die Glückwünsche und die Ehrung durchgeführt worden für die Ausbildungsbesten in der Pflege. Ich glaube, das ist ein wichtiges Zeichen, wie wichtig das Thema Ausbildung und wie wichtig das Thema Pflege ist, dass auch an diesem Tag Menschen auf diese Art und Weise geehrt werden.Und auch jenseits dieser Ehrung und dieses besonderen Tages tun wir in Hamburg hier bereits eine Menge, um die Ausbildung in der Pflege zu stärken. Denn sie muss attraktiv sein und auch gut begleitet werden. Wir fördern gezielt die Studiengänge in der Pflege, haben erstmals auch ein staatliches Studienangebot für Pflegepädagogik geschaffen, um auch die Ausbildung zu stärken. Und wir investieren weiter in die Hochschule für angewandte Wissenschaften. Dabei dürfen wir aber auch die nach wie vor leider zu hohe Abbrecherinnenquote nicht ignorieren. Neben den bereits hier bestehenden Maßnahmen, beispielsweise dem Projekt Care4Care, müssen wir uns hier Gedanken machen, wie beispielsweise über Schulsozialarbeit junge Menschen besser begleitet werden, um auch erfolgreich die Pflegeausbildung abzuschließen. Natürlich geht es auch darum, Fachkräfte im Beruf zu halten und sie auch zurückzugewinnen. Dafür sind gute Arbeitsbedingungen ein wichtiger Schlüssel. Dann möchte ich gerne auf die Fachkräftestrategie zu sprechen kommen, denn anders als der Kollege Tschelik hier so ein bisschen suggeriert hat, ist es ja nicht so, dass in Hamburg nichts passiert. Wir würden jetzt mit diesem Antrag, wenn wir ihm heute zustimmen, ja nicht einen ersten Schritt gehen, sondern diese Schritte werden bereits gegangen. Beispielsweise möchte ich hervorheben, dass UKE mit dem Projekt Pflege 5.0, wo bereits ohneden Antrag daran gearbeitet wird, flexiblere Dienstzeiten zu ermöglichen, auch eine bessere und vertiefte interdisziplinäre Zusammenarbeit. Dieses Projekt wird auch wissenschaftlich begleitet und, weil es eben ein großer Erfolg auch ist, bereits auf alle bettenführenden Stationen ausgeweitet. Hier haben wir also, sage ich mal, schon ein Modellprojekt, an dem man sich orientieren könnte, an dem sich Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber orientieren können, wenn sie Dinge verbessern wollen. Und von daher ist es, wie gesagt, nicht so, dass es hier an guten Vorbildern fehlt.Andere Beispiele sind ja auch in der Fachkräfte-Strategie genannt, mit dem Marie-Kroos-Stift beispielsweise, auch aus der Langzeitpflege, wo eben auch gezielt ins betriebliche Gesundheitsmanagement investiert wird, um eben auch Arbeitsbedingungen zu verbessern. Und ich glaube, dass es eben sinnvoll ist, sich auch diese bestehenden Projekte anzugucken und einmal in Ruhe zu schauen, was können wir eigentlich daraus schon ableiten, was können wir mit den bestehenden Modellprojekten in Hamburg auch machen, bevor wir hier auch relativ viel Geld in ein weiteres Modellprojekt investieren. Denn das, sage ich mal, haben Sie jetzt nicht so hervorgehoben. Dieses Modellprojekt in Bremen ist relativ teuer, 1,2 Millionen Euro. Das ist eine ganze Menge Geld. Und wenn man sich einmal anguckt, was damit unter anderem finanziert wird, nämlich beispielsweise auch Leiharbeit auf den Stationen, um irgendwie Projektsitzungen zu ermöglichen, weiß ich nicht, ob das tatsächlich das ist, wo wir hier Geld in die Hand nehmen wollen oder ob wir das nicht auch sinnvoller anlegen können. Denn, und das hatte ich eben auch schon gesagt, in Hamburg gibt es bereits zahlreiche Initiativen und Projekte, die wir, glaube ich, nicht nur fortsetzen, sondern an vielen Stellen auch gezielt ausweiten und weiterentwickeln müssen. Und ja, bei Pflegen und Wohnen ist das natürlich ein besonderes Thema, denn, und das ist ja auch in den Diskussionen hier, aber auch in den Ausschussbefassungen dazu deutlich geworden, als Stadt haben wir natürlich dann auch eine entsprechende Verantwortung, wenn ein solchesTräger unter städtischer Einfluss steht und wollen hier auch eine Vorbildrolle einnehmen. Und da würde ich gerne zu Frau Christ einmal sagen, ausruhen tun wir uns, glaube ich, an der Stelle auf keinem Fall. Der Übergang von Pflege und Wohnen ist noch nicht erfolgt. Das wird passieren. Und die Themen, die dann angegangen werden und angegangen werden müssen, hat Frau Senatorin Schlotzhauer ja, glaube ich, auch in den Ausschussbefassungen mehr als deutlich gemacht. Und hier werden wir, glaube ich, in den nächsten Jahren eine ganze Menge sehen. Und von Ausruhen kann man an der Stelle nicht sprechen. Genau, den Antrag der Linksfraktion wollen wir trotzdem zumindest überweisen und ihn auch für unsere weitere Beratung dann im Ausschuss nutzen, neben, wie gesagt, der Fachkräftestrategie, die wir dann auch gerne im Ausschuss besprechen können. Vielen Dank.

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