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Nina Behrendt

Thüringen.Gerecht 08.10.2026 Sitzungen 8/57

Pflegefamilien in Thüringen unterstützen

Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren auf der Tribüne, werte Abgeordnete, wenn ein Kind nicht mehr bei seinen eigenen Eltern leben kann, braucht es einen Ort der Sicherheit. Es braucht Geborgenheit, Liebe und Halt. Fast 2.000 Kinder und Jugendliche in Thüringen wachsen heute in Pflegefamilien auf. Das ist ein Viertel mehr als noch vor zehn Jahren. Hinter diesen Zahlen stehen Pflegeeltern, die ihr Herz, ihre Türen öffnen. Sie geben Kindern, die oft Schreckliches erlebt haben, ein echtes Zuhause. Diese Pflegefamilien leisten unschätzbare Arbeit für unsere Gesellschaft. Sie verdienen unseren tiefen Dank, unsere Achtung und unsere volle Unterstützung. Dass wir heute darüber sprechen, wie wir diesen Familien helfen können, ist deshalb genau richtig. Wir von Thüringen.Gerecht sagen ganz klar, wer Verantwortung für Kinder übernimmt, darf vom Staat nicht alleine gelassen werden. Ja, wir wollen die Pflegefamilien stärken und Frau Heber hat es gerade auch noch mal ausführlich beschrieben: Die Beratung dazu findet im Ausschuss statt. Der Antrag der Linken hat viele gute Ideen, aber er packt auch wieder einen großen Rucksack voll Bürokratie obendrauf. Die Forderungen alle zwei Jahre das neue Lagebild, dauerhaftes zusätzliches Monitoring, immer neue Schutzkonzepte und Prüfberichte – wer soll das alles erarbeiten und aufschreiben? Das sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Jugendämtern. Schon heute arbeiten unsere Jugendämter am Limit. Wenn die Fachkräfte ihre Zeit mit dem Schreiben von Berichten und Tabellen verbringen, fehlt ihnen genau die Zeit für eines: für die persönliche Betreuung der Kinder und der Pflegeeltern vor Ort. Wir von Thüringen.Gerecht wollen den Papierkram reduzieren, statt neue Hürden aufzubauen. Pflegeeltern brauchen keine neuen Aktenordner in den Ämtern. Sie brauchen Ansprechpartner, die Zeit für sie haben. Zum Thema „Pflegefamilien“ haben wir als Koalition bereits diesen Antrag in den Ausschuss gebracht, wo mündliche und schriftliche Anhörungen geplant sind. Genau deshalb wollen wir das Thema nicht aufschieben, sondern anpacken. Unsere Linie ist eindeutig: Wir streichen überflüssige Berichtspflichten und ständiges Monitoring, konzentrieren uns voll und ganz auf direkte Hilfe, auf faire Bezahlung und einfache digitale Wege. Hier wollen wir für die betroffenen Familien echte und bürokratiearme Hilfe herausarbeiten. Deshalb begrüßen wir es, dass die Linke sich hier anschließt. Meine Damen und Herren, geben wir Pflegefamilien die Rückendeckung, die sie wirklich brauchen. Wir brauchen echte, schnelle, bürokratiearme Unterstützung für unsere Pflegefamilien in Thüringen. Vielen Dank. (Beifall CDU, Thüringen.Gerecht, SPD)

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