Jens Thomas
Hitzeschutz in Thüringen wird überlebensnotwendig – jetzt verbindlich vorsorgen und verlässlich finanzieren
Meine sehr verehrten Damen und Herren, sehr geehrter er, Hitzeschutz wird in Thüringen überlebensnotwendig. dieses Sommers zeigen leider sehr deutlich, dass das Artern 40,4 Grad Celsius gemessen. Das war ein neuer Thüringen.
(Zwischenruf Abg. Cotta, AfD: Ja, es war warm!)
Gleichzeitig hat sich die durchschnittliche Zahl der heißen Zeitraum von 1961 bis 1990 von vier auf mittlerweile neun sen davon ausgehen, dass Hitzeereignisse in Zukunft bedeutet, zeigen die Zahlen des Robert-Koch-Instituts Jahres werden bundesweit rund 15.800 hitzebedingte Mitte August rund 290 Menschen. Diese Zahlen zeigen mit aller Härte, worüber wir reden. der Zukunft. Sie ist da und sie kostet Menschenleben. immer leugnet, verharmlost oder notwendige Maßnahmen Folgen. Wer stimmt gegen den Antrag? Das sind die StimDas ist nicht der Fall. Damit ist dem Antrag unter die Beschlussempfehlung zugestimmt. 12 b. Hier ist die Ausschussempjetzt über den Antrag in der Fassung der Beschlussdas Handzeichen. Das sind die Stimmen aus den CDU sowie die fraktionslosen Abgeordneten Kobelt, ist auch dieser Antrag mehrheitlich angenommen. Ich stimmt gegen den Antrag? Bei Gegenstimmen aus Fall. Damit ist der Antrag mehrheitlich angenommen. Herr Abgeordneter Thomas, Sie haben das Wort Herr Präsident, liebe Zuschauerinnen und ZuschauDas ist der Titel unseres Antrags. Und die Zahlen keine Übertreibung ist. Am 27. Juni 2026 wurden in Allzeittemperaturrekord – Herr Cotta freut sich – für Tage mit mindestens 30 Grad gegenüber dem Tage pro Jahr mehr als verdoppelt. Und wir müsweiter zunehmen werden. Was das für die Menschen noch drastischer. Bis zur 33. Kalenderwoche dieses Todesfälle geschätzt. Allein in Thüringen sind es bis Die Klimakrise ist keine abstrakte Bedrohung in Wer den menschengemachten Klimawandel noch dagegen blockiert, macht sich mitschuldig an den
(Beifall Die Linke)
Extreme Hitze verschärft Herz-, Kreislauf- und Atemwegserkrankungen, kann zu Flüssigkeitsmangel und Überhitzung führen und belastet insbesondere bei länger andauernden Hitzeperioden den menschlichen Organismus erheblich. Aber Hitze trifft nicht alle Menschen gleichermaßen. Besonders gefährdet sind ältere und pflegebedürftige Menschen, Kinder, Schwangere, Menschen mit Vorerkrankungen oder Behinderungen und Menschen ohne Wohnung. Aber auch Einkommen, Wohnverhältnisse und Arbeitsbedingungen entscheiden darüber, wie gut sich jemand vor extremer Hitze schützen kann. Wer in einer aufgeheizten Dachgeschosswohnung lebt, auf dem Bau oder in der Landwirtschaft arbeitet oder sich keine technische Kühlung leisten kann, kann der Hitze nicht einfach ausweichen. Die Möglichkeiten, sich vor extremer Hitze zu schützen, sind auch eine Frage des Einkommens und der sozialen Lebensbedingungen. Deshalb sagen wir ganz klar: Hitzeschutz ist auch eine soziale Frage.
(Beifall Die Linke)
Und Hitzeschutz ist eine Frage der öffentlichen Daseinsvorsorge. Gesundheit und Pflege sind betroffen, die Arbeitswelt, das Wohnen, unsere Schulen, Sport und Kultur, aber genauso Landwirtschaft und Wälder. Hitzeschutz ist eine Querschnittsaufgabe, die sich durch alle Bereiche staatlichen Handelns ziehen muss. Die Landesregierung hat im August ihren Hitzeaktionsplan vorgelegt. Dass es diesen Plan gibt, ist grundsätzlich erst mal gut, aber ein Plan allein schützt noch niemanden vor Hitze. Und genau hier liegt unser Kritikpunkt. Der Hitzeaktionsplan bleibt in weiten Teilen unverbindlich. Es fehlen konkrete Zielsetzungen, klare Verantwortlichkeiten, überprüfbare Maßnahmen und vor allem eine dauerhafte finanzielle Untersetzung. Denn Hitzeschutz kostet Geld. Wenn wir öffentliche Räume entsiegeln und begrünen wollen, wenn wir Schatten schaffen, Trinkbrunnen aufstellen, kühle öffentliche Orte anbieten oder Gebäude besser gegen sommerliche Hitze schützen wollen, dann müssen die Kommunen auch in die Lage versetzt werden, das zu tun. Und genau deshalb ist uns die Finanzierungsfrage in diesem Antrag so wichtig. Im Landeshaushalt stehen für 2026 und 2027 jeweils zusätzlich 3 Millionen Euro für kommunale Vorhaben für Klimaschutz und Klimafolgenanpassung zur Verfügung. Wir wollen, dass dieses Geld tatsächlich für konkrete Klimaanpassungsmaßnahmen in den Kommunen eingesetzt wird.
(Beifall Die Linke)
Und wir haben noch eine zweite große Finanzierungsmöglichkeit. Thüringen erhält aus dem Sondervermögen des Bundes für Infrastruktur und Klimaneutralität rund 2,5 Milliarden Euro. Auch daraus können Investitionen in Hitzeschutz und Klimaanpassung finanziert werden. Wir fordern die Landesregierung deshalb auf, diese Möglichkeit ausdrücklich zu nutzen, insbesondere für öffentliche Gebäude und die kommunale Infrastruktur. Meine Damen und Herren, wir müssen uns an die Folgen der Klimakrise anpassen, die heute bereits unvermeidbar sind. Das ersetzt aber keinen konsequenten Klimaschutz. Beides gehört zusammen. Je stärker wir die Erderwärmung begrenzen, desto geringer werden die gesundheitlichen, sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Schäden der Zukunft ausfallen. Gleichzeitig müssen wir die Menschen heute vor den Klimafolgen schützen, die längst Realität sind. Dafür werben wir mit unserem Antrag und ich freue mich auf die Debatte. Vielen Dank.
(Beifall Die Linke)
