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Dirk Hoffmeister

fraktionslos 08.10.2026 Sitzungen 8/57

Schreibschrift statt Tablets – für bewährte Methoden beim Schriftspracherwerb

Na ja, wir sitzen ja schon am Katzentisch und trotzdem wird man übersehen. Sei es drum. Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, liebe Zuschauer auf der Tribüne und am Livestream! Wir beraten heute einen Antrag der AfD-Fraktion mit dem Titel „Schreibschrift statt Tablets – für bewährte Methoden beim Schriftsprachenerwerb“. Sie fordern hier eine verbindliche Schreibschrift im Lehrplan und keine digitalen Endgeräte beim Schriftsprachenerwerb. Schreiben ist nicht nur eine Kulturtechnik. Sie wissen ja, ich bin von Haus aus Deutschlehrer, und dieses Thema liegt mir sehr nah am Herzen, denn Schreiben ist nämlich die Grundlage für eine gelungene schriftsprachliche Kommunikation. Und hier geht es nicht nur um eine lesbare Handschrift, sondern hier geht es eben auch darum, Wörter so zu schreiben, von der Rechtschreibung her, dass sie andere verstehen. Insofern, liebe Kollegen von der AfD, ist Ihr Antrag vollkommen berechtigt und dieses Thema gehört auch hier ins Plenum rein. (Beifall Abg. Dr. Wogawa, fraktionslos) Zwar heißt es – darauf wurde ja schon aufmerksam gemacht – im neuen Lehrplan, die Übergangsfassung oder Erprobungsfassung ist ja jetzt durch, Schüler erlernen eine unverbundene oder teilverbundene Erstschrift. Dann soll eine Übergangsschrift folgen, die also bewegungsgünstig ist. Aber bevor wir überhaupt erst mal weiterreden, lassen Sie uns zunächst mal klären, was denn diese einzelnen Begriffe bedeuten, die dort heißen: Schreibschrift, Druckschrift und Schulausgangsschrift. Die Schreibschrift ist dazu da, um zu schreiben. Druckschrift ist dazu da, um zu drucken. Und der Übergang, was man 2010 gemacht hat, Sie wissen ja, im Bereich der Bildungswissenschaften, Sie verzeihen mir bitte diese saloppe Formulierung, wird alle paar Jahre eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Und je nachdem gibt es ja bestimmte Dinge, die in Mode sind, ob das zum Beispiel im Bereich des Fremdsprachenunterrichts ein Portfolio ist, oder dann ist mal jetzt in den letzten Jahren in Mode längeres gemeinsames Lernen oder zum Beispiel bei der Kultusministerkonferenz solche absurden Techniken wie Schreiben nach Hören. Und jeder, der ein bisschen Ahnung hat vom Gedächtnisnetzwerk, weiß: Was ich mir falsch einpräge, das kriege ich auch nicht wieder aus dem Kopf heraus. Diese ganzen bildungswissenschaftlichen Experimente, die also durch unsere Schulen gegangen sind, haben nämlich zu einem geführt, dass unsere Schüler immer schlechter lesen und schreiben können. Insofern sind diese Methoden ganz einfach nicht nur zu hinterfragen, sondern wir müssen uns wirklich mehr auf die Dinge besinnen – und hier weise ich auch jegliche Ideologie von mir –, die sich jahrzehntelang bewährt haben. Denn unsere Schüler, und hier geht es, Frau Große-Röthig, nicht um rückwärtsgewandte Politik, sondern unsere Schüler konnten nachweislich früher besser lesen und schreiben. Und das hat im Prinzip auch seinen Grund. (Beifall AfD; Abg. Kobelt, Abg. Dr. Wogawa, fraktionslos) Nicht umsonst gab es früher die sogenannte Schulausgangsschrift. Schulausgangsschrift bedeutet nämlich, dass nämlich ein duktusgerechtes ein normgerechtes Schreiben war, was Schüler gelernt haben. Da wurde eben jeder Buchstabe einzeln schreiben geübt und das hat eine Norm. Und Normen haben wir auch im Bereich der Wirtschaft dafür, dass Dinge normiert sind, besser ablaufen und dementsprechend auch besser gehandhabt werden können. Wenn wir uns das Ganze jetzt mal betrachten, ist nämlich die Diskussion hier vollkommen richtig. Und zwar: Es reicht eben nicht aus – aus meiner Perspektive –, nur eine irgendeine verbundene Handschrift zu entwickeln, sondern es geht hier auch um eine duktusgerechte Handschrift, deswegen hatten wir auch die Schulausgangsschrift mal gehabt. Ich denke, hier ist es angezeigt, sich über diesen Prozess auch im Ausschuss zu verständigen. Deswegen sagen wir: Als „Deine Stimme Zählt“ empfehlen wir eine Übernahme dieser Problematik in den Ausschuss für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Danke schön. (Beifall AfD; Abg. Kobelt, Abg. Dr. Wogawa, fraktionslos)

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