Nina Behrendt
c) Antrag der Fraktion der CDU zu dem Thema: „Friedrich-Schiller-Universität Jena wird als Exzellenzuniversität ausgezeichnet – Thüringen zählt zur Weltspitze der Wissenschaft“
Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren Kollegen, werte Zuschauer, also ich finde schon, dass es etwas Besonderes ist, wenn wir hier zum ersten Mal in Thüringen die Friedrich-Schiller-Universität in Jena ab nächstem Jahr „Exzellenz-Universität“ nennen dürfen.
(Beifall CDU, Thüringen.Gerecht, SPD)
Das ist nicht nur ein großer Erfolg für Jena, das ist ein großer Erfolg für Thüringen und sogar ein starkes Signal für Ostdeutschland. Denn das ist, wenn man Berlin mit einrechnet, die dritte ostdeutsche ExzellenzUniversität dann. Deshalb sage ich im Namen meiner Fraktion auch: Herzlichen Glückwunsch und vor allem Danke, Danke an all diejenigen, die diesen großen Erfolg wirklich möglich gemacht haben,
(Beifall CDU, Thüringen.Gerecht)
an die Wissenschaftlerinnen, an die Wissenschaftler, die Studierenden, die Beschäftigten in Technik, Verwaltung, die Hochschulleitung, aber auch die vielen Partner, die über Jahre daran mitgearbeitet haben. Denn eines zeigt dieser Erfolg sehr deutlich: Exzellenz entsteht nicht im Alleingang. Die beiden Cluster, die Herr Geibert vorhin erläutert hat, haben diesen Weg überhaupt erst möglich gemacht. Zwei völlig unterschiedliche Forschungsfelder: Naturwissenschaft und Gesellschaftswissenschaft Hand in Hand und beides auf Spitzenniveau. An diesem Erfolg sind nicht nur die Universität Jena, sondern auch die Universität Erfurt und die Bauhaus-Universität Weimar und zahlreiche außeruniversitäre Forschungseinrichtungen beteiligt. Und genau darin steckt für mich eine wichtige Botschaft für die gesamte Thüringer Hochschullandschaft: Spitze braucht Breite! Aber Breite bedeutet nicht, dass überall alles gleichermaßen vorgehalten werden muss. Wir haben zehn staatliche Hochschulen in Thüringen, sie sind unterschiedlich groß, sie haben unterschiedliche Profile und unterschiedliche Stärken. Und gleichzeitig verändern sich die Bedingungen. Wir haben weniger Studenten als noch vor einigen Jahren. Der demografische Wandel wird uns weiter beschäftigen. Und wir haben einen Landeshaushalt, bei dem viele wichtige Bereiche mit begrenzten Mitteln konkurrieren. Deshalb wäre es zu einfach, die Zukunft unserer Hochschulen ausschließlich an der Frage festzumachen, wie wir das Geld dort verteilen. Die entscheidende Frage ist doch, wie setzen wir die Mittel, die wir haben, so ein, dass unsere Hochschulen auch in Zukunft stark und leistungsfähig bleiben. Und noch etwas gehört für mich dazu: Was in unseren Hochschulen erforscht wird, sollte möglichst oft auch den Weg in unser Land finden, in unsere Unternehmen, in neue Gründungen, in neue Verfahren und Technologien und damit am Ende auch in neue Arbeitsplätze und Wertschöpfung hier bei uns in Thüringen.
(Beifall Thüringen.Gerecht, SPD)
Genau deshalb haben wir uns als Koalition vorgenommen, die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Start-ups, Forschungseinrichtungen und der öffentlichen Hand weiter auszubauen. Meine Damen und Herren, wir dürfen heute durchaus stolz auf diesen Erfolg sein. Wir sollten ihn aber nicht nur feiern, wir sollten auch etwas daraus lernen. Jena zeigt uns, was entstehen kann, wenn über viele Jahre ein eigenes Profil entwickelt wird, wenn Menschen zusammenarbeiten und wenn unterschiedliche Stärken miteinander verbunden werden. Das ist ein guter Gedanke für die Weiterentwicklung unserer gesamten Hochschullandschaft: Nicht überall das Gleiche, sondern starke Profile, mehr Zusammenhalt und der Mut, Strukturen immer wieder darauf hin zu überprüfen, ob sie noch zu den Herausforderungen unserer Zeit passen. Jena zeigt: Thüringen kann wissenschaftliche Spitze. Heute ist zunächst einmal der richtige Moment, all denen zu gratulieren, die daran über viele Jahre gearbeitet haben. Noch mal herzlichen Glückwunsch, Jena, und vielen Dank.
(Beifall Thüringen.Gerecht, SPD)
