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Uwe Thrum

AfD 10.09.2026 Sitzungen 8/53

Bäderstruktur erhalten – Schulschwimmen sichern und Badeaufsicht praxistauglich weiterentwickeln

Sehr geehrter Herr Präsident, werte Abgeordnete, liebe Zuschauer, der Sommer ist vorbei und der Rückblick – je nach Blickwinkel – könnte nicht unterschiedlicher sein. Für diejenigen, die nicht wasserscheu sind, die schwimmen können, die ein Schwimmbad in der Nähe haben, war das ein richtig cooler Sommer. Für diejenigen, die diese Möglichkeiten nicht mehr haben oder denen diese Möglichkeiten genommen wurden, war das nicht so prickelnd. Und dann gibt es ja noch diejenigen, wie hier auch im Rund, die den Sommer nur noch als große Hitzekatastrophe betrachten, nach Klimastrategien rufen und dabei das Altbewährte vernachlässigen. So ist erst mal die Ausgangslage. Nun sind wir Praktiker, wir setzen nicht auf Klimastrategien, sondern auf echte Lösungen. Und zwar geht es uns darum, das zu erhalten und auszubauen, was seit jeher in Deutschland für Abkühlung in heißen Sommermonaten sorgt. Es geht uns um den Erhalt der Bäderstruktur, um praxistaugliche Badaufsicht und natürlich auch um das wohnortnahe Schwimmenlernen für unsere Kinder. Hier gibt es jede Menge Nachholbedarf und Potenzial, das gehoben werden muss. Wenn wir vom sicheren Schwimmen reden, dann ist das kein Spaßfaktor, sondern lebensnotwendig. Bis Ende Juli sind in diesem Jahr 261 Menschen in deutschen Gewässern ertrunken. Rund 90 Prozent der Todesfälle entfielen dabei auf frei zugängliche Gewässer ohne Aufsicht. Diese Zahlen machen noch mal deutlich, wie wichtig eine frei zugängliche, für jedermann erreichbare öffentliche Bäderstruktur ist. Und demzufolge wollen wir auch hier mit Ihnen diesen Antrag beraten. Wir haben drei Schwerpunkte gesetzt: Erstens beschäftigen wir uns mit der Fortschreibung der Thüringer Schwimmbadentwicklungskonzeption. Eine Neuaufstellung ist längst überfällig. Und wie wir wissen, wird diese Arbeit auch derzeit von der Hochschule in Koblenz erledigt. Doch ich vermisse hier ganz klar die Beteiligung des Parlaments, denn der Landtag und seine Ausschüsse, die wollen dabei sein, wenn es um die Zukunft der Thüringer Bäder geht. Und deshalb muss auch dem Sportausschuss bis zur Fertigstellung im Februar regelmäßig Bericht erstattet und Beteiligung ermöglicht werden. (Beifall AfD) Wir greifen zudem eine Forderung des Heilbäderverbands und der Initiative Thüringer Bäder in Not auf: Es muss endlich einen zentralen Ansprechpartner seitens der Landesregierung für das Bäderwesen geben. Es geht nicht darum, eine neue Stelle zu schaffen, sondern einen der vielen Staatssekretäre zu benennen, diese Aufgabe zu erfüllen. Einen, der die Gesamtverantwortung trägt und bündelt. Denn zu viele Ressorts sind hier beteiligt, zu viele Köche rühren in diesem Brei und keiner hat den Hut auf. Das muss aufhören. Und ich verspreche den Thüringer Badbetreibern, dass wir, wenn wir in Regierungsverantwortung kommen, diese Arbeit nicht scheuen und in den ersten hundert Tagen einen Koordinator für das Thüringer Bäderwesen benennen werden. (Beifall AfD) Der zweite Schwerpunkt des Antrags bezieht sich darauf, einen ganz konkreten Beitrag zu leisten, um die Schwimmfähigkeit unserer Kinder und Jugendlichen zu erhöhen. Nur 70 Prozent der Grundschüler können nach dem Anfangsschwimmunterricht in der Grundschule sicher schwimmen. Wir haben immense Defizite an den weiterführenden Schulen, das sind Corona-Spätfolgen. Und all das macht es notwendig, dass auch in den Klassenstufen 5 bis 10 verbindlicher Schwimmunterricht stattfindet. Bisher ist das nur eine alternative Wahlmöglichkeit. Wir begrüßen, dass auch das Bildungsministerium – ja, Herr Tischner ist da – diesen Schritt für erforderlich hält. Jedoch gibt es mit der Umsetzung in der Fläche große Probleme. Die Rahmenbedingungen, so das Ministerium, seien dafür nicht in ganz Thüringen gegeben. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, diese Thematik in den Ausschüssen weiter zu beraten, um Unwägbarkeiten zu beseitigen. Lassen Sie uns gemeinsam dafür Sorge tragen, dass in ganz Thüringen die Rahmenbedingungen für das Schwimmenlernen vorhanden sind. Und zwar unabhängig davon, ob man in Erfurt, Jena, Tegau oder Krumbach wohnt. Das führt uns wiederum zum dritten Schwerpunkt, zur Thüringer Bäderverordnung. Wir können es uns nicht länger leisten, aus Personalmangel Bäder zu schließen oder Betriebszeiten zu kürzen. Deshalb wollen wir Ressourcen nutzen und den Personenkreis zur Badaufsicht erweitern. Schwimmlehrern, aber auch Personen, welche die kombinierte Rettungsübung nach der Richtlinie 9405 der Deutschen Gesellschaft für das Bäderwesen absolviert haben, muss es möglich sein, als Hilfskräfte auch Badaufsicht zu leisten. In anderen Bundesländern ist das längst gang und gäbe. Die Thüringer Bäderverordnung muss angepackt werden. Das ist auch das, was uns der Heilbäderverband vergangene Woche Dienstag hier im Petitionsausschuss mitgegeben hat. Ich bedanke mich zunächst für Ihre Aufmerksamkeit und freue mich auf eine rege Diskussion. (Beifall AfD)

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