Mario Voigt
Frage des Abgeordneten Henkel (CDU)
Ich bin ein großer Fan der Landarztquote, weil ich auch zutiefst davon überzeugt bin, dass wir auf der einen Seite eine Stärkung unserer stationären Versorgung, aber auf der anderen Seite ein gut funktionierendes Netz niedergelassener Ärzte brauchen. Das, was wir erleben, ist ein Riesenerfolg der Landarztquote. Wir haben ja eine Quotierung auf die Medizinstudienplätze sowohl bei der humanmedizinischen als auch bei der zahnmedizinischen Ausbildung. Wir haben in diesem Jahr, wenn man das zusammenaddiert, 24 Plätze oder so vergeben können. Aber wir haben eine Bewerberquote von über 170 gehabt. Das heißt, es gibt ein Interesse für unsere Landarztquote. Deswegen hat Thüringen auch im Rahmen der Ministerpräsidentenkonferenz einen Vorschlag unterbreitet, dass wir zu einer sogenannten Vorabquote kommen. Sie wissen vielleicht, dass es bei Medizinstudienplätzen darum geht, dass man Zuweisungen zu den einzelnen Standorten bekommt. Wir wollen gern auf 20 Prozent hoch, damit wir eine Vorabquote sicherstellen können, um mehr medizinische Versorgung im Freistaat sicherzustellen. Ich bin der Kassenärztlichen Vereinigung, der Kassenzahnärztlichen Vereinigung und vielen anderen dankbar für ihren Einsatz. Es gibt auch viele individuelle Förderprogramme. Aber wenn ich mir vor Augen führe, dass wir teilweise im Freistaat immer so um die 100 unbesetzten Hausarztsitze zu haben, dann ist das etwas, was viele Menschen in ihrem konkreten Leben spüren, dass sie keinen Termin beim Arzt bekommen. Deswegen versuchen wir, diese Quote zu heben. Das ist eine langfristige Investition, aber sie trägt jetzt schon Früchte. Gleichzeitig werben wir auch gegenüber den Patientinnen und Patienten für Respekt im Umgang, weil die niedergelassenen Ärzte wirklich einen tollen Dienst leisten. Deswegen lohnt es sich, immer sehr genau zu überlegen: Muss ich jetzt den Notdienst 116 117 wählen oder kann ich nicht vielleicht versuchen, über reguläre Wege zu einem Termin zu kommen? Das ist ein Spannungsbogen, den wir gern auflösen wollen. Da sind wir sehr engagiert. 20-Minuten-Land haben Sie erwähnt, das ist unser Ziel. 20 Minuten bis zum Arzt, 20 Minuten zur Apotheke, aber tatsächlich auch einen Termin kriegen.
