Mario Voigt
Frage der Abgeordneten Heber (CDU)
Ja, herzlichen Dank für die Frage. Ich will mal mit einer Vorbemerkung starten, denn das eine ist die Frage des Digitalpakts. Das andere ist aber, dass unsere Kinder lesen, rechnen und schreiben können. Und wenn man sich gestern die PISA-Ergebnisse angeguckt hat, ist unser oberster Auftrag, dass wir Leistungsbewusstsein in der Schule fördern, und gleichzeitig, dass unsere Kinder lesen, rechnen und schreiben können. Das bedeutet jetzt im Kontext der Digitalisierung, dass wir aus dem Digitalpakt II eine Förderung von ungefähr 115 Millionen Euro bekommen werden. Die werden dann hälftig vom Land und von der Kommune zu kofinanzieren sein. Unsere tiefe Überzeugung ist, die des Bildungsministers und meine, dass wir nicht so sehr in die reine Technik investieren sollten, sondern dass wir in die digitale Anwendungsfähigkeit und die digitale Bildung unserer Kinder investieren sollten. Also wie gehe ich damit um? Wie nutze ich das ordentlich? Wie kann ich kritisch reflektieren? Hannah Arendt hat mal gesagt: Eine Demokratie, eine Gesellschaft ist unter Druck, wenn die Leute nicht mehr zwischen Wahrheit und Lüge unterscheiden können. Und ehrlicherweise ist es so, viele im Social-Media-Bereich haben keine Ahnung, wie sie für blöde verkauft werden. Deswegen möchte ich, dass unsere Kinder da mündig erzogen werden. Deswegen investieren wir jetzt schon in das Thema, in das Fach „Medien, Informatik und Bildung“. Das werden wir weiter stärken. Wir werden digitale Bildungskonzepte dazu aufbauen und wir werden Schulen dafür gewinnen, den Ausbau von professioneller, von digitalen Werkzeugen und einer professionellen IT-Infrastruktur zu nutzen. Und wenn ich mir das erlauben darf: Ich finde, wir haben im Digitalpakt I hier in Thüringen einen massiven Fehler gemacht, indem wir nicht standardisiert haben und klare Vorgaben gemacht haben, wie jede Schule sich aufzubauen hat. Das hat zu einem Wildwuchs geführt und das jagt uns jetzt gerade. Es wird nicht darum gehen, jedes einzelne iPad immer zu bestimmen, aber es wird darum gehen, dass wir einen gemeinsamen Standard und Teppich haben, worauf sich in Thüringen jeder bewegen kann. Wir werden natürlich auch in Instrumente von Lehrervorbereitung, Künstliche Intelligenz, investieren. Das heißt, dass Lehrer mit Prompts und mit vernünftiger Einspeisung des Thüringer Lehrplans dann auch ihre Unterrichtsvorbereitungen machen können, genauso wie sie auch die kritische Nutzung von solchen Technologien den Kindern und Jugendlichen vermitteln und ermöglichen können. Ich finde, Thüringen muss das erste Land sein, was es klug versteht, mit Künstlicher Intelligenz im Bildungsbereich unsere Kinder und Jugendlichen den sinnenhaften Wert näher zu bringen. Und das werden wir auch tun und dafür auch die nötigen Mittel zur Verfügung stellen.
