Andreas Bühl
Unterstützung und Förderung der Ausrichtung der Multisportveranstaltung „Die Finals“ in den Jahren 2028 oder 2029 in Thüringen
Sehr verehrte Damen und Herren, sehr geehrte Frau Präsidentin, das zeigt mal wieder, dass der Sport auch in diesem Haus ein verbindendes Element ist. Herzlichen Dank soweit schon für die Reden. Das zeigt auch, dass Die Finals etwas Verbindendes für Thüringen sein könnten. Ich habe das ja vorhin schon im Rahmen der Regierungserklärung gesagt: Thüringen ist nicht nur Sportland im Winter, sondern Thüringen ist ein Ganzjahressportland. Um diesen Anspruch auch konkret zu untersetzen oder, besser gesagt, zu beleben, schlagen wir in diesem Antrag vor, den Erfolg von Oberhof auch bei Großsportveranstaltungen im Sommer zu wiederholen. Ich darf Sie daran erinnern, dass es noch gar nicht lange her ist, dass Thüringen und speziell Oberhof zu Beginn des Jahres, in den Januarwochen, das Interesse der nationalen und internationalen Medien und Sportöffentlichkeit auf sich gezogen haben. Ich glaube, wir alle haben die wunderbaren Bilder im Fernsehen noch vor uns: die Weltcups im Biathlon, das Rennrodeln, Nordische Kombination. Da hat sich der Freistaat Thüringen mit ganz vielen ehrenamtlichen Helfern eindrucksvoll, professionell und zuverlässig dargestellt. Das hat einen Effekt für Thüringen, den wir, glaube ich, zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht bemessen können, was auch die Frage des Werbeeffekts betrifft. Mit der Möglichkeit der Ausrichtung einer Multisportveranstaltung wie den Finals als Sommerveranstaltung in den Jahren 2028/2029 bieten sich hier weitere einmalige Chancen, so etwas auch in den Sommer zu holen. Wir als Koalitionsfraktionen sind der festen Überzeugung, dass wir diese Gelegenheit unbedingt nutzen sollten, um Thüringen als Sportland zu präsentieren, zumal es für Die Finals bereits mehrere Bewerber gibt und wir uns entsprechend jetzt dafür stark machen sollten, um dieses Zeitfenster, diese Chance nicht zu verpassen. Aber was sind denn Die Finals? 2019 erstmals in Berlin ausgerichtet, sind sie ein Multisportevent – das ist auch schon gesagt worden –, bei dem weit über hundert deutsche Meisterschaften in verschiedenen Sportarten an mehreren Tagen parallel und an mehreren Orten ausgetragen werden. Deswegen weht da schon ein Hauch von Miniolympiade durch die Sportstätten, und das würde, glaube ich, Thüringen wirklich sehr guttun. Dahinter steckt die Idee der Koordinatoren um Hagen Boßdorf, den deutschen Meisterschaften wieder mehr Sichtbarkeit und Relevanz zu geben. Deswegen ist es eine gute Möglichkeit, wie wir – auch im Fernsehen großflächig übertragen – mit diesem Event auch Werbung für Thüringen machen können. Nachdem Die Finals 2024 wegen Olympia ausfielen, fanden sie zuletzt wieder in Dresden statt, wo insgesamt 20 Sportarten in Parallelwettkämpfen ihre nationale Meisterschaft ausgetragen haben. 2026 soll das Ganze dann in Hannover stattfinden und 2027 in Stuttgart. Interessant an den Finals ist die Mischung aus Traditionellem und Modernem. Sie mischen quasi traditionelle Sportarten, wie Leichtathletik, Triathlon, Rudern oder Geräteturnen mit Sportarten, die sich besonders an junge Zielgruppen richten und als Teil der nicht olympischen Sportarten eher ein Nischendasein fristen. Dazu gehören insbesondere zum Beispiel Flag Football, Küstenrudern, Lacrosse, Faustball oder die Sportakrobatik. Sehr geehrte Damen und Herren, lassen Sie uns also keine Zeit verlieren und die verbliebene Zeit für die erfolgreiche Bewerbung und die Prüfung möglicher Austragungsorte in Thüringen nutzen. Ich bin davon überzeugt, dass Thüringen das Potenzial, die notwendige Erfahrung und auch die entsprechende Manpower hat. Das zeigen auch die Wintersportarten und die Wettkämpfe, die wir ausgetragen haben. Denken Sie an die Spitzenleistungen unserer Athleten auch außerhalb des Wintersports. Unsere Sporttraditionen mit so bekannten Namen wie Hartwig Gauder, Roland Matthes, Rolf Beilschmidt, Heike Drechsler, Nils Schumann, Thomas Röhler, Kristina Vogel und, und, und machen das deutlich. Denken Sie an das tägliche Engagement von über 60.000 Ehrenamtlichen in den 3.207 Sportvereinen im Freistaat. Ebenfalls von Vorteil dürfte die sportliche Tatsache sein, dass unser Thüringen mit seinen Städten und Gemeinden ein Standort mit einer durchaus leistungsfähigen Infrastruktur und einer hohen Organisationskompetenz ist, der herausragende Rahmenbedingungen für nationale und internationale Veranstaltungen bietet. Großsportveranstaltungen sind weit mehr als sportpolitische Highlights; ich glaube, das ist heute auch schon deutlich geworden. Sie sind Motor für den gesamten organisierten Sport. Sie schaffen Begeisterung, Vorbilder und Nachwuchsgewinnung. Auch das zeigen die Wintersportarten, dass sich natürlich, wenn der große Scheinwerfer darauf gerichtet ist, auch junge Menschen für diese Sportarten begeistern. Das haben wir, glaube ich, auch im Sommersport durchaus nötig. Wer Spitzensport live oder im Fernsehen erlebt, will ihn selbst ausprobieren. Und genau hier beginnt die Vereinsbindung. Aber auch für das Ehrenamt sind Großveranstaltungen wie Die Finals von zentraler Bedeutung. Sie motivieren Übungsleiter, Trainer, Kampfrichter und Schiedsrichter und schaffen Perspektiven. Ohne deren Engagement wären Spitzen- und Breitensport nicht möglich. Deswegen sollten wir auch das nutzen, um für diese Bereiche Nachwuchs zu gewinnen. Zugleich haben diese Veranstaltungen aber auch einen enormen Image- und Werbeeffekt; das habe ich schon mehrfach gesagt. Wir können, glaube ich, gar nicht bemessen, was das zum Schluss an Werbung kosten würde, die wir so über diese Kanäle bekommen. Das Bild des Grünen Herzens, das wir jetzt im Winter ausgestrahlt haben, können wir so wunderbar auch auf den Sommer projizieren. Das ist wirkungsvoller als jede klassische Werbekampagne. Und, meine Damen und Herren, der Vorteil einer Austragung der Finals in Thüringen liegt klar auf der Hand. Es werden wirtschaftliche Impulse generiert, indem Wertschöpfungseffekte in der Hotellerie, Gastronomie, im Handel, in Dienstleistungen und im Eventsektor sowie in der Medienwirtschaft entfacht werden. Aber auch der Tourismus und Nachwuchssport werden gestärkt. Die regionale Identifikation wird gefördert. Der Freizeitsport und die Sportlandschaft unseres Landes werden damit einfach noch sichtbarer. Genau deshalb möchten wir auch über den Wintersport hinaus die Austragung weiterer nationaler und internationaler Wettbewerbe nach Thüringen holen. Und Thüringen hat alle Voraussetzungen dafür, ich habe es schon gesagt: leistungsfähige Standorte, engagierte Vereine und ein klares politisches Bekenntnis zum Sport, das wir hoffentlich auch heute hier für den Antrag bekommen werden, was sich aber auch schon im Doppelhaushalt des Landes zeigt. Ich glaube, das ist auch für die Bewerbung wichtig, dass wir schon signalisiert haben: Der Sport in Thüringen erhält eine hohe politische Unterstützung. Das zeigt sich durch die Erhöhung der Mittel für den Sportstättenbau, mit dem wir jetzt einen viel größeren Hebel haben. Auch das wird helfen, Infrastruktur entsprechend herzurichten – 50 Millionen Euro, die im Jahr zur Verfügung gestellt werden. Damit können auch Sporteinrichtungen unterstützt werden, die es für diese Finals gegebenenfalls braucht. Wir haben noch die Zeit dafür, jetzt Dinge herzurichten. Deswegen sollten wir uns auch frühzeitig auf den Weg machen. Deswegen lassen Sie uns heute ein gemeinsames Zeichen der Unterstützung in Richtung der Landesregierung setzen, damit wir alles Weitere vorbereiten können, damit die Landesregierung sich um eine Bewerbung bemühen kann, damit wir aber auch – und da bin ich beim Kollegen Schubert – im Zweifel für den nächsten Doppelhaushalt die notwendigen finanziellen Mittel anmelden können, damit es nicht zulasten von bisherig schon geplanten Projekten geht. Von daher ist das jetzt das richtige Zeitfenster und ich werbe um Zustimmung für diesen Antrag, damit wir hier möglichst mit einem geschlossenen politischen Votum in die Bewerbung gehen können. Vielen Dank.
(Beifall CDU, BSW, SPD)
