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Matthias Herzog

BSW 27.03.2026 Sitzungen 8/42

Unterstützung und Förderung der Ausrichtung der Multisportveranstaltung „Die Finals“ in den Jahren 2028 oder 2029 in Thüringen

Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Zuschauer, wir bringen heute einen Antrag ein, weil wir sehr davon überzeugt sind, dass die Ausrichtung dieser nationalen Großsportveranstaltung, der Finals 2028 oder 2029, eine sehr große Chance für Thüringen ist – eine Chance für den Sport, für unsere Wirtschaft, für unsere Regionen und für die Wahrnehmung unseres Landes weit über den Freistaat Thüringen hinaus. Thüringen hat gezeigt, dass es Großveranstaltungen kann, dass wir Großveranstaltungen können. Oberhof hat das im letzten Jahr und in diesem Jahr sehr eindrucksvoll bewiesen. Aber wir wollen nicht nur bestätigen, was wir schon können. Wir wollen Thüringen als Ganzjahressportland mit Strahlkraft nach außen und Wirkung nach innen strategisch weiterentwickeln. Genau deshalb legen wir diesen Antrag vor, denn für uns als BSW ist dabei entscheidend: Dieses Projekt muss nachhaltig wirken – nicht nur wenige Tage, nicht nur am Wochenende, nicht nur für Fernsehbilder, sondern ganz konkret für die Menschen im Land. Ein ganz zentraler Punkt dabei ist für uns die Sportstättenentwicklung. Wir wissen alle: Der Investitionsbedarf ist groß. Und ja, vieles wird auch ohne Die Finals passieren – das haben wir bereits auf den Weg gebracht –, aber vielleicht nicht in dieser Geschwindigkeit. Diese Bewerbung gibt uns die Chance, notwendige Maßnahmen zu bündeln und zu beschleunigen. Das bedeutet am Ende bessere Bedingungen für unsere Vereine, für den Schulsport, für den Breitensport im ganzen Land. Genauso wichtig ist die wirtschaftliche Perspektive. Natürlich muss man für solch ein Projekt Geld investieren. Ich bin mir ziemlich sicher, dass genau das auch von der Opposition angesprochen wird. Die Frage wird sein: Können wir uns diese Investition leisten? Ich sage, die wichtigere Frage ist doch: Können wir es uns leisten, diese Chance nicht zu nutzen? (Beifall BSW) Wir reden hier nicht über Ausgaben, sondern über Wertschöpfung, Übernachtungen, Gastronomie, Handel, Dienstleistungen. Für uns als BSW ist klar: Diese Wertschöpfung muss soweit wie möglich im Land bleiben. Das heißt konkret, regionale Unternehmen sollen bei der Umsetzung eine zentrale Rolle spielen – vom Handwerk über die Veranstaltungslogistik bis hin zu Dienstleistungen und Versorgung. Es kann nicht unser Anspruch sein, öffentliche Mittel einzusetzen, damit am Ende vor allem externe Anbieter profitieren. Unser Ziel ist: Investitionen in dieses Projekt sollen Thüringen stärken, und zwar dauerhaft. Trotzdem ist klar: Wir müssen verantwortungsvoll handeln. Die Finanzierung darf nicht zulasten anderer wichtiger Projekte gehen – nicht zulasten sozialer Vorhaben, nicht zulasten bereits geplanter Investitionen. Das ist unser eigener Anspruch. Dem werden wir gerecht werden müssen. Genauso gehört zur Ehrlichkeit dazu, dass eine solche Veranstaltung keine alleinige Aufgabe des Landes ist. Die beteiligten Kommunen werden und müssen ihren Beitrag leisten, auch finanziell. Denn sie profitieren in besonderer Weise von der Ausrichtung – durch zusätzliche Wertschöpfung, durch Infrastrukturverbesserungen und durch eine gesteigerte Attraktivität der Standorte. Deshalb ist es nur folgerichtig, dass Land und Kommunen hier gemeinsam Verantwortung tragen. Meine Damen und Herren, wenn wir dieses Projekt erfolgreich gestalten wollen, dann geht es auch um kluge Organisation. Die Finals finden traditionell in einer Stadt statt. Natürlich liegt es nahe, dabei auch auf starke Standorte wie unsere Landeshauptstadt Erfurt zu setzen. Gleichzeitig sollten wir aber dafür offen sein, ob und in welchem Umfang auch andere Orte in Thüringen eingebunden werden können – nicht als starre Forderung, sondern als Chance: einzelne Wettkämpfe in weiteren Städten, Beteiligung auch außerhalb der großen Zentren, Impulse für den ländlichen Raum. Am Ende wird entscheidend sein, was organisatorisch sinnvoll und mit den Anforderungen des Veranstalters vereinbar ist. Ein weiterer wichtiger Punkt ist für uns die Nachhaltigkeit. Die beginnt nicht erst beim Event selbst, sondern schon bei der Frage: Wie bekommen wir die Menschen dorthin? Hier liegt auch eine echte Chance für den ÖPNV. Wenn wir es schaffen, ein attraktives, einfach nutzbares Angebot zu schaffen, dann erreichen wir vielleicht auch Menschen, die heute noch nicht selbstverständlich Bus und Bahn fahren, und das kann ein Impuls sein, der über die Veranstaltung hinaus wirkt. (Beifall CDU, BSW, SPD) Für uns als BSW gehört außerdem dazu: Sport muss für alle zugänglich sein. Barrierefreiheit ist auch hier nicht nur ein Querschnittsthema. Das muss mitgedacht werden. Am Ende entscheidet sich der Erfolg nicht nur an Einschaltquoten, sondern daran, was im Land bleibt – was bei den Besuchern als Erinnerung bleibt, als Motivation wiederzukommen, als Erzählung zu Hause, in den Familien, bei den Freunden. Meine Damen und Herren, wir haben es selbst in der Hand, aus dieser Bewerbung mehr zu machen als ein einmaliges Erlebnis. Wir können daraus einen echten Mehrwert schaffen – für unsere Infrastruktur, für unsere Wirtschaft, für den Sport in der Breite und für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Deshalb bringen wir diesen Antrag ein, weil wir überzeugt sind: Wenn wir es richtig machen, dann ist diese Investition nicht nur gerechtfertigt, sondern ein Gewinn für Thüringen. Vielen Dank. (Beifall BSW, SPD)

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