Christoph Zippel
Stand und Weiterentwicklung einer vernetzten Gesundheitsversorgung im Freistaat Thüringen Beratung der Großen Anfrage der Fraktion Die Linke und der Antwort der Landesregierung – Drucksachen 8/769/2150 – auf Verlangen der Fraktion Die Linke
Sehr geehrter Herr Präsident, meine sehr geehrten Damen und Herren, wir haben hier ein Thema vor uns von größter Bedeutung für die gesundheitliche Zukunft unseres Landes. Ich will zunächst einmal einen Dank an das zuständige Referat für die umfangreiche Beantwortung dieser Großen Anfrage richten.
(Beifall BSW)
Vielen Dank. Die Fraktion Die Linke macht die vernetzte Gesundheitsversorgung zum Thema ihrer Großen Anfrage. Es ist berechtigt, aber ich will gleich von vornherein sagen, dass viele Fragen eben auch nicht neu sind, denn gerade die CDU hat dieses Thema in der vergangenen Legislaturperiode immer wieder aufgerufen. Die Große Anfrage zeigt vor allem: Thüringen hat zunächst einmal funktionierende Strukturen, aber diese müssen besser verzahnt und auch weiterentwickelt werden. Und genau hier setzt die Koalition an. Unser Regierungsvertrag liefert genau diese notwendigen konkreten Antworten auf die benannten Herausforderungen. Ich will nur beispielhaft das Leitbild des 20-Minuten-Landes nennen, das über allem steht. Die wohnortnahe Versorgung bleibt Kern der Daseinsvorsorge und genau das atmen alle unsere Entscheidungen. Die Große Anfrage zeigt, das Ausgangsniveau ist noch tragfähig, aber es besteht insbesondere im ländlichen Raum Handlungsbedarf. Genau deshalb stärken wir kommunale Strukturen, unterstützen bei unbesetzten Arztsitzen und setzen auf moderne Versorgungsformen wie MVZ. Das zentrale Problem – und das wird auch deutlich in der Großen Anfrage – bleibt der Fachkräftemangel. Besonders betroffen ist hier der ländliche Raum. Genau deshalb setzen wir gezielt an. Als Stichworte: Landarzt-, Zahnarzt- und Landapothekerquote, Niederlassungsförderung und Stipendien, die Gewinnung internationaler Fachkräfte, aber auch der Bürokratieabbau. All das verbessert genau diese Rahmenbedingungen, von denen in der Großen Anfrage die Rede ist. Ich will an der Stelle insbesondere das Thema „Telenotarzt“ anbringen, ein sehr innovatives Konzept, was wir in Thüringen verfolgen und was genau auch in diese Kerbe schlägt. Da schlägt sich auch die Brücke zum Thema „Digitalisierung“, denn auch hier zeigen wir, es gibt bereits funktionierende Strukturen, Netzwerke und digitale Anwendungen sind vorhanden. Es gibt bestehende Netzwerke wie das Schlaganfallnetzwerk SATELIT oder auch das Intensivnetzwerk InTeliNeT, Programme, Netzwerke, die sich bewährt haben und die einen Mehrwert für Patientinnen und Patienten liefern, aber auch für die Forschung. Wir haben eine digitale Rettungsdienstdokumentation mit MEDiRett, die bereits im Einsatz ist, und das überaus erfolgreich. Wir haben Videosprechstunden etabliert. Unser Ansatz lautet grundsätzlich: Ausbau statt Neustart. Und es ist das große Thema schon über viele Jahre hier im Landtag gewesen, Thüringen als telemedizinische Praxisregion weiterzuentwickeln. Genau auf diesem Weg befinden wir uns und gehen aktuell große Schritte. Die Digitalisierung soll in Thüringen so funktionieren, dass sie sinnvoll vernetzt. Das Gleiche gilt für den Rettungsdienst und die Notfallversorgung. Auch hier haben wir den Faktor der Vernetzung. Die Vernetzung der Sektoren ist überaus entscheidend für den Erfolg und für eine gute Versorgung. Und deshalb arbeiten wir eben auch am Masterplan Rettungsdienst, der genau diese Gesamtheit der Thematik in den Fokus nimmt. Meine Damen und Herren, die Große Anfrage beschreibt Probleme, aber entscheidend ist letztendlich – und das soll deutlich werden aus meinen Ausführungen –, es gilt, Lösungen umzusetzen. Der Unterschied zwischen Opposition und Regierung ist nun einmal, die einen fragen, wir handeln. Wir arbeiten an besserer Vernetzung. Wir arbeiten an Fachkräftegewinnung. Wir arbeiten an wohnortnaher Versorgung. Der Regierungsvertrag greift die zentralen Herausforderungen bereits auf. Jetzt kommt es vor allem auf die Umsetzung an. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten Lösungen und eben nicht nur das Verharren in Analysen. Dafür steht diese Koalition. Vielen Dank.
(Beifall CDU, BSW, SPD)
