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Matthias Herzog

BSW 04.02.2026 Sitzungen 8/35

d) auf Antrag der Fraktion der CDU zu dem Thema: „Sportland Thüringen – Schwung der Weltcups in Oberhof nutzen, Thüringen als Standort für zukünftige Sportgroßveranstaltungen stärken“

Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, liebe Zuschauer, wenn wir heute über Thüringen als Sportland sprechen, dann tun wir das zu einem Zeitpunkt, an dem unser Freistaat sportlich tatsächlich wieder sichtbarer geworden ist. Die Weltcup-Wochen in Oberhof haben gezeigt, was hier möglich ist – organisatorisch, sportlich und auch in der öffentlichen Wahrnehmung. Und natürlich richten sich viele Blicke – gerade auch mit Blick auf die Olympischen Winterspiele Milano Cortina – wieder stärker auf den Wintersport. Das alles ist gut und das alles ist wichtig. Aber es ist nicht die ganze Wahrheit über das Sportland Thüringen, denn Sportland Thüringen heißt nicht nur internationale Fernsehbilder aus dem Thüringer Wald. Sportland Thüringen heißt vor allem Sport im Alltag – für Kinder, Jugendliche, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen, Menschen im ländlichen Raum. Wenn man mit denjenigen spricht, die tagtäglich Sport möglich machen – mit Vereinen, mit den Ehrenamtlichen, mit dem Landessportbund Thüringen –, dann bekommt man durchaus ein klares Signal zurück: Ja, die aktuelle Sportpolitik in Thüringen geht in die richtige Richtung. Der beschlossene Haushalt für die Jahre 2026 und 2027 ist dafür ein entscheidender Baustein. Es fließen erhebliche Mittel in den Erhalt, die Sanierung und den Ausbau von Sportstätten. Das ist dringend notwendig, es gibt erheblichen Nachholbedarf. Denn wir sprechen hier – es ist mehrfach angesprochen worden – über mehr als 3.200 Sportvereine und fast 400.000 Vereinsmitglieder. Und dazu kommen noch all jene, die Sport treiben, ohne in einem Verein organisiert zu sein. Für all diese Menschen brauchen wir eine breite, funktionale und zukunftsfähige Sportstättenlandschaft. Und genau hier liegt der Punkt, den wir heute nicht aus dem Blick verlieren dürfen: Ein Sportland definiert sich nicht nur über einzelne Leuchtturmprojekte, sondern über seine Breite. Ja, Oberhof und der Thüringer Wald sind und bleiben zentrale Wintersportstandorte. Aber Thüringen darf sich sportlich nicht auf Eis und Schnee reduzieren lassen. Wir müssen in die Lage kommen, auch in anderen Sportarten regelmäßig hochwertige, ja auch internationale Wettbewerbe auszurichten – im Handball, im Basketball, im Feldhockey, im Tischtennis und in vielem mehr, und zwar über deutsche Meisterschaften hinaus. Und seien wir ehrlich: Das funktioniert auf Dauer nicht mit Provisorien. Das funktioniert nicht immer auf der Messe Thüringen. Was dieses Land braucht, sind moderne, leistungsfähige Sportstätten, die sowohl dem Spitzensport als auch dem Breitensport dienen – als Orte für Wettkämpfe, für Nachwuchsarbeit, für Inklusion, für Identifikation. Denn Sport ist weit mehr als Freizeitgestaltung. Sport ist Gesundheitsvorsorge, Sport ist Integrationsarbeit, Sport ist Ehrenamt. Gerade im ländlichen Raum ist der Sportverein oft einer der letzten Orte, an denen Gemeinschaft tatsächlich gelebt wird. Unser Anspruch als BSW ist deshalb klar: Wir wollen ein Thüringen, das nicht nur punktuell glänzt, sondern strukturell stark ist, ein Thüringen, das Sport nicht als Event, sondern als öffentliche Aufgabe begreift. Wenn wir sagen, Thüringen ist ein Sportland, dann meinen wir: für alle, in der Breite, in der Spitze und dauerhaft. Vielen Dank. (Beifall CDU, BSW)

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