thueringer-landtag.de ↗

Uwe Thrum

AfD 04.02.2026 Sitzungen 8/35

d) auf Antrag der Fraktion der CDU zu dem Thema: „Sportland Thüringen – Schwung der Weltcups in Oberhof nutzen, Thüringen als Standort für zukünftige Sportgroßveranstaltungen stärken“

Sehr geehrter Herr Präsident, werte Abgeordnete, liebe Zuschauer, der Grundgedanke dieser Aktuellen Stunde klingt natürlich erst mal gut. Natürlich wollen alle irgendwie Thüringen als Sportland voranbringen, doch es darf nicht nur beim Wollen bleiben. Es muss endlich mal das getan werden, was getan werden muss, und da bekleckert sich die CDU-geführte Landesregierung nicht mit Ruhm. Sie setzen im Wesentlichen die auf Verschleißfahren eingestellte Sportförderpolitik der Ramelow-Regierung fort. Unter Rot-Rot-Grün hat der Sanierungsstau unserer kommunalen Sportstätten 1 Milliarde Euro betragen, bei Ihnen beträgt er jetzt 1,3 Milliarden Euro. Wir haben deshalb im Doppelhaushalt die Zuweisungen für Sportanlagen in den Gemeinden auf 30 Millionen Euro pro Jahr nahezu verdreifachen wollen. Sie haben das abgelehnt, obwohl Sie genau wissen, dass Ihre eingestellten Mittel niemals ausreichen werden, um diesen gigantischen Berg maroder Infrastruktur jemals abzuarbeiten. (Beifall AfD) Die gleiche Thematik aber auch bei den Bädern. Hier drohen Schließungen. Die betroffenen Kommunen gehen mittlerweile auf die Straße, um auf die prekäre Situation aufmerksam zu machen. Wir werden das sicherlich heute beim parlamentarischen Abend der Heilbäder auch noch mal hören. Und auch hier waren wir es, die gesagt haben: Wir können die Bäder nicht einfach so untergehen lassen, denn Schwimmsport ist auch Sport. Genau deshalb war es uns ein Anliegen, die Sonderzuweisungen für kommunale Bäder zu verdoppeln. Aber auch das war mit Ihnen nicht zu machen. Dabei geht es gar nicht immer nur ums Geld, sondern es geht auch um Glaubwürdigkeit, es geht um Verlässlichkeit und es geht um Planbarkeit. Wenn ich mir überlege, dass wir den Beschluss zur Neuaufstellung der Thüringer Bäderfinanzierung und die damit verbundene Fortschreibung der Schwimmbadentwicklungskonzeption bereits vor zwei Jahren, noch in der 7. Legislatur gefasst haben und heute immer noch nichts vorliegt, dann lässt doch die Planbarkeit dieser Landesregierung massiv zu wünschen übrig. (Beifall AfD) Beim Thema „Verlässlichkeit“ fällt mir auf Anhieb die abgesagte Thüringen-Radrundfahrt der Frauen ein, auf die die CDU-geführte Landesregierung im vergangenen Jahr keinen Bock mehr hatte. Nach über 30 Jahren musste deshalb das bedeutendste deutsche Radrennen der Frauen abgesagt werden. Es fehlten lediglich 200.000 Euro Landesförderung. Und wenn ich mir auf der anderen Seite den Landeshaushalt anschaue und sehe, dass Sie im Bereich der migrationsspezifischen Sozialberatung zu den bestehenden 8 Millionen Euro noch mal lockerflockig 2 Millionen Euro einfach so obendraufgepackt haben, aber für das bedeutendste deutsche Radrennen keine 200.000 Euro übrig hatten, liebe CDU, dann müssten Sie heute bei diesem Thema eigentlich so groß mit Hut sein. (Beifall AfD) Stattdessen mal wieder großspuriges Gerede, viel heiße Luft ohne Substanz. Sportgroßveranstaltungen stärken geht definitiv anders, meine Damen und Herren. (Beifall AfD) Neben der Radrundfahrt hat sich im vergangenen Jahr aber auch die internationale deutsche Motorradmeisterschaft auf dem Schleizer Dreieck verabschiedet. Etwa 30.000 Zuschauer an einem Rennsportwochenende verlieren wir damit in Thüringen. Im Rahmen der Regierungsbefragung im Dezember 2025 hatte mir der Ministerpräsident zugesagt, mich über Gespräche zur Unterstützung des Schleizer Rennsports seitens des Landes zu informieren. Auch diese Information hat bisher nicht stattgefunden, vielleicht können wir das im Rahmen oder am Ende dieser Aktuellen Stunde noch nachholen. Es muss definitiv darum gehen, dass wir auf der ältesten Naturrennstrecke Deutschlands wieder internationalen und hochkarätigen Motorsport ermöglichen können. (Beifall AfD) Ich möchte heute aber auch nicht alles schlechtreden. In Sachen Wintersport ist in Oberhof in den letzten Jahren natürlich viel Gutes entstanden, was in Zukunft auch entsprechend genutzt werden muss. Da sind wir uns völlig einig. Die Ersatzbewerbung für die Rennrodel-Weltmeisterschaft 2028 ist auf jeden Fall unterstützenswert. Jetzt muss es aber darum gehen, gezielt den Breitensport zu fördern und zu investieren, denn der Breitensport ist das Fundament für den Spitzensport. Im Breitensport werden künftige Weltmeister und Olympiasieger herangeführt und trainiert. In diesem Sinne wünschen wir unseren Olympiateilnehmern viel Erfolg bei den Winterspielen in Italien. Zeigt euer Können, habt Spaß bei fairen Wettkämpfen und kommt gesund wieder nach Hause! (Beifall AfD)

Alle Reden von Uwe Thrum Protokoll ↗