Lena Saniye Güngör
Gesundheitskompetenz stärken – Patientensteuerung im Gesundheitssystem verbessern
Danke, Herr Präsident. Liebe Kolleginnen und Kollegen, „Gesundheit gemeinsam gestalten“ – unter diesem Motto stand der Thüringer Gesundheitsgipfel im März 2025 in Weimar. Ich habe dort für uns teilgenommen und ich sage mal – ich bin jetzt eher eine direkte Person –, ich hatte nicht so ganz hohe Erwartungen, weil ich unterstellt habe, es geht um das 100-Tage-Programm, mit dem die neu im Amt befindliche Brombeerregierung versucht hat, sich zu profilieren. Trotz dieser vielleicht eher geringeren Erwartungen habe ich bei den Beiträgen, die die Kolleginnen und Kollegen aus der Praxis genannt haben, sehr gut zugehört. Eines habe ich sehr deutlich mitgenommen: Unser Gesundheitssystem in Thüringen ist für viele Menschen immer noch zu kompliziert. Wer nicht weiß, wohin er sich wenden kann, kommt zu spät zur Vorsorge. Wer Formulare, Apps und Fachbegriffe nicht versteht, hat schlechtere Chancen, gesund zu bleiben. Das ist kein Randproblem, das ist Alltag für viele Menschen in Thüringen. Mit unserem Antrag „Gesundheitskompetenz stärken – Patientensteuerung im Gesundheitssystem verbessern“ ziehen wir eine Konsequenz aus diesen Befunden. Wir wollen das Gesundheitswissen über den ganzen Lebenslauf stärken – von der Kita bis zur Volkshochschule – und dafür sorgen, dass sich Menschen in diesem System besser zurechtfinden. Für uns gilt: Gesundheitskompetenz ist keine Privatsache, sie ist eine öffentliche Aufgabe und sie ist Voraussetzung für echte Chancengerechtigkeit im Gesundheitssystem.
(Beifall Die Linke)
Wenn wir davon sprechen, dass wir eine Patientenfehlsteuerung oder eine Überbelegung haben, dann heißt das zum Schluss nur, dass Menschen nicht wussten, wohin sie sich im Fall der Fälle wenden sollen, dass sie nicht erkannt haben, an welcher Stelle sie mit ihrem Anliegen richtig sind und wo sie doch die geringeren Möglichkeiten, die geringeren Auslastungen zu sehr in Anspruch genommen haben. Wir als Linke sagen, das ist dann nicht die Schuld des Einzelnen, der was falsch verstanden hat oder sich nicht orientieren konnte, sondern das ist unsere gemeinsame Verantwortung, dafür zu sorgen, dass die Leitsysteme in unserem Gesundheitswesen so sind, dass wirklich jede und jeder die Chance hat, seine Gesundheitsversorgung auch wirklich in Anspruch nehmen zu können. Ich freue mich auf die Beratung hier im Plenum und hoffe auch auf eine Beratung im zuständigen Fachausschuss. Vielen Dank.
(Beifall Die Linke)
