Mario Voigt
Frage des Abgeordneten Thrum (AfD)
Ich will jetzt nicht alle aufzählen, die wir hier nach Thüringen neu hinzubekommen haben. Aber eins will ich schon noch nennen: Wir haben eine Vereinbarung mit dem Deutschen Fußballbund getroffen, der ab dem 01.01.2027 sein Hauptquartier für alle Trainingslager der Frauen, der Männer und auch der Juniorenabteilung in Thüringen haben wird. Das heißt, die Zukunft des deutschen Fußballs wird aus Thüringen heraus gekickt. Und ich glaube, das ist erst mal ein ziemlicher Erfolg, weil wir damit nämlich Herzstück dieses Landes sind.
(Beifall CDU, BSW)
Das Zweite – das habe ich hier auch schon mal beschrieben, Herr Thrum –: Sport haben wir auf ein ganz neues Niveau gehoben, in der Staatskanzlei mit einem echten Profi versehen. David Möller als ehemaliger Spitzensportler, als mehrfacher Weltmeister, als Olympiateilnehmer und Vizeolympiasieger, weiß genau, was die Sportler brauchen. Das hat dazu geführt, dass wir mit allen Spitzensportlern auf der einen Seite in Kontakt stehen, auch mit allen Profi-Teams, die in Thüringen stattfinden, die übrigens, egal, wo sie hinkommen, sagen, so bewusst ist in diesem Land noch nie über Sport nachgedacht worden. Auf der anderen Seite unterstützen wir auf eine großartige Art und Weise den Breitensport. Ich war gerade erst auf der Jahrestagung des Landessportbunds, wo die Sportpolitik der Regierung wirklich mit deutlichen Tönen unterstützt worden ist. Das zeigt mir, dass das auf einer sehr breiten Basis fußt. Aber ich will nicht ausweichen, weil Sie ja die Frage gestellt haben, was den Frauenradsport angeht. Das hat mich auch geschmerzt, weil wir in mehrfachem Dialog gestanden haben, auch mehrfach Angebote gemacht haben, übrigens auch für das nächste Jahr schon Angebote gemacht haben. Aber ich bleibe bei meiner Grundphilosophie: Der Staat kann nicht privatwirtschaftlich organisierte Initiativen und Unternehmen zu 90 Prozent finanzieren. Und das war die Situation. Das ist in den Zeiten, in denen wir wirtschaftlich genau gucken müssen, wo wir als Land investieren, auch eine Frage, wie wir verantwortlich miteinander umgehen. Wir haben als Land angeboten, in die Finanzierung mit einzusteigen mit einem deutlichen Betrag, mit einem sechsstelligen Betrag. Wenn das am Ende nicht ausreicht, dann muss ich auch sagen, dabei bleibe ich auch, wir können nicht wollen, dass zu 90 Prozent aus Kommunen, aus Sparkassen und aus dem Land ein Event bezahlt wird, das auf purer privatwirtschaftlicher Initiative fußt. Das können Sie auch nicht wollen. Wir unterstützen gern, auch für 2026. Das Angebot ist ganz offen formuliert. Aber klar muss sein, private Initiativen sollten sich auch dadurch auszeichnen, dass private Unterstützung mit dazukommt. Ansonsten, glaube ich – um Ihre sportpolitische Frage zu beantworten –, haben wir in diesem Jahr einen Zuwachs an Sportlern, die sich engagieren. Das hat maßgeblich etwas mit dem Engagement der Vereine zu tun. Wir haben auch eine Stärkung der Trainerausbildung. Thüringen hat sich jetzt auf Bundesebene dafür eingesetzt, dass die steuerrechtliche Anerkennung für Trainer und für Ehrenamtler steigt. Wir haben mit dem Ehrenamtsprogramm ganz bewusst Vereine im Freistaat unterstützt. Die Ehrenamtsinitiative ist an fast alle Vereine ausgezahlt. Allein an diesen Schlaglichtern sehen Sie, Sport hat hier eine echte Qualität. Ich bleibe dabei: Wir werden auch andere Sportevents nach Thüringen holen. Jetzt gucken Sie sich eine Sache an. Es wird Anfang Januar – einen Monat vor der Winterolympiade in Cortina – in Thüringen die Miniolympiade geben, wo insgesamt fünf Weltcups stattfinden. Das gibt es in Deutschland nirgends und hat etwas damit zu tun, dass wir auch dies unterstützen, übrigens auch finanziell, aber vor allen Dingen mit organisatorischen Unterstützungsmaßnahmen. Deswegen: Sportland ist Thüringen, und das wird auch mehr und mehr so anerkannt. Das heißt aber nicht, dass wir nicht auch an Initiativen gemeinsam weiterarbeiten können.
(Beifall CDU, BSW, SPD)
