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Mario Voigt

11.09.2025 Sitzungen 8/23

Willkommen Zuhause – vereinfachte Zulassung für reimportierte Simson-Mopeds

Sehr geehrte Damen und Herren, werte Kolleginnen und Kollegen! Lieber Kollege Schütz, herzlichen Dank. Ich glaube, es wurde eindrücklich deutlich gemacht, was die Sicht vieler hier im Hohen Haus ist: Simson ist Thüringen. Simson ist Freiheit auf zwei Rädern. Simson bedeutet, ein Lebensgefühl – Alltag, Freiheit, Freundschaft, Dinge, die uns alle ausgemacht haben, weil es die Älteren durchlebt haben – auch für die nächste Generation, die Jüngeren – zu bewahren. Deswegen ist der Anspruch, der mit dem Antrag auch deutlich wird, dass wir Simsonfahren bezahlbar, rechtsicher und zukunftssicher machen wollen, Kern der Debatte, die wir heute haben, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall CDU, BSW) Das bedeutet auch, es geht um Thüringer Identität. Es geht um die Frage, dass eine Simson robust, erfinderisch, immer wieder auch einen Tick schneller war – typisch Thüringen also. Ich bin noch mal nach vorn gegangen, weil ich glaube, dass es, wie Steffen Schütz es gerade deutlich gemacht hat, sogar einen Impuls gegeben hat bei einer Veranstaltung, wo alle Fraktionen anwesend waren. Da ist der Geschäftsführer von Simson bzw. der Zulieferfirma, Carlo Schmid, auf uns zugekommen und hat uns deutlich gemacht, wo das Problem liegt. Wir – Steffen Schütz – sind von Tag eins an dieser Thematik nachgegangen, die Fraktionen haben es thematisiert, weil wir wirklich wollen, dass das Problem gelöst wird und nicht einfach kulturelle Aneignung betrieben wird. Ich will gestehen, lieber Herr Höcke, ich fand das höchst amüsant, weil Sie sich schon wieder hier am Pult im Prinzip selber widerlegt haben. Das fand ich höchst spannend, weil Sie auch durch das Erzählen Ihrer Lebensgeschichte deutlich gemacht haben, wie weit Sie eigentlich emotional entfernt sind von dem Lebensgefühl, das hier jetzt gerade viele beschrieben haben. (Beifall CDU) Ich will das auch beschreiben, denn – das werfe ich Ihnen gar nicht vor – das hat nichts mit ostdeutsch oder westdeutsch oder woher man auch immer kommt zu tun. Simson war ein Lebensgefühl, denn wer Simson gefahren ist, der wusste, man konnte in die Welt hinaus, obwohl ihr enge Grenzen gesetzt waren. Das ist das Lebensgefühl, das dahinterstand – für jeden Einzelnen spürbar. Was ich jetzt immer beobachte und wie Sie das heute auch hier beschrieben haben, ist, Sie versuchen, sich diese Zugehörigkeit, die jeder empfindet, weil er es gehabt hat, künstlich irgendwie anzueignen. In der Psychologie nennt sich das „sekundäre Identitätsübernahme“, weil Sie ja von Psychologie gesprochen haben. Ich verkürze es mal: Man versucht, die eigene Außenseiterrolle dadurch zu kaschieren, dass man versucht, Dinge zu nutzen, die andere auch getan haben – ich bin, wie ihr seid. Ich kenne eure Symbole. Ich gehöre dazu. Aber daran merken Sie auch, wie paradox das eigentlich wirkt. Für mich, als jemand, der im Osten groß geworden ist, als Thüringer, wirkt das auf eine Art und Weise aufgesetzt. Ich muss nicht jeden Tag auf einer Simson sitzen, um zu beweisen, dass ich Simson gefahren bin. Muss ich nicht. Aber das versuchen Sie auf eine Art und Weise, dass für mich und, ich glaube, für einen Großteil der Thüringer eine innere Dissonanz entsteht, nach dem Motto: Da versucht jemand, Nähe herzustellen, und eigentlich belegt er dadurch, wie fern er davon ist. Ich glaube, dass das etwas ist, was ich Ihnen freundschaftlich mitgeben will: Machen Sie einfach in den Sachfragen Ihren Job! Versuchen Sie nicht, sich Dinge anzueignen. Denn Simson ist ein Geist der Freiheit. So, wie Sie es hier gerade wieder dargestellt haben, wollen Sie daraus ein Symbol der Abgrenzung machen. Das lassen wir nicht zu. (Beifall CDU, BSW, SPD) Simson bedeutet Offenheit, Zusammenhalt, Freiheit. Das, was wir als Landesregierung machen, ist, das Problem für die junge Generation zu lösen. Das werden wir lösen, weil es eine Thüringer Identitätsmarke ist. Wir werden sicherstellen, dass es rechtlich funktioniert, dass es dadurch auch bezahlbar wird, weil nicht mehr Schwarzmarktpreise gezahlt werden müssen, und dass wir am Ende eine Sache sichern: Diese Identität, die unser Heimatland, das Grüne Herz Deutschland ausmacht, tatsächlich so für die Zukunft zu bewahren, dass es nicht aufgesetzt ist, sondern vor allen Dingen für die junge Generation funktioniert. Ich finde, das muss uns gemeinsam ausmachen. Ich bin sehr dankbar, dass viele Fraktionen das heute deutlich gemacht haben, auch das kulturelle und historische Verständnis, was dahinter wirkt. Ich darf wirklich Danke sagen, denn damit geht etwas einher, was wir in Thüringen wieder mehr spüren wollen, nämlich Zuversicht und nicht einfach nur das Schlechtreden unseres Landes. Recht herzlichen Dank. (Beifall CDU, BSW, SPD)

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