Marcus Malsch
Förderung des Kleingartenwesens in Thüringen stärken und dessen Beitrag für die Bevölkerung sowie den Umwelt- und Naturschutz anerkennen
Werte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen Abgeordnete, liebe Gäste, das Kleingartenwesen wird von ehrenamtlichen Strukturen getragen. Daher möchte ich Ihnen zunächst einige Informationen zum Landesverband Thüringen der Gartenfreunde e. V. als dem maßgeblichen Akteur geben. Der Landesverband Thüringen der Gartenfreunde e. V. ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Kreis-, Regional-, Stadt- und Territorialverbänden der Gartenfreunde im Freistaat Thüringen. Er gründete sich am 30. Juni 1990 neu. Seine 28 angeschlossenen Verbände bewirtschaften aktuell ca. 62.650 Parzellen in 1.430 Kleingartenvereinen im Freistaat Thüringen mit ca. 200.000 Kleingärtnern. Wichtige Aufgaben des Landesverbands sind, die Aus- und Weiterbildung für die ehrenamtlichen Vereinsvorstände weiter zu professionalisieren und zu sichern, das Ehrenamt zu stärken und das Kleingartenwesen in eine gesicherte Zukunft zu führen. Kleingärten sind Orte einer naturnahen Freizeitgestaltung ebenso wie Bestandteile der Grünflächen von Städten und Gemeinden. Das Kleingartenwesen leistet einen aktiven Beitrag zum Natur-, Klimaund Umweltschutz sowie auch für eine gesunde Ernährung. Es schafft und unterhält eine lebenswerte Umwelt, von der auch künftige Generationen profitieren können. Kennzeichnend für die Entwicklung des Kleingartenwesens in den letzten Jahren sind Unterschiede bei der Nachfrage nach Parzellen in städtischen und ländlichen Regionen. Insbesondere in größeren Städten wie Erfurt, Jena oder Weimar besteht ein verstärkter Bedarf, etwa durch junge Familien. In etlichen ländlichen Regionen, die vor allem eine negative demografische Entwicklung aufweisen, sinkt die Nachfrage. Hier gilt es im Zusammenwirken mit den Kommunen und den Flächeneigentümern alternative Nutzungsmöglichkeiten für nicht mehr benötigte Gärten zu finden. Die Lösungen sind hierfür je nach Standort verschieden und reichen von einer Umnutzung bis zum Rückbau. Die Bewirtschaftung der Kleingärten erfolgt zunehmend naturnah und nachhaltig und ist auf einen hohen Freizeit- und Erlebniswert ausgerichtet. Gemeinschaftsaktivitäten spielen eine wichtige Rolle. Werte Anwesende, seitens des Landes werden Fördermittel zur Schulung und Weiterbildung der Fachberater des Landesverbands Thüringen der Gartenfreunde insbesondere durch das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum zur Verfügung gestellt. Planung und Bereitstellung der Mittel werden in enger Zusammenwirkung zwischen Verband und Fördermittelgeber realisiert. Für die Entwicklung eines nachhaltigen Kleingartenwesens können ergänzend weitere Fördermittel aus der Umweltlotterie zur Verfügung gestellt werden. Im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung sind auch Unterstützungsmöglichkeiten durch Kommunen denkbar. Fachlich erfolgt eine Begleitung der Kleingärtner durch das Lehrund Versuchszentrum Gartenbau in Erfurt. Abschließend möchte ich auf das Thema der flexibleren Nutzung von Kleingartenanlagen eingehen. Kleingartenanlagen werden zunehmend als Bestandteil des öffentlichen Grüns gesehen und etwa das Wegenetz und die Gemeinschaftsanlage wie auch Vereinsheime mit ihren gastronomischen Angeboten stärker der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Maßgebliche Akteure sind hier die Vereine vor Ort, gegebenenfalls auch die Kommunen. Es werden verschiedene Optionen genutzt, um Kleingärten stärker auch alternativ zu nutzen. So gibt es Angebote der Umweltbildung, insbesondere in Zusammenarbeit mit Schulen oder Kindertagesstätten. Auch werden Gärten durch die Tafeln genutzt, um Obst und Gemüse für Bedürftige zur Verfügung zu stellen. Eine weitere Entwicklungstendenz sind Kleingartenparks. Lassen Sie mich zum Ende meiner Ausführungen den Regierungsvertrag der Koalitionsfraktionen zum Thema „Kleingartenwesen“ zitieren: „Das Kleingartenwesen hat große Bedeutung für die Lebensqualität der Menschen. Der Garten ist Erholungsort und Begegnungsstätte, aber auch Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Wir werden die Rahmenbedingungen für das Kleingartenwesen erhalten und wo nötig verbessern, damit bestehende Kleingartenanlagen erhalten und Neuanlagen möglich werden.“ Erlauben Sie mir den Bezug: Auch Kleingärtner leisten einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt.
(Zwischenruf Abg. Müller, Die Linke: Das
stimmt!) Ich kann nur empfehlen, sich die Ausstellung im 1. OG, die fast zeitgleich eröffnet worden ist, nämlich der „VIA Natura 2000 – Vernetzung für Insekten in der Agrarlandschaft zwischen Natura 2000-Gebieten in Thüringen“ gemeinsam mit der Ausstellung der Thüringer Imker und Landwirte einmal anzuschauen. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.
(Beifall CDU)
