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Mario Voigt

02.04.2025 Sitzungen 8/13

Frage des Abgeordneten Dr. Wogawa (BSW)

Wir haben gesagt, dass die Frage von Fachkräftegewinnung eine große Rolle spielt. Das bedeutet zuerst einmal, dass wir jedes Kind, jeden Jugendlichen tatsächlich auch in der Schule zum Abschluss bringen wollen. Wenn Sie sich anschauen, wir haben in Thüringen momentan 10,3 Prozent der Schüler, die die Schule ohne Abschluss verlassen. Das ist deutschlandweiter Spitzenwert. Das haben wir als Landesregierung geerbt. Deswegen ist die Frage, dass wir jeden Jugendlichen, jedes Kind in der Schule auch zum Abschluss bringen, Fakt eins. Dann wollen wir den Übertritt in die Ausbildungsberufe beschleunigen. Deswegen wissen Sie auch, dass wir im Bereich der Pflegeausbildung auch schon in der letzten Legislatur Initiativen unternommen haben. Ich weiß, dass das auch vonseiten der Gesundheitsministerin angedacht ist. Dann geht es sicherlich auch um die Frage von Arbeitsbedingungen – das habe ich gerade beschrieben – und last, but not least auch um die Frage, wie wir generell – das ist jetzt nicht nur auf den Gesundheitsbereich bezogen – das Erfahrungswissen, das viele Ältere haben, die auch Lust haben, weiter mitzuarbeiten, anreizen können. Ich kann Ihnen das selber schildern. Bevor ich in die Politik gegangen bin, habe ich für ein großes Medizintechnikunternehmen in Thüringen gearbeitet. Dort war es so, da haben alte Zeissianer gearbeitet, die wollten gern über ihr eigenes Renteneintrittsalter hinaus noch ein bisschen mittun, vielleicht nicht mehr Vollzeit. Und das war für sie hochgradig unattraktiv, weil sie mit Renteneintrittsalter quasi alles abgezogen bekommen haben, was sie hinzuverdient haben. Und deswegen – das ist, glaube ich, allseits bekannt – setze ich mich auf Bundesebene – das ist eine Bundesregelung – dafür ein, dass wir Hinzuverdienstgrenzen haben, so wie es sich jetzt anlässt – im Sondierungspapier steht es schon drin, das ist eine Initiative, die aus Thüringen kommt –, dass wir älteren Arbeitnehmern, die Lust haben, weiterzuarbeiten, die Chance eröffnen wollen, bis zu 2.000 Euro steuerfrei hinzuzuverdienen und damit tatsächlich auch so eine Brücke zu bilden. Das kann ein Weg sein – und Sie haben recht, auf dem Gesundheitsgipfel ist das tatsächlich auch von einigen gefordert worden, ich unterstütze das auch –, aber für uns muss klar sein, wir müssen sowohl bei der Ausbildung stärker sein, da dürfen wir kein Kind, keinen Jugendlichen aufgeben. Wir müssen bei den Bedingungen im Arbeitsmarkt vernünftige Rahmen haben, aber gleichzeitig auch die Chancen für diejenigen bieten, die Lust haben, vielleicht auch noch ein bisschen länger zu arbeiten. Im Kern geht es auch um die Frage: Begreifen wir Arbeit tatsächlich auch nicht nur als etwas Wertschöpfendes, sondern auch als etwas Sinnstiftendes? Ich glaube, eine Kultur der Arbeit zu befördern und zu sagen, es lohnt sich und es macht Spaß, sich anzustrengen, das ist durchaus etwas, was wir als Landesregierung unterstützen.

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