Mario Voigt
Frage des Abgeordneten Dr. Wogawa (BSW)
Recht herzlichen Dank. Zuerst einmal glaube ich, dass der Gesundheitsgipfel eine sehr erfolgreiche Veranstaltung war. Ich bin der Gesundheitsministerin sehr dankbar. Wir haben da 170 Experten aus dem ganzen Freistaat gehabt, angefangen von der ambulanten Versorgungsstruktur über die Versorgungsstruktur im stationären Bereich und gleichzeitig auch im Öffentlichen Gesundheitsdienst. Da gab es auch mehrere Workshops, und die sind auch nötig, weil die Frage, wie wir medizinische Versorgung in Thüringen begreifen, uns alle angehen muss. Das ist eine der Topprioritäten der Landesregierung. Wir sind das im Durchschnitt zweitälteste Bundesland. Das bedeutet, wir werden Pflege- und Gesundheitsthemen sehr viel schneller zu beantworten haben. Unser Leitbild ist ein 20-Minuten-Land. Das bedeutet tatsächlich auch, dass wir sicherstellen wollen, dass man sich in 20 Minuten beim Arzt oder bei der Apotheke einfindet. Wenn wir uns anschauen, da sind bestimmte Strukturentscheidungen, Reformbemühungen von der vorherigen Landesregierung nicht gemacht worden. Und das erben wir jetzt. Deswegen müssen wir da Gas geben und Tempo machen. Ich glaube, das ist für uns eine zentrale Fragestellung, denn wenn Sie sich die Pflegepersonalquote in Thüringen angucken, da sind wir Drittletzter in ganz Deutschland. Wenn Sie sich anschauen, wir haben 117 offene Hausarztsitze. Das sind alles Themen, die da mit hineingehören. Das bedeutet, eher sektorenübergreifend zu denken. Da bin ich sehr froh, dass dieser Stein da auch angestoßen worden ist. Im Kern besteht unser Gesundheitssystem aus einer dritten Säule. Das ist die Frage des Öffentlichen Gesundheitsdienstes. Wir haben in der Pandemie gesehen, wie wichtig das ist, dass man dort auch sachkundige Auskünfte bekommt und gleichzeitig planerisch in eine Region mit den ambulanten und stationären Einrichtungen hineinarbeitet. Deswegen wollen wir als Landesregierung noch in diesem Jahr ein Gesetz für den Öffentlichen Gesundheitsdienst auf den Weg bringen, zusammen mit den Akteuren entwickelt, wo wir Betroffene zu Beteiligten machen. Dafür war der Startschuss jetzt auch der Gesundheitsgipfel, um deutlich zu machen: Wir sehen diese Verantwortung. Ich glaube, es ist auch ganz entscheidend, das integriert zu denken, denn wenn wir diese drei Säulen Hand in Hand begreifen, dann kriegen wir auch in Thüringen ein flächendeckendes Netz der medizinischen Versorgung hin. Das ist das, was der Bürger will. Der Bürger möchte schnelle medizinische Versorgung und sachkundiges Personal und engagierte Pflegekräfte. Das haben wir in Thüringen. Aber je mehr wir das miteinander vernetzen, umso besser ist es.
