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Uwe Thrum

AfD 07.06.2024 Sitzungen 7/138

b) Schwimmfähigkeit in Thüringen flächendeckend sicherstellen – Badeunfälle verhindern und Leben retten

Sehr geehrter Herr Präsident, werte Abgeordnete, liebe Zuschauer, das Bädersterben in Thüringen muss aufhören, die Schwimmfähigkeit der Thüringer muss verbessert werden! Aus diesem Grund unterstützen wir auch die beiden Anträge, die sich vor allen Dingen mit der Zukunft der Freibäder beschäftigen und auch mit der Schwimmfähigkeit der Thüringer auseinandersetzen. Die FDP bezieht sich vor allem auf die Fortschreibung der SchwimmbadEntwicklungskonzeption, das ist ein richtiger Weg, aber am Ende eben auch Analyse und Theorie. Wir wissen ja, dass es in der Praxis anders aussieht, nämlich sehr bescheiden. Deutschland entwickelt sich zum Land der Nichtschwimmer. Mit den Coronazwangsmaßnahmen ist Schwimmunterricht ausgefallen, die Rückstände sind immer noch erheblich. Die Zahl der Badetoten in Thüringen hat sich im letzten Jahr noch mal um 60 Prozent erhöht. – Ja, Herr Montag, das müssen wir schon mal hier erwähnen dürfen. – Einer Forsa-Umfrage zufolge kann jedes fünfte Grundschulkind in Deutschland nicht schwimmen. Unter anderem deshalb, weil hierzulande 3.500 Bademeister fehlen, im ländlichen Raum ein Viertel aller Grundschulen keinen Zugang mehr zum Schwimmbad hat, weil das nächstgelegene schließen musste oder alle anderen zu weit weg liegen und weil die jungen Mütter mit ihren Kindern in den Städten sich aus Angst vor Übergriffen gar nicht mehr ins Schwimmbad getrauen. Das muss man doch mal hier im schönsten Deutschland, im besten Deutschland aller Zeiten erwähnen dürfen. (Beifall AfD) (Zwischenruf Abg. Rothe-Beinlich, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Warum immer die Mütter? Wieso sind da die Väter nicht mitgegangen?) Nun zum CDU-Antrag. Hier versucht man, etwas konkreter zu werden. Es geht um die Herstellung der Schwimmfähigkeit unserer Kinder. Ein Sonderinvestitionsprogramm zur Modernisierung der Bäder soll aufgelegt werden, das ist ein ganz wichtiger Ansatz. Es geht auch um die Erfassung des Sanierungsbedarfs und da möchte ich schon mal vorab ein bisschen die Luft herausnehmen, denn das dürfte der rot-rot-grünen Landesregierung schwerfallen. Ich habe in mehreren Anfragen das genaue Defizit schon mal beziffern lassen wollen, habe keine Antworten bekommen, weil dazu der Landesregierung angeblich keine Erhebungen vorliegen, was natürlich Quatsch ist, denn die Sportstättenentwicklungsplanungen der Landkreise und kreisfreien Städte sind ja dem Ministerium vorzulegen. Also es gibt die Zahlen, den Investitionsbedarf, man kann eben damit nur nichts anfangen. Natürlich will die CDU auch die Novellierung der Schwimmbad-Entwicklungskonzeption aus dem Jahr 2005 – sehr lobenswert. Das passt auch in die Gesamtstrategie dieser Partei, die sich nicht nur äußerlich umlackiert hat. Aus diesem orangen Fähnchen wurde ja ein kiesfarbenes, das sich besonders schön im Wahlkampf in den Wind hängen lässt. Nein, Sie versuchen, sich auch inhaltlich vom Bock zum Gärtner und vom Brandstifter zum Feuerlöscher zu wandeln und so auch hier im konkreten Fall. Es war nämlich eine CDU-Alleinregierung im Jahr 2005, die diese Schwimmbad-Entwicklungskonzeption auf den Weg gebracht und durchgesetzt hat. Infolgedessen wurden ein Drittel aller Thüringer Freibäder als nicht mehr förderfähig eingestuft. Sie bekommen deshalb keine Landesfördermittel mehr, der Betrieb ist häufig nur noch durch ehrenamtliches Engagement aufrechtzuerhalten, so wie in Hohenleuben, wie bei mir in Hirschberg, ich bin selbst Mitglied im Freibadförderverein. Sie waren es also, die das Bädersterben hier in Thüringen mitverursacht haben. Erst haben Sie die Kommunen ins kalte Wasser geschmissen, jetzt kommen Sie wieder mit einem Schwimmring daher. Das passt irgendwie nicht wirklich gut zusammen. (Beifall AfD) (Zwischenruf Abg. Henfling, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Was ist das denn für eine Aneinanderreihung von Bullshit?) Egal wie, wir blicken jetzt in die Zukunft. Ziel muss es sein, die Förderpolitik der Schwimmbäder grundlegend zu reformieren, und zwar so, dass künftig alle Bäder, die die Sparpolitik der letzten 33 Jahre überstanden haben, zukünftig in den Genuss von Landesmitteln kommen können, denn wir brauchen unsere Bäder für das Schwimmenlernen, für die Gesunderhaltung, für die Stärkung des sozialen Zusammenhalts. Wir brauchen sie als Sportbegegnungskulturstätte und als Tourismusmagnet, und dafür werden wir uns auch weiterhin einsetzen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall AfD)

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