thueringer-landtag.de ↗

Madeleine Henfling

GRÜNE 07.06.2024 Sitzungen 7/138

Fahrt aufnehmen für den Mountainbikesport und -tourismus im Freistaat – Entwicklung einer „Mountainbike-Strategie 2030“ für Thüringen

Meine sehr geehrten Damen und Herren, es ist eigentlich nicht mein Thema, aber da jetzt auch Ilmenau immer wieder genannt wurde, will ich dazu noch mal zwei Sätze sagen. Ich finde es immer sehr faszinierend, dass dieses Haus und insbesondere die rechte Seite in diesem Haus kocht, wenn wir über Windenergie im Wald auf bestimmten Flächen sprechen. Wenn es aber um anderen Flächenverbrauch geht, wie zum Beispiel für Mountainbike-Sport, dieses Grillenzirpen haben alle gehört, dass das sozusagen hier keine Rolle spielt. Und ich finde es schwierig, weil wir in Ilmenau in Bezug auf den Lindenberg eine Abwägung darüber getroffen haben, auch was Umweltverträglichkeitsfragen angeht und was den Naturschutz angeht. Die Größe des Trails dort ist deswegen so ausgefallen, weil wir genau diese Abwägung getroffen haben. Weil wir gesagt haben, es ist auch ein Eingriff in die Natur, (Zwischenruf Abg. Bühl, CDU: Und die Rad- wege sind unverträglicher als ein Windrad?) das ist eine Versiegelung an der einen oder anderen Stelle. Es ist auch touristisch insofern schwierig, weil man, wenn man dort mehr Leute bekommt, man dann im Ernstfall auch wieder Parkplätze braucht, man braucht Zubringer. (Zwischenruf Abg. Montag, Gruppe der FDP: Die sind alle dort in Ilmenau!) Ja, genau. Ich wohne da übrigens, Herr RobertMartin Montag. Wir haben dort einen Druck auf diesem Gebiet, was zu den Trails hochgeht. Da haben wir nämlich die Festhalle, die Parkplätze braucht, wir haben Touristinnen und Touristen, die von dort aus teilweise hoch in den Thüringer Wald wandern, wir haben da eh schon einen massiven Parkdruck. Wir haben diesen Parkdruck. (Zwischenruf Abg. Bühl, CDU: Das zeigt, dass eine Entwicklung nötig ist, oder nicht?) Ja, genau. Der zeigt, dass eine Entwicklung nötig ist. Das ist richtig. Der zeigt aber eben auch, dass wir an dieser Stelle Flächenkonkurrenzen haben. Und ich finde, es wird immer so losgelöst darüber diskutiert. Das Mountainbike ist okay, es ist aber auch eine Flächenkonkurrenz. Es ist genau so eine Flächenkonkurrenz wie die Frage der Windkraft. (Beifall DIE LINKE, BÜNDNIS 90/DIE GRÜ- NEN) Es ist genau so eine Flächenkonkurrenz wie eine versiegelte Parkfläche. Und Sie tun so, als wäre das irgendwie nicht gewollt und als würden da nicht die Abwägungen getroffen werden, aber im Stadtrat, lieber Andreas Bühl, haben wir diese Abwägung sehr intensiv getroffen und haben uns auch mit den Umweltverbänden darüber verständigt. Und wir müssen eben auch fragen, was denn nachhaltiger Tourismus ist. Das ist doch die Frage, die wir uns angesichts der Tatsache stellen müssen, dass der Thüringer Wald auch jetzt schon unter Druck steht. Wenn wir über nachhaltigen Tourismus sprechen, müssen wir diese Abwägungen treffen. Dann kann man eben auch nicht sagen, wir finden zwar Windräder doof, aber alles andere finden wir in Ordnung. Von dem Flächenverbrauch her, von den Versiegelungsfragen her, ist das doch die gleiche Frage, die im Raum steht. (Zwischenruf Abg. Kemmerich, Gruppe der FDP: Nein, überhaupt nicht!) Doch, ist es, am Ende ist es das. Wenn wir das bis zu Ende denken, wenn wir eben beispielsweise auch die Parkflächen mitrechnen, die wir im Ernstfall errichten müssten, um das touristisch attraktiv zu machen, dann ist das eine Frage. Man kann nicht behaupten, es gäbe dort keine Flächenkonkurrenz. Ich will aber gar nicht gegen diese Mountainbike-Strecke reden. Übrigens haben selbst wir als Grüne dieser Mountainbike-Strecke im Stadtrat auch zugestimmt, obwohl wir dort harte Auseinandersetzungen geführt haben. Ich will aber auch sagen, das kann man nicht mit der Keule machen, sondern da muss man eben auch Naturschutz- und Umweltschutzaspekte mit in Erwägung ziehen, wie wir es übrigens auch bei der Windkraft machen. Deswegen plädiere ich noch für eine nachhaltige Tourismuskonzeption. Für eine nachhaltige Tourismusentwicklung müssen wir den Druck, der auf dem Thüringer Wald liegt, in Gänze betrachten und können das nicht immer separat voneinander betrachten. Das wäre mein Wunsch, dass wir das hinbekommen, diese Themen nicht immer einzeln zu sehen, sondern auch den Gesamtdruck auf den Thüringer Wald. Vielen Dank. (Beifall DIE LINKE, BÜNDNIS 90/DIE GRÜ- NEN)

Alle Reden von Madeleine Henfling Protokoll ↗