Christoph Zippel
Erhöhung der Überlebenschancen bei Herzinfarkten durch die Bildung eines Herzinfarktnetzwerks in Thüringen
Sehr geehrter Herr Präsident, meine sehr geehrten Damen und Herren, über gute Versorgung haben wir in diesem Plenum schon ausführlich gesprochen. Ein Thema, das der CDU-Fraktion ganz besonders am Herzen liegt: gute Versorgung mit Medikamenten, gute Versorgung mit und durch Apotheken. Die Versorgung bei Herzinfarkten war bisher jedoch noch kein Thema. Im letzten Plenum wurde der Antrag der CDU-Fraktion beraten, ein Antrag, der wie viele lange benötigt hat, bis er aufgerufen wird. Und da will ich gleich direkt auf den Kollegen Lauerwald antworten: Jetzt zu sagen, wir machen hier irgendwie Stress oder Druck, ist deswegen schon ein bisschen absurd, weil dieser Antrag einfach sehr lange im Plenum lag. Das können Sie vielleicht historisch nachvollziehen. Wir konnten ihn nicht weiter beschleunigen. Im letzten Plenum wurde er dann aufgerufen. Wir haben ihn im Ausschuss beraten. Jetzt hat er regulär seinen Weg aus dem Ausschuss zurück ins Plenum gefunden. Da ist jetzt nicht irgendwie Stress oder was entstanden, das ist ein ganz normaler Ablauf. Ich will ganz ehrlich sein: Ich hätte diesen Antrag auch schon lieber viel eher beraten, weil er eben wichtig ist und weil mit jedem Tag, den er nicht verabschiedet wurde, auch diese Verbesserungen für die Menschen im Freistaat nicht eintreten. Aber schlichtweg: Die Tagesordnung der Plenartagungen war zu lang und daher waren wir einfach Opfer dieser langen Tagesordnung.
(Zwischenruf Abg. Dr. Lauerwald, AfD: Sie
hätten ja schon am Mittwoch beantragen können, was Sie heute Morgen gemacht haben!) Vielleicht ist es Ihnen entgangen, aber wir hatten doch eine sehr umfangreiche Tagesordnung. Manchmal gibt es Punkte, zu denen man dann schaut, okay, ist an dem oder dem Plenartag noch etwas Luft und können wir heute diesen Punkt beraten. Wir haben gemerkt, okay, wir haben heute am Freitag Luft, diesen Punkt zu beraten, also machen wir das. Aber, ich denke, Sie sollten uns nicht darin belehren, wie wir unsere Anträge einreichen. Das besonders Tragische – und das habe ich gerade eben schon versucht anzudeuten – an dieser Verzögerung ist, dass mit jedem Tag, an dem wir kein Herzinfarktnetzwerk in Thüringen haben, die Chance auf Überleben bei dieser Erkrankung stagniert. Die Mortalität – und das haben wir schon ausführlich debattiert – ist in Thüringen scheinbar unnötig hoch, und das, obwohl wir weltweit die höchste Konzentration an Herzkathetern haben. Deswegen haben wir uns auch des Themas angenommen und diesen Antrag verfasst. Wir müssen die 40 Prozent höhere Mortalität als der Bundesdurchschnitt signifikant reduzieren. Dazu benötigen wir die besagten PCI-Zentren, Qualitätsstandards und den Ausbau von Schnittstellen von den behandelnden Notärzten zu den PCI-Kliniken – alles Themen, die wir im letzten Plenum beraten haben und auch intensiv im Ausschuss diskutiert haben. Ich will noch mal auf ein Thema abheben, weil mir das besonders wichtig ist, weil immer wieder kritisiert wurde, na ja, würde sich denn dadurch die Versorgung wirklich verbessern und was ist denn der Mehrwert. Aber wir haben in Thüringen schon Erfahrungen mit einem solchen Netzwerk. Wir haben das Schlaganfallnetzwerk, mit dem wir sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Genau das wollen wir auch mit dem Herzinfarktnetzwerk erreichen. Wir haben eine hervorragende Grundlage mit dem Infarktnetzwerk durch das Universitätsklinikum Jena, und die beteiligten Organisationen befürworten diesen Schritt in die richtige Richtung. Zusammengefasst lässt sich sagen: Das Thema ist brandaktuell und es drängt sehr. Ich bin sehr froh und dankbar, dass wir es dann im Ausschuss geschafft haben, schnell zu einer Lösung zu kommen, dass wir es tatsächlich auf diese Tagesordnung oder für dieses Plenum ganz regulär geschafft haben. Denn, wie gesagt, es ist allen im Ausschuss am Ende des Tages nach der Debatte doch deutlich gewesen, dass das Thema so dringlich ist, dass es keinen weiteren Aufschub duldet, um die Versorgung der Menschen in Thüringen zu verbessern. Das Thema ist dringend, es liegt auf dem Tisch. Deswegen vielen Dank, dass wir dort heute hoffentlich zu einer guten Abstimmung kommen, zu einem guten Ergebnis. Es liegt jetzt an uns allen, diesem Antrag zuzustimmen und damit aktiv Leben zu retten. Vielen Dank.
(Beifall CDU)
