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Babette Pfefferlein

GRÜNE 15.03.2024 Sitzungen 7/131

Das stille Leiden an ME/CFS beenden: Forschung, Versorgung und Aufklärung stärken

Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Gäste, wir haben uns tatsächlich mehr als zwei Jahre mit diesem Antrag – mit diesem wirklich wichtigen Antrag – beschäftigt. Das ist ein langer Zeitraum und ich habe über diesen Zeitraum auch sehr viel gelernt über diese doch sehr heimtückischen Krankheiten. Ich erinnere mich noch sehr gut an die mündlichen Anhörungen im Frühjahr 2023, was die Betroffenen und die Expertinnen über ME/CFS schilderten, obwohl ich sagen muss, einen Alltag, so wie wir ihn kennen, gibt es für die Betroffenen und das Umfeld leider nicht. Wenn starke Erschöpfung, Schmerzen, Schlaf- und Konzentrationsstörungen den Alltag bestimmen, gibt es keinen Alltag. Mit solchen Einschränkungen der Lebensqualität ist die Teilnahme an dem, was wir Leben nennen, nur noch eingeschränkt oder sehr eingeschränkt möglich. Viele haben eine Odyssee hinter sich, bevor sie überhaupt eine Diagnose bekommen. Für Long COVID und für ME/CFS gibt es bisher keine zugelassenen Medikamente. Es kann lediglich versucht werden, einige Symptome zu lindern. Auch fehlen umfassende Datengrundlagen zur verlässlichen Einschätzung der Anzahl der Erkrankten. Sie sehen, dass Bedarf ist, und der Bedarf ist dringend notwendig. Als die FDP den Antrag eingebracht hat, haben wir ihn noch ergänzt, und zwar um Long COVID und Post-COVID, weil die Symptome oft ziemlich ähnlich sind. Wir haben damit diesen Antrag ergänzt, was sehr wichtig ist. Deshalb ist es gut, dass wir heute gemeinsam über diese Themen, über dieses umfassende Krankheitsbild sprechen. (Beifall BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Auch die Befassungen im Gesundheits- und Wissenschaftsausschuss waren von der Ernsthaftigkeit und Fachlichkeit geprägt, die dieses Thema braucht. Wissen Sie, ich habe da ein ganz besonderes persönliches Schicksal von einer guten Bekannten vor Augen. Die Frau ist in meinem Alter. Ich kannte sie meist als fröhlichen und energiegeladenen Menschen, sie war viel unterwegs, auf Reisen und in der Natur. Sie machte gern Sport, wenn auch in Maßen, manchmal mussten sie sogar ihre Kinder bremsen. Aber sie ist jetzt seit acht Monaten krankgeschrieben. Vorher hat sie sich über ein Jahr gequält durch die Tage und Nächte. Herzschwäche, Schilddrüsenprobleme oder Depressionen wurden von Haus- und Fachärzten vermutet und untersucht. Noch immer hat sie keine eindeutige Diagnose, aber sie kann kurze Spaziergänge machen an guten Tagen. Ein wenig Hoffnung liegt nun im Frühling, der jetzt kommt. Wird es dann besser? Ich wünsche es ihr von Herzen. (Beifall Gruppe der FDP) Aber wünschen allein reicht eben nicht. Wir brauchen gute Strukturen, um Forschung und Behandlung voranzubringen. Und so hoffe ich, dass heute, wenn wir diesen Antrag verabschieden, dessen Umsetzung die Lücken im System füllt und auch die unterstützt, die von diesen Krankheiten betroffen sind, aber auch die Menschen und Strukturen, die sich in Lehre und Forschung ME/CFS und Long COVID widmen. In erster Linie sollen die Forschung zu Ursachen und die Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten unterstützt werden. Am Uniklinikum Jena sollen so Behandlungs- und Versorgungsstrukturen verbessert werden, um mehr über die Krankheitsbilder von Long COVID und ME/CFS aufzuklären und damit letztendlich die und deren Angehörige zu unterstützen, die an der Krankheit leiden. Damit geht Thüringen einen großen Schritt voran auf diesem Weg. Ich danke allen, die sich hieran beteiligt haben, und hoffe nun auf eine schnelle Umsetzung und Zustimmung für diesen wichtigen Antrag. Herzlichen Dank. (Beifall DIE LINKE, BÜNDNIS 90/DIE GRÜ- NEN, Gruppe der FDP)

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