thueringer-landtag.de ↗

Mario Voigt

CDU 02.11.2023 Sitzungen 7/120

Ostdeutsche Wintersportstandorte auf Olympia-Niveau – Oberhofer Infrastruktur und Know-how nutzen, tragfähige Strukturen schaffen und gemeinsam Zukunftskonzepte entwickeln

Sehr geehrte Präsidentin, werte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Kollegin Klisch, schönen Dank für die Einführung. Im Kern geht es aber um die Frage, was wir hier für eine Riesenchance auch haben und ob wir sie gemeinsam angehen oder ob wir erst mal gucken, wie andere Länder in die Vorlage gehen. Der Thüringer Schlitten- und Bobsportverband hat gesagt, Mensch, wir können das, weil wir gesagt haben und weil wir das Anfang des Jahres gesehen haben: 160.000 Besucher allein bei den Wettkämpfen zum Rennrodeln und zum Biathlon, über 1.000 freiwillige Helfer, die mitgetan haben, die jedes Jahr das erfolgreich über die Bühne bringen. Land und Bund haben 120 Millionen Euro investiert. Und jetzt geht es um eine simple Frage: Wollen wir gemeinsam die Chance ergreifen, die sich ergeben hat, weil Cortina d‘Ampezzo gesagt hat, nein, sie können das nicht, und wir sagen, ja, wir Thüringer können das? Wir erwarten von der Landesregierung, dass sie das Zeichen setzt, den Mut hat, die Vision hat, zu sagen: Ja, wir können das und wir holen die Olympiade nach Thüringen. (Beifall CDU) Thüringen ist die beste Adresse, wenn es um so was geht. 33 Jahre nach der friedlichen Revolution haben wir die Chance, in Oberhof im Thüringer Wald die Olympiade in den Freistaat zu holen. Das ist etwas, was es zu diskutieren gilt, nicht nur, weil wir Weltklasseleistungen erbringen, nicht nur, weil wir die Kapazitäten und Möglichkeiten haben, sondern weil in Thüringen und im Thüringer Wald das natürlich auch zur Identität mit dazugehört. Jeder hat irgendwie einen direkten oder indirekten Bezug dazu. Deswegen macht uns Wintersport aus. Das ist die übergreifende Frage. Im Kern geht es aber auch darum, dass wir diese Sportart, in der Thüringen weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt und erfolgreich ist, auch weiterhin sichern. Das, was wir hier im Hohen Haus schon häufiger diskutiert haben, nämlich die Frage: Was ist eigentlich das Nutzungskonzept für Oberhof über die Weltmeisterschaften hinaus? Was machen wir eigentlich bei einer Lizenzierung, die wir bis zum Jahr 2026 für die Wintersportwettkämpfe gesichert haben? Was ist unser Angebot als Thüringen? Was ist das langfristige Konzept? Ja, Gabalier und Roland Kaiser – klingt alles nett. Aber im Kern geht es doch um die Frage, dass wir mit erfolgreichem Sport Menschen überzeugen wollen, dass wir ein tolles Land sind, dass es um die Zukunft dieses Standorts Oberhof geht. Und wenn man sich das anschaut, ist es doch so, diese Chance zu ergreifen und sich auch zu bemühen –, wie erfolgreich wir eigentlich sind, das sieht man schon allein daran, dass es bei der letzten WM hier in Thüringen insgesamt neun Entscheidungen gegeben hat. Acht Goldmedaillen hat Deutschland gewonnen und fünf sind nach Thüringen gegangen. Wenn man sich das anschaut, dann heißt das, wir sind Wintersportland, wir wollen die Olympiade und dafür muss es eine gemeinsame Kraftanstrengung geben, hier im Hohen Haus, aber auch mit den sächsischen Kollegen, denn dann ist das auch ein Zeichen für Ostdeutschland in Gänze. Ich finde, das wäre ein tolles Zeichen für uns. (Beifall CDU, Gruppe der FDP) Was spricht für Oberhof? Wir haben die modernste Bahn der Welt, wir haben die nachhaltigste Bahn der Welt, wir haben die fleißigsten Helfer, wir haben die meisten Rodelfans, die es gibt, wir haben fleißige Gastronomen und Hoteliers und wir haben eine exzellente Anbindung. Das zusammengenommen spricht doch für eine Chance. Deswegen, Herr Holter, Sie sind heute da als Sportminister, das geht direkt an Sie: Das ist Ihr Job, dass wir 2026 auch ein Zeichen setzen an alle Menschen, dass Thüringen dieser Standort ist. Wir erwarten von Ihnen auch, dass Sie diesen Vorschlag ernsthaft unterstützen. Ich habe in den letzten zehn Tagen, wo die Debatte dazu stattgefunden hat, keine einzige Wortmeldung der Landesregierung gehört. Es ist eigentlich Ihre Chance, die Sie ergreifen sollten. Wenn wir Ihnen jetzt die Hand reichen, dann nehmen Sie diese Hand auch an! Es ist ein Riesenpotenzial für unseren Freistaat. Bitte gehen Sie da hinterher. (Beifall CDU) Die klangvollen Namen kennen wir alle. Wir sind Herz des internationalen Rodelsports: Johannes Ludwig, Silke Kraushaar, David Möller, Andi Langenhan, das sind alles Namen, die uns große Erfolge bescheinigt haben. Toni Eggert, Sascha Benecken, alle kamen aus Oberhof. Oder wenn wir uns jetzt Max Langenhan aus Friedrichroda anschauen – der ist Teamweltmeister, Titelaspirant in der deutschen Nationalmannschaft – und mittlerweile im Jugendbereich Antonia Pietschmann aus Ilmenau, eine 16-Jährige, die erfolgreich ist. All das sind die Leute, die zukünftig Olympiaden, Olympiamedaillen gewinnen wollen. Das können wir 2026 in Thüringen gemeinsam erreichen. Deswegen laden wir Sie ein, seien Sie nicht zaghaft, seien Sie nicht zögerlich. Ich weiß, das ist normalerweise der Modus Operandi, die Arbeitsweise dieser Landesregierung, (Beifall CDU, Gruppe der FDP) aber in dieser Frage wäre es, glaube ich, mal gut, da erfolgreich ranzugehen. Wir wollen das gemeinsam wuppen, damit wir 2026 den Besucherrekord bei der Olympiade in Oberhof erreichen. Alles Gute! Machen Sie bitte mit, im Bildungsausschuss diskutieren wir es. Aber nicht so lange diskutieren. „Machen“, das sollte wieder Modus einer Thüringer Landesregierung werden. (Beifall CDU, Gruppe der FDP)

Alle Reden von Mario Voigt Protokoll ↗