Ute Bergner
Verordnung von Pubertätsblockern nur nach fachärztlicher Untersuchung – Keine staatlich finanzierte Werbung
Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kollegen Abgeordnete, liebe Zuhörer, bevor ich etwas zur Werbung für Pubertätsblocker sage, möchte ich mal kurz umschreiben, was neben der Geschlechtsreife in der Pubertät im Menschen passiert. Während der Pubertät erfolgt auch ein Umbau des Gehirns. Es entstehen neue Verbindungen zwischen Nervenzellen und andere verschwinden,
(Zwischenruf Abg. König-Preuss, DIE LINKE:
Ja, und bei Ihnen sind die ein bisschen komisch verbunden!) und das vor allem in den Hirnlappen, die ein wichtiges Kontrollzentrum für den Menschen darstellen. Auch die Verarbeitung von Emotionen wandert in dieser Zeit zu anderen Hirnarealen. Das alles ist ein extrem komplexer Prozess, der auch dazu führt, dass sich die Eigenständigkeit des Menschen ausbildet.
(Heiterkeit Abg. König-Preuss, DIE LINKE)
Es entsteht eine Mühle der Gefühle. Es wird alles infrage gestellt und es erfolgt eine weitere Stufe der Abnabelung von den Eltern. Dieser Prozess bringt sowohl familiäre als auch gesellschaftliche Konflikte mit sich. Das ist auf den ersten Blick unbequem, aber genau das ist normal und das ist Entwicklung.
(Heiterkeit DIE LINKE)
Das ist wichtig, dass dieser Prozess genau in diesem Lebensalter stattfindet. Wenn die Gesellschaft Pubertätsblocker propagiert, so hat sie nicht nur die Hemmung der Geschlechtsreife zum Ziel, sondern sie blockiert auch die freie Entwicklung junger Menschen, inklusive des Gehirns. Und das wird propagiert unter jungen Menschen, die nicht reif sind, über die Tragweite dieser Entwicklung zu entscheiden; eben, weil das Gehirn noch nicht ausentwickelt ist.
(Zwischenruf Abg. König-Preuss, DIE LINKE:
Das tut doch weh! Oder Frau Bergner?) Und das ist Kindeswohlgefährdung. Damit ist das Propagieren von Pubertätsblockern aus meiner Sicht ein massiver Verstoß gegen die UN-Kinderrechtskonvention. Hier machen sich die Bundesregierung und das zuständige Ministerium schuldig.
(Beifall AfD)
(Zwischenruf Abg. König-Preuss, DIE LINKE:
Ich bin auch für Kinderrechte!) In erster Linie sind Eltern für die Entwicklung ihrer Kinder zuständig und nur in zweiter Instanz der Staat. Es mag durchaus Fälle geben, die aus medizinischer Sicht eine derartige Medikamentengabe notwendig machen. Das kann und will ich gar nicht bewerten. Das gehört in die Hände von Fachkräften,
(Zwischenruf Abg. Henfling, BÜNDNIS
90/DIE GRÜNEN: Deswegen machen das ja auch Mediziner!) die sich sicher verantwortungsbewusst gemeinsam mit den Eltern des kranken Kindes entscheiden.
(Zwischenruf Abg. Reinhardt, DIE LINKE: Ist
ja nicht so, dass jeder in der Grundschule so eine Packung bekommt!) Das sind aber Ausnahmefälle und nicht die Normalität. Das bedarf keines derartigen Raums in der öffentlichen Diskussion.
(Unruhe DIE LINKE)
Wenn auf dem Online-Informationsportal der Bundesregierung zur gleichgeschlechtlichen Lebensweise und geschlechtlichen Vielfalt regelrechte Werbung unter dem Deckmantel der Aufklärung für solche Pubertätsblocker geschaltet wird, ist das übergriffig und kindeswohlgefährdend.
(Beifall AfD)
(Zwischenruf Abg. Dr. Hartung, SPD: So ein
Blödsinn!) Auch hier möchte ich noch mal betonen: Bei der Mehrzahl der Menschen ist das Geschlecht klar und zwei Geschlechter sind zur Fortpflanzung und für das Überleben der Menschen erforderlich.
(Beifall AfD)
(Zwischenruf Abg. König-Preuss, DIE LINKE:
Oder künstlich!) Ausnahmen wie Homosexualität, Transsexualität dürfen nicht zur Ausgrenzung führen. Sie müssen gesellschaftlich akzeptiert sein, gehören aber nicht in den Mittelpunkt der öffentlich gesellschaftlichen Auseinandersetzung und schon gar nicht in die sogenannte Aufklärung der Kinder. Wie bei so vielen Themen scheint mir auch hier nicht nur der Wertemaßstab verloren gegangen zu sein, sondern auch die Akzeptanz von Naturgesetzen. Ich danke für die Aufmerksamkeit.
(Beifall AfD)
