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Babette Pfefferlein

GRÜNE 02.06.2023 Sitzungen 7/112

Hebammenversorgung in ganz Thüringen sicherstellen – gelingende Arbeitsbedingungen fördern

Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Gäste auf der Tribüne, ja, es ist wieder ein sehr schönes Thema und ich freue mich sehr, dass wir nun – ich glaube, der Antrag, der hat seinen zweiten Geburtstag schon lange hinter sich – endlich darüber reden und uns einig geworden sind, Frau Meißner. Vielen Dank auch an die CDUFraktion. An der Stelle kann man ja auch mal loben. Ich freue mich sehr, dass auch viele Grünen-Forderungen in den Antrag mit eingegangen sind. Ich möchte mal ein paar erwähnen: zum Beispiel hebammengeleitete Kreißsäle, den Wunsch nach mehr Kooperation zwischen der außerklinischen Geburtshilfe und den Kliniken, Hebammenzentren zur Unterstützung der ambulanten und stationären Versorgung. Das sind alles Grünen-Forderungen, die im Laufe der langen Befassung nun in die Beschlussempfehlung mit eingegangen sind. Vor allem auf Betreiben gerade unserer Fraktion wurden über etliche Jahre Mittel für Maßnahmen zur Förderung einer bedarfsgerechten und qualitativ hochwertigen Versorgung mit Hebammenleistungen in Thüringen im Landeshaushalt eingestellt. Besonders in den letzten beiden Jahren haben die beiden Geburtshäuser in Erfurt und Jena davon profitiert. Auch in diesem Jahr stehen Mittel zur Verfügung. Das ist sehr gut, können diese Gelder doch nun für die Umsetzung und für den Anstoß zu wichtigen Projekten eingesetzt werden. Wie viele Sorgen es gibt in dem Bereich, welche guten Ideen es gibt, das konnte ich gerade vorletzte Woche Dienstag sehen; da hat unsere Fraktion zu einem Fachgespräch eingeladen. Das war ein sehr lebendiges Fachgespräch, wo viele Dinge diskutiert worden sind. Es gab ein starkes Interesse und es gab auch ein starkes Podium, wo sehr kontrovers diskutiert worden ist. Darüber war ich sehr dankbar. Es wurde auch diskutiert, welche Maßnahmen wir für eine bestmögliche Versorgung brauchen. Da reden wir nicht nur über Geburtsstationen, sondern überhaupt, welche pragmatischen Lösungen es gibt, weil – es wurde schon gesagt – viele Geburtsstationen leider in den letzten Jahren geschlossen wurden. Es gehört auch zur Wahrheit dazu, dass es Alternativen zu Geburtsstationen braucht. Wir werden das nicht flächendeckend in jedem kleinen Krankenhaus erhalten können, das gehört leider zur Wahrheit dazu. Aber es liegt auch daran, dass die Zahl der Geburten gesunken ist und dass auch andere Fachabteilungen in den Kliniken geschlossen werden. Da hängt leider letztendlich meistens die Geburtshilfe mit dran, wenn Krankenhäuser nicht mehr ausreichend diese Finanzierung haben. Deshalb braucht es genau die Alternativen, die diskutiert worden sind, zum Beispiel Hebammenzentren im ländlichen Raum. Ich möchte noch mal auf mein Fachgespräch zurückkommen, das am 23. Mai stattgefunden hat. Es wurde immer wieder darüber gesprochen, dass wir bessere Arbeitsbedingungen für Hebammen zur Entlastung des Fachpersonals und Zusammenarbeit auf Augenhöhe in den Kreißsälen brauchen. Die Arbeit der freiberuflichen Hebammen, die gerade mit Blick auf die notwendige, flächendeckende und qualitativ hochwertige Versorgung unverzichtbar ist, wird durch viel Bürokratie und Versicherungsbedingungen erschwert. Das System von hebammengeleiteten Kreißsälen, das beide vereinen, haben wir zum Beispiel diskutiert. Auch wenn dies nicht überall umsetzbar ist, hat ein hebammengeleiteter Kreißsaal entscheidende Vorteile, sowohl für das Personal als auch für die gesunden Gebärenden samt Anhang, denn nicht nur die Zufriedenheit der Hebammen selbst, sondern auch die umfassende Erfüllung der Wünsche der Gebärenden stand im Mittelpunkt der Diskussion. Dazu gehört auch die Erreichbarkeit von Kliniken, denn die muss weiter sichergestellt werden. Das kann über ärztliche Versorgungszentren, was ich schon gesagt habe, gelingen, in denen Fachärztinnen und Hebammen zusammenarbeiten. Aber manchmal muss es auch schnell gehen – und das hat mich besonders angesprochen, muss ich ganz ehrlich sagen –, dann braucht es einen gut ausgestatteten Rettungsdienst. Eine tolle Zusammenarbeit gibt es seit Kurzem in Hessen, darüber wurde diskutiert, das heißt „Hebamme vor Ort“, ermöglicht eine gezielte Zusammenarbeit zwischen Hebamme und dem Rettungsdienst. Ende des vergangenen Jahres ist im Main-Kinzig-Kreis ein Pilotprojekt gestartet, das inzwischen schon in den Landkreisen Fulda und Vogelsberg praktiziert wird; es steht in weiteren hessischen Kreisen kurz vor der Einführung. Die Umsetzung solcher Ideen wünsche ich mir auch sehr für den ländlichen Raum in Thüringen. Ich möchte zum Schluss noch mal sagen, was mir auch persönlich sehr am Herzen liegt, das von der WHO als nationales Gesundheitsziel benannt worden ist. Bei der Gesundheit rund um die Geburt geht es um eine gute Betreuung und Begleitung in der Schwangerschaft, bei der Geburt, im Wochenbett und in der Entwicklungsphase im ersten Lebensjahr. Dafür, liebe Zuhörende, brauchen wir die Hebammen. Deshalb setzen wir uns als bündnisgrüne Landtagsfraktion seit Jahren für die Bereitstellung von Mitteln für die Unterstützung der Arbeit der Hebammen ein. Vielen Dank. (Beifall DIE LINKE, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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