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Marcus Malsch

CDU 27.04.2023 Sitzungen 7/108

Klimafreundliches Bauen fördern – Lehmbauweise entbürokratisieren

Frau Präsidentin, liebe Kolleginnen und Kollegen, jetzt wissen wir ja: Der FDP und Herrn Bergner geht es darum, die Potenziale von regionalem sowie lokal anstehendem Lehm als Baustoff für nachhaltiges und energieeffizientes Bauen zu erschließen. Dazu soll die Landesregierung aufgefordert werden, die Bauordnung dahin gehend zu novellieren, dass der Baustoff Lehm mit konventionellen Baustoffen nicht nur weitgehend gleichgestellt wird, sondern dass auch der vor Ort zum Beispiel beim Baugrubenaushub gewonnene Lehm leichter in die Bautätigkeiten mit einfließen kann, und das aufgrund der CO -Emissionsthematik. 2 Das ist grundlegend ein guter Ansatz, den wir auch unterstützen. Aber wenn man den Antrag mal richtig bis zu Ende und auch die Begründung liest, sieht man richtig vor sich, dass die Baugrube ausgehoben wird, dass Schalbauweise gemacht wird und mit Lehm dort Lehmhäuser entstehen. Bis dahin ist es bestimmt noch ein ganz weiter Weg, denn der Lehmbau an sich, und das haben Sie ja auch gut beschrieben, ist schon einige Jahre alt und die Zahl der Lehmbaukräfte, die das überhaupt noch können, dezimiert sich auf sehr wenige. Es ist ein guter Ansatz, also back to the roots, klar, und es ist auch ein guter Ansatz, das Traditionelle mit dem Modernen zu verbinden. Als gutes Beispiel, weil Sie es ansprechen, für den Einfluss in die Thüringer Bauordnung kann man auch ein Vor-Ort-Beispiel geben. Wir haben zum Beispiel in Schweina die Krone und da waren neulich Studenten aus Berlin, die im Rahmen des Bauens im Bestand dort die Lehmbauweise wieder kennengelernt haben. Von daher ist an der Stelle zu sagen: lieber spät als nie. Wir würden natürlich unterstützen, dass der Antrag auch an den zuständigen Ausschuss überwiesen wird, geben aber zu bedenken, dass das natürlich auch eine Initiative hätte sein können, die schon vor zwei Jahren hier hätte mit einfließen können, nämlich genau da, als die Debatte um die Novellierung der Thüringer Bauordnung reingekommen ist. (Zwischenruf Abg. Bergner, Gruppe der FDP: Auch wir sind nur Menschen!) Da haben wir eine Anhörung gemacht und da hätten wir natürlich noch ein bisschen näher darauf eingehen können. Aber sei es drum. Wir überweisen es gern, diskutieren es gern, weil es ein ideologiefreies Thema ist. Und wenn es uns weiterhilft, gerade Bauen im Bestand, im Altbestand zu machen, dann soll uns das recht sein. Ich habe vorhin mit Kollegin Tasch gesprochen, sie sagt: Die Lehmwand bei mir zu Hause ist eine derjenigen, die am längsten gehalten hat – bis jetzt – und die natürlich auch ein entsprechendes Klima ausstrahlt und mit den Witterungsverhältnissen ganz gut umgehen kann. Von daher unterstützen wir gern, das im Ausschuss weiter zu bereden und vielleicht fließt es ja noch in die neue Novellierung der Thüringer Bauordnung ein, die gerade im Kabinett behandelt wird. Vielen Dank. (Beifall CDU)

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