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Wolfgang Tiefensee

02.02.2023 Sitzungen 7/101

Heute schon an morgen denken – Gründer im Nebenerwerb fördern

Aber dann fangen alle wieder an. Wir sollten die Regeln wie beim Handball einführen: Wenn das Spiel unterbrochen ist, wird die Uhr angehalten. Jetzt kommen wir wieder zur Sache. Ich habe an dem Pult mehrfach schon darauf hingewiesen, wie wir die Beurteilung der Gründerszene und unser Ranking innerhalb der Bundesrepublik einzuordnen haben. Meine Damen und Herren, es geht in unserem Land Thüringen genauso wenig wie in Deutschland nur um die allgemeine Zahl von Gründungen. Sie kennen meinen flapsigen Spruch: Wir brauchen nicht den dritten Friseurladen in der Straße, weil er ohnehin bei mir wenig verdienen würde. Wir brauchen innovative Gründungen, wir brauchen Gründungen, die Wirtschaftsrelevanz haben. Wir stellen einen Werkzeugkasten für diese Gründungen zur Verfügung, der sich im Vergleich mit allen anderen Bundesländern nicht verstecken muss. Er ist dicht gefüllt bis hin zu denjenigen, die im Nebenerwerb gründen wollen. Es ist angesprochen worden: Herr Kemmerich, wie finden Sie das, dass wir eine Gründungsprämie haben, bei der ich – vielleicht für die Schülerinnen und Schüler in der Zukunft auch interessant – zwölf Monate lang, wenn ich einen Hochschulabschluss habe, aus dem Erwerb heraus 3.000 Euro bekomme, wenn ich keinen Hochschulabschluss habe 2.000 Euro? Wie finden Sie das, dass wir mit unserem Programm „get started 2gether“ Start-ups unterstützen – kein anderes Bundesland macht das –, die eben nicht nur ein internetbasiertes Gründervorhaben auf den Weg bringen wollen, sondern die ihre Produkte und Produktionsprozesse mit komplizierten Maschinen und Versuchen auf den Weg bringen wollen? Das gibt es nirgendwo. Wie finden Sie es, dass die Quote der Frauen, die in Thüringen gründen, relativ hoch ist und auch die Abbrecherquote im Vergleich der Bundesländer im guten Durchschnitt liegt? Wir haben das Problem – und das ist bereits angesprochen worden und das zeigt der Mittelstandsbericht –, dass wir zu wenig Menschen haben. Würden wir die Altersquote und die Anzahl der Menschen rausrechnen – und das ist kein rechnerischer Trick –, würden wir ein überdurchschnittliches Gründungsgeschehen insbesondere im Bereich der innovativen und wirtschaftsrelevanten Gründungen vorweisen können.

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