Thomas L. Kemmerich
Heute schon an morgen denken – Gründer im Nebenerwerb fördern
Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine sehr verehrten Damen und Herren, die 10 Minuten, die hier noch draufstehen, brauche ich nicht. Liebe Gäste auf der Tribüne, ich bin mal sehr gespannt, was ihr später auswertet, wie ihr die Debatte der letzten Stunde verfolgt habt. Jetzt geht es um Gründungen, Nachfolgen, Startups – habt ihr vielleicht schon mal gehört. Eine große Gruppe von Gründern macht das im sogenannten Nebenerwerb. Sprich: Sie gehen noch einer Haupttätigkeit nach, haben eine Geschäftsidee und sagen, okay, ich probiere mich hier mal aus und versuche langfristig natürlich, das auszubauen zu einer vollständigen Selbständigkeit. Aber viele Menschen, und zwar fast die Hälfte aller, die das in Thüringen machen, machen das im sogenannten Nebenerwerb. Wir finden in den Richtlinien und Unterstützungstatbeständen oftmals den Ausschluss der Förderung und Unterstützung für Gründungen im Nebenerwerb. Das ist Gegenstand unseres Antrags. Gründungen im Nebenerwerb sollen in den Richtlinien des Freistaats zu den Unternehmensgründungen adäquat berücksichtigt werden. Auch Zuschüsse und Darlehen sollen durch Gründer im Nebenerwerb beantragt werden dürfen und das Mikrodarlehen soll mit einer längeren Laufzeit nach dem Vorbild von NRW versehen werden. Ich weiß, bei dem Mikrodarlehen hat der Freistaat ein bisschen gelockert – da werden wir uns später noch drüber unterhalten können –, von fünf auf sieben Jahre, auch die Dimensionen sind etwas angestiegen. Aber eines ist, denke ich, wichtig – ich glaube, Herr Minister Tiefensee, da werden wir uns auch einig –, dass für die zukünftige Entwicklung des Freistaats und der gesamten Bundesrepublik Deutschland Existenzgründungen und Übernahmen von Unternehmen, Start-ups und neue innovative Ideen der Schlüssel sind, um unser Wachstum, unseren Wohlstand zu halten und auch die Sozialversicherungsthemen auf Dauer zu stabilisieren. Kurzum verdient es unser sehr nachhaltiges Augenmerk, hier unterstützend tätig zu sein, damit wir die Lücken, die auch durch die Erwerbsbiografien und durch die Altersübergänge der nächsten Jahre kommen, schließen können. Wir bedenken, die Nachgründungszeit nach der Wende ist im vierten Jahrzehnt. Hier ist viel zu tun und ich hoffe, dass wir Einigkeit erzielen können, und freue mich auf die Debatte. Herzlichen Dank.
(Beifall Gruppe der FDP)
