Thomas Hartung
Thüringer Gesetz zur Förderung von Familien, Kindern und Jugendlichen (ThürFKJFG)
So, Herr Höcke hat mich hier nach vorn getrieben, weil er bedauert, dass Fachkräfte nicht hierherkommen. Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen Wahlergebnissen der AfD und dem Verbleib von Fachkräften in den Bundesländern. Leute müssen sich auch willkommen fühlen. Und wenn hier permanent von diesem Pult gegen Zuwanderung gehetzt wird, dann werden Menschen hier nicht bleiben. Wenn wir wollen, dass Fachkräfte in dieses Land einwandern, müssen wir den Boden bereiten, sie willkommen heißen und sie so behandeln, wie sie behandelt werden wollen,
(Beifall DIE LINKE, SPD, BÜNDNIS 90/DIE
GRÜNEN)
(Zwischenruf Abg. Czuppon, AfD: Staatsbür-
ger!) als normale Menschen. Wenn ich damit anfange, Kinder nach ihrer biologischen Herkunft zu sortieren anstatt als Potenzial zu erkennen und so zu fördern, damit sie ihr Potenzial entfalten können, dann ist das die Grundlage einer zutiefst rassistischen Politik, da hat meine Kollegin Diana Lehmann recht. Diese Politik lehnen wir ab.
(Beifall DIE LINKE, SPD, BÜNDNIS 90/DIE
GRÜNEN) Herr Höcke, wenn Sie die Probleme dieses Landes tatsächlich angehen wollen, Fachkräftemangel etc.,
(Unruhe AfD)
dann werden wir nicht mit einer Offensive für Geburten, die – wenn Sie jetzt recht hätten und das Gesetz ginge irgendwann durch – in einem Jahr möglicherweise zu höheren Geburtenzahlen führen, Menschen, die dann in sieben Jahren, von heute an gerechnet, in die Schule kommen und dann irgendwann in 19 Jahren oder so eine Berufsausbildung, ein Studium anfangen. Wenn wir die Probleme lösen wollen, müssen wir sie jetzt lösen. Wir haben jetzt den Mangel.
(Beifall DIE LINKE, SPD, BÜNDNIS 90/DIE
GRÜNEN) Das heißt: Weg mit irgendwelchen rassistischen Ressentiments! Willkommenskultur, Anwerbung von Menschen, die hier arbeiten wollen; jeder muss willkommen sein, auch mit seinen Kindern. Vielen Dank.
(Beifall DIE LINKE, SPD, BÜNDNIS 90/DIE
GRÜNEN)
