Christoph Zippel
Gendern? Nein Danke! Regeln der deutschen Sprache einhalten – keine politisch motivierte Verfremdung der Sprache!
Sehr geehrter Herr Präsident, meine sehr geehrten Damen und Herren, das ZDF ‑ Politbarometer fragte im letzten Jahr nach der Verwendung von Gendersprache in den Medien. 71 Prozent der Befragten lehnten Sternchen oder Genderpausen beim Sprechen ab. Ebenfalls im letzten Jahr fragte der MDR, welchen Begriff die Menschen am ehesten mit der Genderdebatte verbinden würden. Die häufigsten Zuschreibungen waren: überflüssig, übertrieben, unnötig oder Schwachsinn.
(Beifall CDU)
(Zwischenruf aus der Fraktion BÜNDNIS
90/DIE GRÜNEN: Gut, wenn ein Mann das sagt!) Rund zwei Drittel der Deutschen lehnen Gendersprache ab, aber trotzdem ist sie scheinbar allgegenwärtig: in der öffentlichen Verwaltung, an Hochschulen, in den Medien und – ja – in den Parlamenten. Auch der Thüringer Landtag möchte Protokolle zukünftig gendern.
(Zwischenruf Abg. Dittes, DIE LINKE: Nein,
nein!) Das ist übrigens auch der konkrete Anlass für unseren Antrag. Wir als CDU ‑ Fraktion sagen an dieser Stelle: Es reicht!
(Beifall CDU, AfD, Gruppe der BfTh)
Die Menschen haben das Recht, dass ihr Parlament und ihre Verwaltung mit ihnen in klarem und korrektem Deutsch kommunizieren. Und um gleich ein Missverständnis auszuräumen: Wir fordern nicht, das generische Maskulinum einzuführen. Das generische Maskulinum kann eine Option sein, aber nicht die einzige. Und ich möchte an dieser Stelle eine persönliche Anmerkung bringen: Ich persönlich bin ein Freund des generischen Maskulinums.
(Heiterkeit DIE LINKE, SPD, BÜNDNIS
90/DIE GRÜNEN)
(Zwischenruf Abg. Dr. Hartung, SPD: Das hat
jetzt überrascht!) Es handelt sich um das grammatikalische Geschlecht, das nichts mit dem biologischen Geschlecht zu tun hat. Deshalb können sich prinzipiell alle Menschen angesprochen fühlen: männlich, weiblich oder Menschen, die sich keinem Geschlecht zuordnen.
(Zwischenruf Abg. Wahl, BÜNDNIS 90/DIE
GRÜNEN: Tut es aber nicht! Faktenlage!) Was wir als CDU-Fraktion mit unserem Antrag erreichen möchten, ist eine geschlechtergerechte und gleichzeitig verständliche Sprache.
(Beifall CDU)
