Thomas L. Kemmerich
d) auf Antrag der Fraktion der AfD zum Thema: „‚Heißer Herbst‘ in Thüringen – die Forderungen der Bürger auf den Straßen und Plätzen des Freistaats ernst nehmen“
Frau Präsidentin, meine sehr verehrten Damen und Herren! Frau Ministerin, zu Ihrem Redebeitrag: Sie versuchen, den Eindruck zu erwecken, dass Windkraft das Problem der Energie tatsächlich löst.
(Zwischenruf Siegesmund, Ministerin für Um-
welt, Energie und Naturschutz: Einen Teil!) – Einen Teil. – Aber wir müssen bei der Diskussion ehrlich sagen, wenn Sie sagen, bei Heinz-Glas stellen wir fünf Windräder in die Nähe der Anlage, dann ist das Problem der Genehmigung, der Bauzeit alles richtig. Aber das Problem, das nicht gelöst wird und ungelöst bleibt, ist die fehlende Speichermöglichkeit. Natürlich können Teile ihre Energie ersetzen und dadurch einsetzen – und Sie haben ja selber davon gesprochen, jetzt Schweröl oder Gas einsetzen zu müssen –, es reduziert natürlich die Abhängigkeit in dem Moment, in dem tatsächlich Windkraft zur Erzeugung von Energie zur Verfügung steht. Aber das sind bekannterweise eben nur 2.000 Stunden, wenn wir Glück haben; früher waren es weniger. Was machen wir mit der restlichen Zeit? In die Diskussion fällt – und das kommt bei den Leuten draußen oftmals etwas schlecht an –, wenn wir dann so einseitig tun, dass wir die fehlenden Speichermöglichkeiten ignorieren oder Herr Ministerpräsident mit Recht sagt, wir haben Pumpspeicherkraftwerke, aber die nutzen bisher auch ungefähr 36 bis 38 Minuten, um das Stromnetz zu stabilisieren. Der Energiebedarf der Glasindustrie und chemischen Industrie ist damit nicht abgedeckt und ich kann den Speicher auch nur einmal einsetzen. Ansonsten brauche ich …
(Zwischenruf Ramelow, Ministerpräsident)
Ja, fehlt uns, zu wenig. Das ist unser Problem. Die Diskussion führen wir ja alle. Die führen wir eben nicht nur in diesem Hohen Hause, sondern draußen mit den Bürgern. Da stehen wir vor dem Problem, zu sagen – und wir wissen auch, wie die Zustimmung zu erneuerbarer Energie ist, insbesondere Windkraft. Wenn ich das in einen Gewerbepark packe, sind die Leute viel einfacher unterwegs. Aber nochmals: Wir sollten nicht so tun, als ob die Erneuerbaren allein unser Problem lösen können. Sie können es vermindern. Sie leisten einen unheimlich wichtigen Beitrag. Aber wir wissen, dass selbst die Stromproduktion zurzeit gerade mal zur Hälfte aus Erneuerbaren geschieht und nur die Hälfte zurzeit auch möglich ist. Herzlichen Dank.
(Beifall Gruppe der FDP)
