Ute Bergner
b) auf Antrag der Fraktion der CDU zum Thema: „Ausrufung der Alarmstufe des Notfallplans Gas für die Bundesrepublik Deutschland – Wie ist Thüringen auf den Notfall vorbereitet?“
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kollegen Abgeordnete, liebe Zuhörer! Zukunft ist kein Zufall, sondern das Ergebnis unseres Handelns. Worüber wir heute reden, ist das Ergebnis einer Reihe von Fehlentscheidungen, sowohl in der Bundespolitik als auch in der Landespolitik. Diese Probleme sind hausgemacht und sie wären mit gesundem Menschenverstand aus dem Weg zu räumen. Leider stehen vernünftigen Lösungen ideologische Mauern im Weg. Ich bin gespannt, wie die Probleme gelöst werden und wie die Menschen hier in Thüringen auf mögliche Kälte reagieren werden. Ich wünsche Ihnen jedenfalls sehr viel Erfolg bei der Lösung dieser Aufgabenstellung, denn leider sitzen wir alle in ein und demselben Boot. Wir Bürger für Thüringen sind an einer Stelle ganz bei Ihnen, Frau Siegesmund: Thüringen muss sich selbst mit Energie versorgen können. Da haben Sie unsere volle Unterstützung. Aber unsere Strategie sieht nicht vor, zuerst den Ast abzusägen, auf dem wir sitzen, sondern erst einen neuen Ast aufzubauen, auf den wir wechseln können, bevor wir den alten absägen.
(Beifall Abg. Kniese, fraktionslos)
Genau deshalb unterbreite ich Ihnen hier konstruktive Vorschläge, die möglicherweise nicht für diesen Winter gelten, aber für die Zukunft. Setzen Sie sich mit Neutrinovoltaic auseinander! Das ist die flexible dezentrale Energiequelle der Zukunft, und zwar innovativ. Im selben Zeitraum, wie Windkraftanlagen errichtet werden sollen, kann auch diese Technologie zum Tragen kommen. Nur diese Technologie zerstört nicht unsere Wälder und macht die Menschen nicht krank. Wie ich in der letzten Umweltausschusssitzung lernen musste, haben die Experten im Umweltministerium noch nie etwas davon gehört. Da besteht Nachholbedarf. Gern bringe ich mich mit meinem Wissen hier ein, denn wir sitzen alle im gleichen Boot.
(Beifall Abg. Kniese, fraktionslos; Abg. Schüt-
ze, fraktionslos; Abg. Gröning, fraktionslos) Setzen Sie sich dafür ein, dass die Gelder, die in eine Endlagersuche in Thüringen für Atommüll verschwendet werden, in den Bau einer Atommüllrecyclinganlage investiert werden! Die EU hat letzte Woche beschlossen, dass Atomenergie als saubere Energie eingestuft wird. Übrigens bin ich da sehr gespannt, wie Sie Ihren ideologischen Knoten zu diesem Thema entzurren werden. Legen Sie ein Förderprogramm auf, dass sich Ein- und Zweifamilienhäuser autark mit Energie versorgen können! Die Technologie gibt es, dass im Sommer mit überschüssigem Solarstrom Wasserstoff erzeugt wird, der im Winter zum Heizen dient. In einem Flächenland wie Thüringen ist das ein wichtiges Element. Diese Anlagen sind zurzeit noch sehr teuer, eine Anschubfinanzierung wäre hier sehr sinnvoll.
(Beifall Abg. Gröning, fraktionslos; Abg.
Schütze, fraktionslos) Setzen Sie sich dafür ein, dass die Thüringer Energieversorger in die in Hermsdorf entwickelten Natriumspeicher investieren und damit zur Netzstabilität mit volatilen alternativen Energieerzeugern beitragen können! Nutzen wir unsere Thüringer Erdgasressourcen aus dem Thüringer Becken wieder zur Gasversorgung und verteufeln nicht länger das Fracking! Korrigieren wir umgehend die Fehlentscheidungen von vor 20 Jahren, die die Gasversorgung, Gasförderung hier in Thüringen stoppten und den Rückbau der Förderanlagen veranlassten! Und last, not least, lassen Sie Wasserkraftnutzung zu, wo es sinnvoll ist, zum Beispiel an den Wehren der Ilm! Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.
(Beifall Abg. Gröning, fraktionslos; Abg. Knie-
se, fraktionslos; Abg. Schütze, fraktionslos)
