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Thomas L. Kemmerich

FDP 02.02.2022 Sitzungen 7/71

a) auf Antrag der Parlamentarischen Gruppe der FDP zum Thema: „Wintersport in Thüringen stärken und fördern“

Sehr geehrter Herr Präsident, meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Zuschauer, insbesondere die Zuschauer aus Brotterode-Trusetal! Ich weiß, dass Herr Kai Großmann zuguckt und Frau Greiser, die Landrätin, aber sicher auch viele andere begeisterte Wintersportler, Anwohner, Touristen, Besucher, jedenfalls diejenigen, denen das sehr am Herzen liegt. Thüringen hat mehr zu bieten als den einen Leuchtturm, den wir alle kennen, den die Welt kennt in touristischer und sportlicher Hinsicht, hat mehr zu bieten als Oberhof. Wobei das auch ein Pro-Oberhof ist, nicht dagegen. Ob Rennrodeln in Ilmenau, Bob- und Biathlonwettbewerbe eben in Oberhof, das Skispringen in Brotterode oder einfach der touristische Freizeitsport auf gespurten Loipen. Thüringen ist vielfältig, nicht nur aus wintersportlicher Sicht, aber darum geht es heute hier. Es ist toll, wenn Oberhof für wenige Tage immer wieder die mediale Öffentlichkeit fast der Welt erlangt, auch zum Beispiel im nächsten Jahr durch die Doppel-WM, auch jedes Jahr durch Biathlon, durch die Rodelwettbewerbe. Oberhof ist der bedeutendste Wintersportort in Thüringen, wenn nicht sogar in Deutschland. Aber darüber hinaus liegen uns auch andere Orte sehr am Herzen wie Ruhla, wie Lauscha, wie eben Brotterode, auch diese müssen vermarktet werden. Darum: Es nützt nichts, wenn es um einen Leuchtturm herum dunkel ist. (Beifall Gruppe der FDP) Es geht uns in der Aktuellen Stunde um zwei Themen, einmal die Nachwuchsförderung auf sanierten Anlagen und natürlich auch den Tourismus in unserem Wintersportland. Im Sportlichen hat Thüringen beim Nachwuchs Aufholbedarf. Wir haben erlebt, wie wir bei einer Olympiade in den 90er-Jahren die Medaillenrangliste allein als Thüringer anführen konnten. So stark war das Wintersportland Thüringen danach leider nie wieder. Umso mehr ist es wichtig, dass wir genau das wieder nach vorne holen. Wir haben jetzt erlebt, dass die sogenannte „mobile Sprungschanze“ von SC Motor Zella-Mehlis bundesweit Aufmerksamkeit gefunden hat, ausgezeichnet worden ist. Das ist sicherlich taktgebend für gute Ideen, mit denen man Leute, junge Leute, für Sportarten begeistern kann, die nicht so im Fokus stehen, aber damit in den Fokus geraten. Insofern sollten wir die Talente, die schlummern, auf vielfältige Art und Weise ansprechen, um dann dem Nachwuchs eine Chance zu geben, den Nachwuchs zu fördern, um dafür Sorge zu tragen, dass wir auch in Zukunft Spitzensport nicht nur in Thüringen sehen, sondern aus Thüringen der Welt anbieten können. (Beifall Gruppe der FDP) Umso wichtiger ist, dass wir diesen Sport auch auf sanierten Anlagen stattfinden lassen können. Das ist das Problem von Brotterode. Wir haben dort jährlich einen Continental-Cup, wir haben ein Weltcup-Springen der Damen jeweils mit 5.000 Zuschauern vor Ort, aber auch mit großer Präsenz in den Medien. All das ist wichtig für den Standort Thüringen. Die FIS hat betont, wie wichtig ihr der Standort Brotterode ist, und das Sportministerium lehnt bis jetzt ab, diese Mittel einzusetzen, ca. 3 Millionen Euro, und wir fordern hier von der Landesregierung ein klares Bekenntnis zu diesem Standort, ein Bekenntnis zum Spitzensportort Brotterode, damit dieses Sportevent weiter stattfinden kann. Wir sagen ganz ausdrücklich: Das ist sehr wichtig für die Region. (Beifall Gruppe der FDP) Und wie ich eben gesagt habe: Die Verknüpfung zwischen Sport, den man vor Ort erleben kann, den man vor Ort betreiben kann, aber auch dem Herstellen einer Öffentlichkeit, ist ein Vermarktungskonzept für Thüringen. Wenn man mal den Weg nach Thüringen auf diese Art und Weise gefunden hat – sei es medial, sei es durch persönliche Anwesenheit –, ist es auch nicht weiter schwer, sich für Thüringen weiter zu begeistern. Deshalb sagen wir: Im Tourismuskonzept des Freistaats brauchen wir mehr Ausarbeitung dieser Wintersportmöglichkeiten. Es reicht eben nicht, dass man es bloß in den Webpräsenzen unseres Landes nennt – „Das ist Thüringen“ oder auf der Homepage „Thüringen entdecken“. Das ist zu wenig. Auch die Überblicke sind da, aber es muss auch vermarktet werden. Allein das Existieren einer App ist im Dschungel der sozialen Medien zu wenig. Wir brauchen ein Wegesystem. Wir brauchen Aufmerksamkeit. Wir brauchen Vermarktung. Was ist leichter herzustellen als Vermarktung mit den Vorbildern, die wir in Thüringen haben und präsentieren können? Nach der seit Jahren angemahnten Sanierung der vielfältigen Möglichkeiten, der Förderung des Tourismus. Wir wissen, dass die Anlagen – damit meine ich nicht nur die Sportanlagen, sondern auch die Restaurationen – etwas in die Jahre gekommen sind. Wir freuen uns über das tolle neue Hotel in Oberhof selbst. Aber das ist zu wenig, um die Welt nach Thüringen einzuladen. Und – was ich sage – nutzt die Thüringer Spitzensportler, die sich weltweit ruhmreich für Thüringen eingesetzt haben, um für Thüringen zu werben. In Anbetracht der Zeit: Kati Wilhelm, Sven Fischer, Vanessa Voigt, Erik Lesser aus dem Biathlon, Mariama Jamanka – vielleicht Olympiasiegerin, wir drücken ihr die Daumen –, Patrick Beckert, Christopher Grotheer vom Skeleton – auch hier mit guten Chancen –, Sascha Benecken, Toni Eckhart – vielleicht auch Olympiasieger aus unserem Land – und Johannes Ludwig, der aktuelle Weltcup-Gewinner im Rodeln. Es gibt vieles, was wir in Thüringen zu bieten haben. Tu Gutes und rede darüber. Das gilt für die Aktuelle Stunde. Wir sind gespannt, was die Regierung sagt. Vielen Dank. (Beifall Gruppe der FDP)

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