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Thomas Hartung

SPD 17.12.2021 Sitzungen 7/69

Pharmazeutische und (zahn-)medizinische Versorgung im ländlichen Raum sicherstellen – Pharmazeutinnen und Pharmazeuten sowie Zahnärztinnen und Zahnärzte in die Niederlassungsförderung aufnehmen

Frau Herold, wieder zeigen Sie, wie wenig Sie das eigentliche Problem durchdringen. Es ist doch nicht so, dass sich dieses Problem plötzlich und unerwartet über 30 Jahre aufgebaut hat. Nein, es hat sich mit einem einzigen Tag etabliert, dieses Problem, und das war die Verkündung eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs zum Thema „Arbeitszeiten“. Das ist der Punkt gewesen, an dem plötzlich nicht mehr jeder Arzt so viel arbeiten konnte, wie sein Arbeitgeber ihm oder wie er selber sich abverlangt hat – 60, 80, 100 Stunden die Woche –, indem die Arbeitszeit begrenzt worden ist. Und das war Anfang der 2000er-Jahre. Und Sie können nicht einfach den Schalter umlegen und sagen, wir brauchen jetzt dreimal so viel Ärzte wie vorher, die sind jetzt auf einmal da. Die sind nicht da, das braucht erst mal eine Zeit. Und ja, wir haben relativ lange gebraucht, Medizinstudienplätze aufzustocken. Das hat auch etwas damit zu tun, dass wir erstens zielgenau fördern wollten. Das hat in einem zweiten Punkt damit zu tun, dass über lange Zeit Ärzte aus dem deutschen Gesundheitswesen geflüchtet sind, nicht nur aus Thüringen, aus allen Bundesländern. Sie sind in andere Länder gegangen. Sie sind dahin gegangen, wo man schneller mehr Geld verdient hat, und sind weggeblieben. Ich hoffe, das ändert sich jetzt. Aber komplizierte Probleme auf so einfache Lösungen herunterzubrechen, das ist der Sache völlig unangemessen. Ich würde mal ein bisschen Ernsthaftigkeit erwarten. (Beifall DIE LINKE, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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