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Heike Werner

17.11.2021 Sitzungen 7/63

c) auf Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zum Thema: „Drug-CheckingProjekt in Thüringen erfolgreich gestartet – das befristete Pilotprojekt jetzt nachhaltig machen und die effektiven Drug-Checking-Angebote erweitern“

Nun, ich denke, ich habe es noch mal erläutert, warum es eben hier an der Stelle bei der modernen Suchtprävention um verschiedene Bausteine geht. Man kann sich das anhören oder auch nicht. Ich jedenfalls bin sehr froh, dass wir es als Land Thüringen geschafft haben, dieses Projekt hier in Thüringen auf den Weg zu bringen, weil es eben ein Baustein ist in der Frage des risikoarmen Suchtmittelkonsums und auch der Aufklärung, der Beratung usw. Es wurde schon viel zu dem Projekt gesagt. Ich will an dieser Stelle mal danke sagen, nämlich an die SiT, die sich schon seit vielen Jahren auf den Weg gemacht hat, dieses Projekt nicht nur bei Politikerinnen und Politkern sozusagen umsetzen zu können oder für eine Umsetzung zu werben, sondern die eben schon seit vielen Jahren versucht, immer wieder mit Konsumentinnen und Konsumenten beispielsweise in bestimmten Partyszenen usw. ins Gespräch zu kommen, hier auf die Probleme hinzuweisen, hier auch in die Beratung zu kommen, und deswegen herzlichen Dank an die SiT, aber eben auch an die beteiligten Akteure für das Dranbleiben an der Stelle. (Beifall DIE LINKE, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Und es geht nicht nur um einen allgemeinen Dank für ein Projekt, sondern auch – das wurde vorhin schon gesagt – darum, dass wir ganz konkret hier schon Ergebnisse zu verzeichnen haben. Also wenn beispielsweise durch diesen Einsatz und durch das Testen von verschiedenen Substanzen hier ganz akut Vergiftungen verhindert werden konnten, dann ist es etwas sehr, sehr Wichtiges und etwas, was dazu beiträgt, nicht nur die Gesundheit des Einzelnen zu schützen, sondern natürlich auch für den weiteren Drogenmittelkonsum zu sensibilisieren. Wenn wir zeigen können, dass die Substanzen, die hier sozusagen vertickt werden, verunreinigt sind, dass sie zu hoch dosiert sind, dass beispielsweise, und das hat Konsumentinnen und Konsumenten sehr erschreckt, in Amphetaminproben auch Crystal-Meth mit enthalten ist, dann zeigt das eben, dass das ein wichtiges Projekt ist, das ganz konkret, aber eben auch allgemein zu einer gelingenden Suchtpolitik und zur Prävention beitragen kann. Und wir haben es gesehen, es geht also darum, dass die Menschen vorsichtiger konsumieren, dass sie reflektierter konsumieren und dass sie eben zum Teil auch gar nicht konsumiert haben, das ist der eine Aspekt. Und der zweite, der uns hier an der Stelle noch mal besonders wichtig ist, ist, dass wir mit den Akteuren dort vor Ort einfach eine professionelle Suchthilfe haben, die in der Lage ist, Konsumentinnen und Konsumenten auch anzusprechen, Beratung umzusetzen und in Beratungsstrukturen auch überzuleiten. Auch dieses Ergebnis haben wir bekommen können in der Umsetzung des Projekts. Ich habe es schon gesagt, es gibt verschiedene Aspekte, es wurde aber schon benannt, die jetzt hervorgehoben wurden als Ergebnis. Aber, Herr Zippel, um Ihnen Ihre Angst zu nehmen, es ist das erste deutschlandweite Modellprojekt – ja. Wir wollen es auch weiterentwickeln, aber natürlich nicht ohne eine entsprechende Evaluierung. Wir haben die AG Psychotrope Substanzen der Charité Berlin als Evaluationspartner gewinnen können, die ab 2022 zur Verfügung steht. Wir wollen gern das öffentliche Interesse daran wissenschaftlich evaluieren und wir wollen daraus Erkenntnisse gewinnen, was beispielsweise auch Bedarfe für eine moderne Suchtprävention angeht, was die Erkenntnisse über Konsumverhalten angeht, aber auch über Motive für Konsumverhalten und auch über Konsumtrends. Das gehört natürlich dazu. Mit dieser Evaluierung und den Befragungen, die es dazu geben wird und auch schon gegeben hat, können wir dazu beitragen, das Projekt weiterzuentwickeln. Wir sind als Bundesland Thüringen nicht allein. Es gibt inzwischen aus verschiedenen Bundesländern Interesse an unserem Modellprojekt. Wir sind beispielsweise mit dem saarländischen Gesundheitsministerium im Gespräch, die sich das Projekt vorstellen lassen wollen und auch nach Thüringen kommen, um sich das anzuschauen, und darüber bin ich auch sehr froh. Aus gesundheitlichen Aspekten ist also die Verstetigung und Weiterentwicklung des Projekts unbedingt angeraten. Einen letzten Satz noch. Herr Zippel, weil Sie die Frage des Impfens an Schulen angesprochen haben, will ich hier kurz doch reagieren: Wir haben ganz zeitig gemeinsam mit dem TMBJS einen Kinderimpfgipfel durchgeführt, wir haben mit den Schulen gesprochen, wir haben gemeinsam einen Flyer mit Schülerinnen und Schülern erarbeitet, indem kinder- und jugendgerecht das Thema „Impfen“ dargestellt wird, auch die Frage von Nebenwirkungen, von Legenden usw. dargestellt wurde. Und es gibt auch die Möglichkeit, das Impfportal „Impfen an Schulen“ dort zu nutzen. Das Problem ist nur: Es ist eine Situation entstanden unter anderem durch Menschen, die sich sehr nachdrücklich als Impfgegnerinnen/Impfgegner in der Öffentlichkeit positionieren, also ein System der Angst auch entstanden, sodass Schulen dieses Angebot nicht wahrnehmen, weil sie Angst davor haben, dass sie beschimpft, bedroht und Ähnliches werden. Deswegen wird das Angebot so zögerlich angenommen. Dafür haben wir aber die Familienimpftage ermöglicht, die sehr gut berücksichtigt wurden, wo sehr viele Familien mit ihren Kindern da waren, um sich impfen zu lassen. Ich denke, wir müssen einfach immer schauen, wie der Bedarf ist, welche Probleme es gibt, und dann entsprechend flexibel reagieren. Herzlichen Dank. (Beifall DIE LINKE, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

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