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Thomas L. Kemmerich

FDP 21.10.2021 Sitzungen 7/61

Starthilfe für Auszubildende aus einkommensschwächeren Familien

Sehr verehrter Herr Präsident, meine sehr verehrten Damen und Herren Abgeordneten, liebe Zuschauer, liebe Zuschauerinnen an den zahlreichen Endgeräten und vor allen Dingen liebe junge Leute, die ihr beim nächsten Abschnitt des Lebens steht, eine Ausbildung zu beginnen, ein Studium zu beginnen, jedenfalls sich auf das Leben vorzubereiten. Laut dem Thüringer Landesamt für Statistik begannen in Thüringen im Jahre 2020 9.523 Personen eine Ausbildung im dualen System. Das entspricht 646 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen weniger als im Vergleich zum Vorjahr, das sind minus 6,4 Prozent. Insgesamt sank die Zahl der Auszubildenden um 1,7 Prozent auf 25.820 zum Jahresende 2020. In diesem Jahr sind 2.800 neue Ausbildungsverträge geschlossen worden, insofern stieg die Anzahl der Berufsstarter um ca. 8 Prozent. Es ist ein erfreulicher Trend, aber noch lange nicht zufriedenstellend. Ich will auf eines hinaus, nämlich dass wir den jungen Menschen mehr und mehr wieder vermitteln, dass eine Ausbildung im gewerblichen, handwerklichen Bereich im dualen System mindestens so wertvoll ist wie ein Studium. (Beifall Gruppe der FDP) Wir haben in den letzten Jahren immer wieder erlebt, dass das aus einem gesellschaftlichen Grundkonsens nicht immer ankommt. Wir werden später noch bei der Diskussion über das Handwerk an sich sprechen, aber mir geht es auch um gewerbliche Ausbildung, um eine Kaufmannslehre oder andere Dinge, die man selbst einem Studium vorschalten kann. Ich weiß noch, dass es zu meiner Jugend durchaus gang und gäbe war, dass jemand, der vorhatte, ein Architekturstudium zu beginnen, vorher vielleicht sogar eine Ausbildung, aber zumindest mal ein sehr langes und ausführliches Praktikum – ich sage es mal salopp – auf dem Bau gemacht hat oder dass man eine Banklehre begonnen hat, bevor man sich einem Studium der Betriebswirtschaft gewidmet hat. All das hat einen doppelten Charakter. Erstens hat Handwerk goldenen Boden, man hat eine sichere Ausbildung. Heute ist teilweise der ausgeübte Beruf in einem Handwerk oder in einem gewerblichen Bereich durchaus lukrativer als die Tätigkeitsaufnahme im akademischen Bereich. All dies im Lichte der Ankündigung der Landesregierung, den Studienbeginnern 500 Euro Starthilfe zu gewähren. Wir wollen heute mit Ihnen gerne darüber diskutieren, dass wir Gleiches zu Beginn einer Ausbildung im gewerblichen, handwerklichen Bereich tun können. Vielen Dank. (Beifall Gruppe der FDP)

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