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Ute Bergner

fraktionslos 21.10.2021 Sitzungen 7/61

Ja zur wirtschaftlichen, technologieoffenen und ideologiefreien Wasserstoffforschung und Nutzung in Thüringen – Thüringen benötigt eine realistische und marktwirtschaftlich tragfähige Wasserstoffstrategie

Sehr geehrte Frau Präsidentin, liebe Kollegen Abgeordnete, liebe Gäste! Wasserstoff ist ein wichtiger Energiespeicher, darüber sind wir uns alle einig. Auch darüber, dass Wasserstoff gut als transportable Energiequelle geeignet ist. Er kann auch als Wärme- und Stromquelle dienen. Doch unabhängig davon, für welche Nutzungsart man sich entscheidet, man sollte immer die Sinnhaftigkeit und auch den Wirkungsgrad hinterfragen. Wasserstoffnutzung braucht neue Technologien, und genau das spiegelt sich in der Thüringer Landesstrategie für Wasserstoff wider. Ja, wir müssen Rahmenbedingungen für eine technologieoffene Entwicklung schaffen, aber dabei müssen wir bedenken, Politiker sind nicht die besseren Wissenschaftler und Ingenieure. (Zwischenruf Abg. Dittes, DIE LINKE: Das gilt aber auch umgekehrt!) Ich kann ja auch lernen, wenn Sie auf mich anspielen. (Zwischenruf Abg. Dittes, DIE LINKE: Ich meine ja gar nicht Sie! Sie sind ja Politikerin!) Wir müssen aber eines beachten, dass wir nicht in Schildbürgerstreiche verfallen dürfen. Ein solcher Schildbürgerstreich ist aus meiner Sicht, den Fokus auf blauen oder türkisen Wasserstoff zu legen. Das sehe ich maximal als Brückentechnologie, denn der Nutzen von Erdgas als Energiequelle ist auch, ohne dass wir vorher Wasserstoff extrahieren, groß und rentabel. Alles andere wäre Wasser in die Saale getragen. Ich begrüße die Landesstrategie für Wasserstoff des Thüringer Umweltministeriums gerade deshalb, weil sie den Fokus auf grüne Wasserstofferzeugung legt. Ich plädiere dafür, diese Strategie noch weiter zu präzisieren und hier vor allem auf die Wirksamkeit abzustellen. Wir sollten Wasserstofftechnologien hier in Thüringen zur Marktreife bringen und daraus einen Exportschlager für die Wirtschaft machen. Wir sollten in Thüringen ein Wasserstofftankstellennetz konzipieren, wasserstoffbetriebene Busse im Nahverkehr einsetzen und einen auf Wasserstoffbasis betriebenen Lastenverkehr etablieren. Wo wir Wasserstofftechnologien hingegen nicht vermehrt brauchen, ist im Schienenverkehr, weil ein Großteil des Schienennetzes elektrifiziert ist. Ich sehe für Thüringen ein großes Entwicklungspotenzial in der Wasserstofftechnologie und wir haben bereits eine Strategie vorliegen, von der ich mir wünsche, dass das Umweltministerium sie konsequent verfolgt und umsetzt. Deshalb lehne ich den Antrag der AfD ab. Danke.

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