Tosca Kniese
Perspektiven für den Thüringer Tourismus – einen erfolgreichen und nachhaltigen Neustart der Tourismuswirtschaft in Thüringen ermöglichen
Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete, liebe Zuschauer am Livestream, im Jahr 2019 buchten mehr als 4 Millionen Gäste in ca. 1.300 Beherbergungsstätten mit mindestens zehn Betten und Campingplätzen 10 Millionen Übernachtungen in Thüringen. Das waren mehr als je zuvor. Dann schaltete die deutsche Bundesregierung bekanntermaßen im Jahr 2020 zunächst von der Verharmlosung der Viruserkrankung und der Beschwichtigung um auf hektischen Aktivismus. Seitdem zuckeln wir gesellschaftlich und wirtschaftlich mit angezogener Handbremse durch die Jahreszeiten und verspielen und verpassen eine Chance nach der anderen. Die Gesellschaft ist jetzt in dieser Thematik tief gespalten und viele Bürger sind verunsichert und leben bewusst zurückgezogener. Bestimmte Wirtschaftsbranchen wie die Tourismusbranche trafen die Maßnahmen und der damit einhergehende Wandel besonders hart. Das Statistische Landesamt verglich die Daten des ersten Halbjahres 2021 mit denen des ersten Halbjahres 2019 und ermittelte so das erschreckende Ergebnis, dass die Zahl der Gäste in Thüringen um 77,1 Prozent zurückgegangen ist. Dies offenbart das eklatante Versagen der rot-rot-grünen Landesregierung bei der Bewältigung der Pandemie und die katastrophalen Folgen dessen.
(Beifall AfD)
Vielen Bürgern wurde von heute auf morgen vollkommen unverschuldet die Existenzgrundlage entzogen, wobei selbstverständlich auch die CDU ein Mitverschulden trifft – sowohl auf Bundesebene, wo sie noch die Regierung anführt, als auch auf Landesebene, wo sie unter dem Deckmantel des Stabilitätspakts an einer linken Regierungskoalition beteiligt war und auch weiterhin recht zufrieden mit der SED-Nachfolgepartei Die Linke kuschelt.
(Beifall AfD)
Ihr ursprünglicher Antrag „Perspektiven für den Thüringer Tourismus – einen erfolgreichen und nachhaltigen Neustart der Tourismuswirtschaft in Thüringen ermöglichen“ stammt vom 24. Februar 2021. In vielen Punkten war Ihr Antrag bereits schon seit einiger Zeit überholt, was Ihnen zum Glück mittlerweile auch aufgefallen ist, weshalb Sie nun noch schnell die Neufassung einreichten. Statt der BUGA, die zum 10.10.2021 endet, rücken Sie in Ihrer Neufassung besonders die ITB in den Vordergrund. Kurz zusammengefasst: Sie möchten eine Taskforce gründen. Das ist uns allen ein sehr militärischer Begriff, aber Herr Prof. Voigt möchte ja auch Rot-Rot-Grün – sagten Sie „treiben“ oder „jagen“? Ich weiß es gar nicht mehr. Sie möchten also eine Taskforce gründen, um die Marketingstrategien für den Freistaat Thüringen gründlich zu hinterfragen, da Sie hier ein Totalversagen sehen. Am 17. September 2021 berichtet die OTZ, dass der Freistaat Thüringen auf der kommenden Internationalen Tourismusbörse im Jahr 2022 in Berlin nicht mit einem eigenen Stand präsent sein wird. Dabei ist die weltweit größte Internationale Tourismusbörse die Chance – meine Vorredner sagten es schon –, um der Welt 2022 unseren Freistaat Thüringen bestmöglich mit einem repräsentativen Stand zu zeigen. Jeder Unternehmer weiß, dass man die Vermarktung und die bestmögliche Positionierung des eigenen Produkts fördern und darin investieren muss. Ein gutes Marketing hat nun mal seinen Preis. Das SPD-geführte Wirtschaftsministerium argumentierte laut des bereits genannten OTZ-Artikels nachvollziehbar – wie ich finde – von neuen Informationswegen in der Tourismusbranche, denn zunehmend wird mehr und mehr in den digitalen Bereich verlagert. Die Zeit der rein analogen Messe ist vorbei. Die Angebote reichen nun vom analogen Stand über hybride Angebote bis hin zur rein virtuellen Präsenz. Das heißt aber eben auch, dass einer analogen Messe noch eine wichtige Rolle zukommt. Nur auf einer analogen Messe bekommt der Besucher zum Beispiel die Möglichkeit, die Produkte noch selbst anzufassen, selbst zu erleben, selbst auszuprobieren. Nach Ansicht der AfD-Fraktion sollte von daher nicht an der falschen Stelle gespart werden, sondern der Freistaat Thüringen sollte mit einem eigenen Stand und einem ansprechenden und überzeugenden Konzept auf der ITB 2022 vertreten sein – natürlich abgerundet und ergänzt durch einen perfekten digitalen Auftritt.
(Beifall AfD)
Thüringen verfügt über eine traumhaft schöne Natur, eine reichhaltige Kultur und eine bewegende Geschichte. Es steckt noch so sehr viel mehr Potenzial in unserer Heimat, das nur darauf wartet, genutzt zu werden. Wir müssen dies aber auch zulassen ohne Verbote, sondern mit Vertrauen in die Bürger. Dazu sind Sie, Vertreter der CDU, aber nicht in der Lage.
(Beifall AfD)
Sie misstrauen den Bürgern. Ja, die CDU misstraut den Bürgern. Sie sind in Maskendeals verwickelt und Ihre einstmals konservativen Werte haben Sie längst über Bord geworfen. Stattdessen hecheln Sie würdelos dem linken Zeitgeist hinterher.
(Unruhe CDU)
So liest sich auch Ihr Antrag, liebe CDU. Ein bisschen etwaiger Stufenplan hier, ein bisschen Taskforce dort, der Antrag ist ein typischer CDU-Antrag, weder Fisch noch Fleisch.
(Beifall AfD)
